• 20.10.2010, 13:14:46
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Bayr zu Weltbevölkerungsbericht: Frauen am Wiederaufbau beteiligen

"Bildung und Gleichberechtigung zentrale Faktoren für nachhaltige Entwicklung"

Wien (OTS/SK) - "Frauen müssen verstärkt als Akteurinnen am
Wiederaufbau von Gesellschaften nach kriegerischen Konflikten oder
Naturkatastrophen beteiligt werden", sagte SPÖ-Bereichssprecherin für
Umwelt und globale Entwicklung Petra Bayr am Mittwoch im Parlament
bei der Präsentation des Weltbevölkerungsberichts 2010 des UNFPA, des
Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. "Der Beitrag von 52 Prozent
der Bevölkerung ist viel zu wichtig, um auf ihn verzichten zu können.
Es müssen Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden, sich Gehör zu
verschaffen", so Bayr weiter. ****

Der diesjährige Weltbevölkerungsbericht unter dem Titel "Krise,
Frieden, Wiederaufbau - Gesellschaften im Wandel" fällt mit dem
zehnjährigen Jahrestag der UN-Resolution 1325 zusammen, die erstmals
die Auswirkungen von Konflikten auf Frauen thematisierte und
Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt forderte. Die
Resolution sei aber kein Ersatz für Maßnahmen vor Ort, so Bayr. Die
Traumatisierung nach Gewalterfahrungen wirke sich negativ auf die
Gesamtgesellschaft und den Wiederaufbau aus, so Bayr. "Es ist
notwendig, präventiv sexuelle Gewalt zu verhindern. Opfer von
sexueller Gewalt müssen psychologisch und juristisch betreut werden".
Darüber hinaus sei "Empowerment von Frauen" wichtig, um sie am
Wiederaufbau zu beteiligen.

Gleichberechtigung gewährleistet nachhaltige Entwicklung

"Die Regierungen müssen die Chance nutzen, die Gesellschaft nach
Konflikten nicht nur wieder so herzustellen, wie sie zuvor waren,
sondern wirklich neu aufzubauen. Dazu zählen gleiche Chancen und
Rechte für Frauen, um eine nachhaltige positive Entwicklung zu
gewährleisten" so Bayr. Der Bericht schlage vor, die "künstliche
Grenze" zwischen Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklungshilfe zu
überwinden. Entwicklungspolitische Maßnahmen müssten überprüft
werden, denn es gäbe eine 50-prozentige Chance, dass Konflikte wieder
ausbrechen, so Bayr. "Daher muss ein Fundament geschaffen werden, um
den Teufelskreis von Armut und Konflikten durch eine Aufwärtsspirale
von sozialem und wirtschaftlichem Wachstum zu ersetzen."

Bildung ist zentrales Element für Entwicklung

Bildung sei ein wichtiger Faktor für sexuelle und reproduktive
Gesundheit, so Bayr. "Das Wissen über Verhütung und der Zugang zu
Verhütungsmitteln ist zentral für die Gesundheit von Frauen." 215
Millionen Frauen haben keinen Zugang zu Verhütungsmittel, daher
beinhaltet der Bericht auch den Appell, beim Wiederaufbau für den
Zugang zu reproduktiven Gesundheitseinrichtungen zu sorgen. Im
Bereich der reproduktiven Gesundheit gäbe es zu wenig Fortschritte,
so Bayr. Täglich sterben 1.000 bis 1.500 Frauen bei der Geburt, davon
99 Prozent in Entwicklungsländern. (Schluss) pl/mb

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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