OTS0115 / 09.09.2010 / 11:16 / Channel: Politik / Aussender: Parlamentsdirektion
Stichworte: Eisenbahnregulierung / Parlament / Schienen-Control


2009 - ein Jahr wichtiger Weichenstellungen im Schienenverkehr Tätigkeitsbericht der SCG zur Eisenbahnregulierung 2009 liegt vor =


   Wien (PK) - Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und 
Technologie hat dem Parlament den Tätigkeitsbericht der Schienen-
Control GmbH - Eisenbahnregulierung 2009 (III-177 d.B.) 
vorgelegt. Es ist dies der vierte Tätigkeitsbericht der SCG seit 
ihrem Bestehen. 
Das Jahr 2009 war für den österreichischen Schienenverkehr ein 
Jahr wichtiger Weichenstellungen. Wie Bundesministerin Doris 
Bures betont, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, damit 
Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und bestes Service den Bahnverkehr 
für die Fahrgäste sowie für die verladende Wirtschaft in Zukunft 
noch attraktiver machen. 
Der Bericht hält fest, dass der Höhepunkt der Wirtschaftskrise 
sich 2009 auch auf den Güterverkehrsmarkt ausgewirkt hat. Ende 
2009 trat die EU-Fahrgastrechteverordnung als Teil des 3. 
Eisenbahnpakets der EU in Kraft. Durch eine Novellierung des 
Bundesbahngesetzes wurden die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und 
ÖBB-Infrastruktur Bau AG zu einer neuen Körperschaft, der ÖBB-
Infrastruktur AG, verschmolzen. 
Wirtschaftskrise wirkte sich auf den Eisenbahnmarkt aus 
Das österreichische Eisenbahnnetz umfasst derzeit 6.342 km, wobei 
5.664 km auf den größten Betreiber, die ÖBB Infra, entfallen. Vor 
allem durch den Rückgang beim Transport von Massengütern für die 
Grundstoffindustrie nahm 2009 der Schienengüterverkehrsmarkt 
gegenüber 2008 um etwa 20 % ab. Besonders betroffen war der 
Marktführer Rail Cargo Austria (RCA). 2009 wurden auf den 
österreichischen Schienennetzen rund 154 Mio. Zugkilometer 
erbracht und 234 Mio. Fahrgäste befördert. Der Marktanteil der 
Privatbahnen beträgt beim Güterverkehr 17 % und beim 
Personenverkehr 13 %. Die Krise beschleunigte auch 
Marktveränderungen, die vor allem im Ausland stattfanden. Die RCA 
konnte in Ländern Mittel- und Osteuropas Fuß fassen. Auch LTE 
Logistik- und Transport GmbH und die Wiener Lokalbahnen Cargo 
GmbH (WLC) haben ihre internationalen Aktivitäten gesteigert.  
Rechtliche Neuerungen im Bahnwesen der EU 
2009 wurden als Teil des 3. Eisenbahnpakets der EU die EU-
Verordnung über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste in Kraft 
gesetzt, welche die Rechtsposition der Fahrgäste stärkt. 
Insbesondere sind nun Entschädigungen bei Verspätungen geregelt. 
Eine bedeutsame rechtliche Neuerung betrifft die Veränderung in 
der Konzernstruktur der ÖBB-Holding durch die Novelle des 
Bundesbahngesetzes 2009. Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und 
ÖBB-Infrastruktur Bau AG wurden zur ÖBB-Infrastruktur AG 
zusammengeführt.
Die EU hat bisher drei Eisenbahnpakete verabschiedet (2001, 2004, 
2007), die große Reformschritte innerhalb der angestrebten 
Bahnliberalisierung bedeuten. Die SCG beteiligte sich an 
Workshops der EU-Kommission zur Evaluierung des 1. 
Eisenbahnpakets und nahm zu den einzelnen Vorschlägen detailliert 
Stellung. Die Diskussion über die Weiterentwicklung der 
Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) wurde ebenfalls 
weitergeführt. Für Österreich bedeutsam ist die im Juni 2010 vom 
Europäischen Parlament verabschiedete EU-Verordnung über die 
europäischen Güterverkehrskorridore, welche im Zeitraum von 2012 
bis 2015 verwirklicht werden sollen. Wesentlich für die SCG ist, 
dass durch die Verordnung die Zusammenarbeit der nationalen 
Regierungsbehörden in den jeweiligen Korridoren festgeschrieben 
wurde und dass drei der vorgesehenen Korridore (Stockholm - 
Palermo, Gdynia - Triest/Koper und Prag - Athen) durch Österreich 
führen sollen.
Geringfügiger Anstieg der Beschwerden bei der Schlichtungsstelle 
2009 wurden von der Schlichtungsstelle 154 Beschwerdefälle 
verzeichnet, die überwiegend den Personenverkehr beim 
Branchenführer ÖBB betrafen. Anlass zu Beschwerden gaben am 
häufigsten Fahrgeldnachforderungen und Verspätungen. Die 
Schlichtungsstelle ist bestrebt, die einzelnen Beschwerden zum 
Anlass für grundlegende Verbesserungen für alle Fahrgäste zu 
nehmen. 
Internationale Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden 
Die internationale Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden wurde 
2009 weitergeführt, wobei ihre Institutionalisierung angestrebt 
wird. Der Konflikt mit dem Zusammenschluss europäischer 
Infrastrukturbetreiber "RailNetEurope" konnte 2009 beigelegt 
werden. (Schluss)
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