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Vertrauen in psychiatrische Gutachten an österreichischen Gerichten erschüttert

Gerichtsgutachten-Geschädigtenverband GGGV fordert Qualitätsverbesserungen

Salzburg (OTS) - Die Vertrauenswürdigkeit der Urteile an österreichischen Gerichten leidet unter fragwürdigen Methoden der Gerichtsgutachter. Dem Gerichtsgutachten-Geschädigtenverband GGGV mit Sitz in Salzburg liegen zahlreiche Schadensfälle vor, die schwere methodische und inhaltliche Mängel an psychiatrischen Gutachten renommiertester, österreichischer Gerichtspsychiater aufzeigen.

"In Österreich ist der Richter für die Qualitätsüberprüfung zuständig, wozu er allein medizinisch kaum in der Lage ist. In Großbritannien überprüft das General Medical Council GMC medizinische Gutachten unabhängig auf Good Medical Practice (GMP, Einhaltung der wissenschaftlichen Richtlinien) und sanktioniert Verstöße des Experten bis zum Berufsverbot", weiß Mitbegründerin und Obfrau des GGGV Inge-Maria Staudinger. In Österreich sei derzeit kaum ein faires Verfahren möglich.

Frau Staudinger ist selbst Betroffene: Im Gutachten betreffend Geisteszustand und Testierfähigkeit ihres verstorbenen Großvaters verwendete Univ. Prof. Dr. Reinhard Haller, meistbeschäftigter Gerichtsgutachter Österreichs, eine, wie er selbst feststellte, in Österreich nicht zugelassene Rückrechnungsmethode des Geisteszustandes (Interpolation nach Cording). Daher hat Staudinger den Gerichtsgutachter am 3.9.2010 beim Landesgericht Feldkirch auf Schadenersatz über Euro 1,3 Mio verklagt. Durch dieses Gutachten habe man sie finanziell ruiniert und um ihr rechtmäßiges Erbe gebracht, erklärt Staudinger diesen Schritt.

Da Fälle wie dieser keine Seltenheit sind, fordert der GGGV generell eine Qualitätsverbesserung psychiatrischer Gutachten in Österreich sowie eine unabhängige Begutachtungsstelle für Betroffene gerichtlicher Gutachten, damit an heimischen Gerichten wieder faire Verfahren gewährleistet werden können.

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