OTS0214   16. Nov. 2010, 14:38

ÖBVP: Eine Million Burnout-gefährdete Österreicher, aber immer weniger Menschen können sich Psychotherapie leisten!

- Kasse muss endlich 40 Euro zahlen!


Seit 18 Jahren zahlen die Krankenkassen unverändert
nur 21,80 Euro für eine psychotherapeutische Behandlung, der Zuschuss
wurde also 18 Jahren lang weder wertangepasst, noch erhöht! Die
Psychotherapie kostet aber zwischen 70 und 100 Euro pro Sitzung.
Immer weniger Menschen können sich deshalb Psychotherapie leisten!

Die Burnout-Symptomatik erfordert eine genaue psychotherapeutische
und/oder ärztliche Diagnostik und oft auch eine psychotherapeutische
Behandlung. Aber nur jeder Vierte Betroffene geht zum Arzt oder sucht
psychotherapeutische Hilfe auf. Bleibt der Erschöpfungszustand
bestehen, chronifiziert sich dieser und kann zum Totalausfall führen.
Viele Betroffene würden gerne eine Psychotherapie in Anspruch nehmen,
sie können sich aber eine private Psychotherapie mit dem niedrigen
Zuschuss von 21,80 Euro nicht leisten. Ärzte, die eine Psychotherapie
empfehlen wollen, finden keine Kassenplätze für ihre PatientInnen.
Kassenfinanzierte Psychotherapieplätze sind extreme Mangelware.

Was sind die Folgen? Es werden Psychopharmaka verschrieben, auch
wenn eine Psychotherapie alleine angezeigt wäre und zur nachhaltigen
Besserung führen hätte können!

2,5 Millionen Krankenstandstage , die auf psychische Störungen
zurückzuführen sind und der Anstieg an volkswirtschaftlichen Kosten
wegen psychischer Erkrankungen sollten die Gesundheitspolitik und die
Krankenkassen hellhörig machen. Laut Studien in Deutschland und in
der Schweiz sind 2/3 der psychischen Erkrankungen im ambulanten
Bereich und 1/3 im stationären oder teilstationären Bereich zu
behandeln.

20 Jahre Psychotherapiegesetz - und noch immer kein Gesamtvertrag

Bei der Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des
Psychotherapiegesetzes, die am 12.11.2010 im Gesundheitsministerium
stattfand, war die psychotherapeutische Versorgung das Thema mit der
höchsten Priorität.

Gesundheitspolitiker und Vertreter des Hauptverbandes der
österrreichischen Sozialversicherungsträger (HVST) waren sich darüber
einig, dass im Bereich der Psychotherapie zu wenig getan wird.

Bundesminister Alois Stöger wies auf die Wichtigkeit des
Berufsstandes der PsychotherapeutInnen hin, insbesondere im
Zusammenhang mit den ansteigenden Zahlen von psychisch bedingten
Frühpensionierungen und Krankenstandstagen. Er versprach, dass sich
das Gesundheitsministerium unter seiner Führung dafür einsetzen wird,
die Psychotherapie zu stärken und zu unterstützen.
Dr. Johannes Gregoritsch (HVST) sagte zwar, dass in den letzten
Jahren die Sachleistungen für Psychotherapie stetig erhöht wurden,
stellte aber auch fest, dass Defizite nach wie vor unbestritten sind.

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) fordert
deshalb:

- Sofortige Erhöhung des Zuschusses für die Psychotherapie auf 40
Euro.
- Verhandlungen für einen Gesamtvertrag für Psychotherapie
aufnehmen. Ein Psychotherapievertrag ist die einzige Garantie
dafür, dass wirklich alle Menschen Psychotherapie bekommen, die
diese Behandlung brauchen.
- Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung im stationären
Einrichtungen und im gesamten psychosozialen Bereich.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0214 2010-11-16 14:38 161438 Nov 10 OBP0001 0430



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Rückfragehinweis: Dr. Eva Mückstein
Präsidentin des ÖBVP
0676 600 46 76

ÖBVP Büro:
Mag. Martina Filipovic
01/512 70 90 23

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