- 28.10.2010, 20:49:24
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Elias Bierdel: Für eine "beherzte" Öffnung der Grenzen nach Europa
Auf dem Reformationsempfang der Evangelischen Kirchen prangerte der Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel die "Brutalität an den EU-Außengrenzen" an
Wien (OTS/epd Ö) - "Es lohnt sich zu jeder Zeit und an jeder
Stelle, gegen offenkundiges Unrecht einzutreten." Das erklärte der
deutsche Journalist und Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel in
seinem Festvortrag zum Thema "Über Grenzen. Versuch der Ermutigung in
Zeiten der Krise" beim diesjährigen Reformationsempfang der
Evangelischen Kirchen Österreichs in der Aula der Wissenschaften in
Wien am 28. Oktober, in dem Fragen der Migration im Mittelpunkt
standen. Vor zahlreichen Gästen aus Ökumene, Politik und
Zivilgesellschaft sagte der Redner, der an der Fahrt des Hilfsschiffs
"Cap Anamur" teilgenommen hatte, dessen Besatzung wegen der Rettung
schiffbrüchiger Flüchtlinge von den italienischen Behörden belangt
worden war: "Wir können nicht mehr weiter auf Kosten unserer Nachbarn
wuchern." Es gehe um die "beherzte Öffnung der Grenzen nach Europa".
"Viele sind dazu bereit, und es werden rasch mehr."
Bierdel verglich die Außengrenzen der EU mit der Berliner Mauer
und den Grenzanlagen des Eisernen Vorhangs, denen sie "bis ins letzte
Detail" ähnelten. Es handle sich um eine "beispiellose Brutalität",
die der europäischen Demokratie unwürdig und im Widerspruch zu allem
sei, "wozu wir im Glauben stehen müssen". Bierdel konstatierte eine
weltweite Phase des Übergangs, in der die Politiker unsicher geworden
seien. Gefordert sei nun die Zivilgesellschaft, die hier eine Chance
für die Um- und Neugestaltung des Gemeinwesens habe. Es gehe dabei
auch um eine "persönliche Befreiung im Denken und Fühlen".
In einem an den Vortrag anschließenden öffentlichen Gespräch mit
dem lutherischen Bischof Michael Bünker erklärte der Festredner,
Kirchen, Synagogen oder Moscheen böten Räume, "in denen Menschen sich
den essentiellen Fragen aussetzen können". Viele Menschen fühlten
sich heute "im Glauben in die Arme genommen".
Hennefeld: Österreichische Regierung soll sich uneingeschränkt zum
Recht auf Asyl bekennen
Bei einem "Runden Tisch" während des Reformationsempfangs verwies
Bischof Bünker auf das Bemühen der europäischen Kirchen, bei der EU
zu erreichen, dass mit dem Problem Migration verantwortungsvoll
umgegangen wird. Der reformierte Landessuperintendent bekräftigte, es
sei die Aufgabe der Kirchen, "ihre Stimme zu erheben, wenn es um
Humanität und Menschenrechte geht". Von der österreichischen
Bundesregierung forderte Hennefeld ein uneingeschränktes Bekenntnis
zum Recht auf Asyl. Der Superintendent der
Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich, Pastor Lothar Pöll,
hob hervor, dass die Mehrheit der MigrantInnen dem Christentum
angehöre. Das verändere das Bild der österreichischen Gemeinden, in
denen sie leben. "Sie werden vielfältiger und bunter", sagte der
Superintendent.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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