• 09.09.2010, 11:55:12
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FPÖ-Strache: Fernwärme wegen "gewerbsmäßigem Betrug" angezeigt

Mehrere Millionen Euro Schaden durch falsche Abrechnungen

Wien (OTS) - "Die Fernwärme Wien ist wegen des Verdachtes des
gewerbsmäßigen Betruges von einem Wohnhausbesitzer bei der
Staatsanwaltschaft Wien angezeigt worden", gab heute
FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache in einer Pressekonferenz bekannt.
Grund dieser Anzeige sei die nachweisliche und bestätigte
Mehrverrechnung von fast der doppelten Anschluss-Leistung, die jedem
Mieter rund 70 Euro im Jahr an ungerechtfertigten Mehrkosten
verursache, so Strache.

Um das betrügerische Fernwärmesystem zu verstehen - es gilt die
Unschuldsvermutung - müsse man wissen, dass für die Abrechnung der
verbrauchten Energie sind zwei Parameter maßgeblich seien: Die von
der Fernwärme überprüfte und festgelegte Anschluss-Leistung und der
tatsächliche Energie-Verbrauch. Diese Leistung wird in "Megawatt"
festgelegt und besagt, dass für das Haus pro Stunde die festgelegte
Leistung zur Verfügung steht. "Wie sich herausstellt, ist es nicht im
Interesse der Fernwärme Wien diese Leistung zu reduzieren und sie
liegt daher meistens deutlich zu hoch", so Strache, der besonders
darauf verwies, dass nach einer thermischen Sanierung einer
Wohnhausanlage die Verbrauchswerte dramatisch absinken würden, die
verrechnete Anschluss-Leistung jedoch - ungerechtfertigt - gleich
hoch bleibe.

Im gegenständlichen Fall - auf dem die Anzeige beruht - sei ein
ursprünglich festgesetzter Leistungswert von 1,02 MW auf 0,6 MW
reduziert worden, da nachgewiesen werden konnte, dass in den
vergangenen 14 Jahren, dieser Wert völlig ausreichend gewesen sei, um
die Wohnhausanlage mit Warmwasser und Heizung zu versorgen, zeigte
Strache auf. Mit anderen Worten: "Die Fernwärme hat fast das Doppelte
zu viel berechnet", so Strache.

Durch diesen falsch berechneten Leistungswert sei bei besagtem Haus
alleine, pro Jahr, ein Schaden in der Höhe von rund 23.000,- Euro
entstanden. Für die rund 300 Mieter des Hauses bedeute das, dass
jeder, pro Jahr, ca. 70 Euro zu viel an die Fernwärme gezahlt habe!,
so Strache, der sich zum besseren Verständnis eines Vergleiches
bediente:

Wenn jemand mit dem Auto täglich eine Strecke von 50 km fahren muss
und die Auflage darin besteht, das in einer Stunde zu tun, dann wird
ein VW Käfer ausreichend sein, denn der schafft auch mit seiner
geringen Motorisierung locker 50 km/h. Die Fernwärme Wien hingegen
empfiehlt unserem Autofahrer jedoch, für die gleiche Aufgabe, einen
Porsche, mit dem dann ebenfalls 50 km in einer Stunde zurück zu legen
sind. Allerdings hat dieser dann noch den überhöhten Kaufpreis, die
höheren Steuern, den höheren Benzinverbrauch, etc. mit zu bezahlen.

Genauso verhalte es sich im Fall besagten Hauses. Es sei anhand der
tatsächlichen Verbrauchszahlen des Hauses erkennbar, dass der
notwendige Leistungsanschluss nicht 1,02 MW sondern eben nur 0,6 MW
betrage. "Da aufgrund des Preises pro MW entscheidend ist, welche
Leistung tatsächlich festgelegt ist, bedeutet das, dass ein zu hoch
angesetzter Leistungswert zu einem überhöhten Abrechnungspreis
führt", so Strache. Dass die Fernwärme Wien den Leistungswert von
ursprünglich 1,02 MW auf tatsächlich benötigte 0,6 MW herabgesetzt
habe, sei nichts anderes, als das Eingeständnis, dass die Fernwärme
Wien über Jahre hinweg bewusst zu viel verrechnet habe, betonte
Strache.

Wenn man berücksichtige, dass die Fernwärme Wien alleine bei besagtem
Haus durch den falsch herangezogenen Leistungsbedarf jährlich rund
23.000,- Euro zu viel verrechnet habe und dass nicht nur diese,
sondern 300.000 andere Wohneinheiten in Wien mit Fernwärme versorgt
würden, ergebe sich der Verdacht, dass hier eine unrechtmäßige
Bereicherung in der Größenordnung mehrerer Millionen Euro erfolgt sei
und noch immer erfolge. Rechne man den Schaden besagten Hauses mit
den übrigen versorgten Wohnungen in Wien hoch, so komme man auf einen
Gesamt-Schaden von sagenhaften 21 Millionen Euro jährlich. "Zahlen
müssen natürlich die Mieter der Häuser, die mit Fernwärme geheizt
werden", kritisierte Strache die Machenschaften der Fernwärme Wien.

Daraus ergebe sich auch der dringende Verdacht, dass die Fernwärme
Wien in gewerbsmäßig betrügerischer Absicht vorgehe und vorgegangen
sei. Daher sei auch der Antrag gestellt worden, die strafrechtliche
Relevanz des Falles zu prüfen und ein Strafverfahren einzuleiten, so
Strache.

"Ich fordere Bürgermeister Häupl daher dringend auf, noch vor der
Heizperiode alle Anschlüsse der Fernwärme Wien unverzüglich
überprüfen zu lassen! Es ist eine Sauerei der Sonderklasse, wenn
Häupl auf der einen Seite durch seine Fernwärme deutlich überhöhte
Heizrechnungen ausstellen lässt und sich dann auf der anderen Seite
als Retter der sozial Schwachen aufspielt und großzügig
Heizkostenzuschüsse verteilt", so Strache.

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub
   Tel.: 01/ 40 110 - 7012
   mailto:[email protected]
   
   http://www.fpoe-parlamentsklub.at
   http://www.fpoe.at

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