- 19.08.2010, 10:16:09
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Wiener Nächtigungszahlen steigen, Preise weiter im Keller
Umsatz pro Nächtigung unter Niveau von 2007
Wien (TP/OTS) - Den Jubelmeldungen über steigende Nächtigungen
müssen die Umsätze gegenübergestellt werden, so ÖHV-Landesvorsitzende
Michaela Reitterer. Der Halbjahresumsatz der Wiener Hotellerie liegt
um 20 % unter dem Vergleichswert des Jahres 2008.
Wien liegt voll im Trend. Das erkennt man nicht nur an der
Warteschlange vor dem Sissi-Museum bis zum Josefsplatz, das macht
sich auch in den Bilanzen bemerkbar. "Sicher bezieht sich das Plus in
der Nächtigungsbilanz auf ein Krisenjahr, aber +15,6 % muss uns erst
einmal jemand nachmachen", erklären Michaela Reitterer,
Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), und
ÖHV-Präsident Peter Peer.
Nächtigungsplus viel höher als Umsatzplus: mehr Arbeit um weniger
Geld
Auf eine so massive Diskrepanz zwischen Nächtigungs- und
Umsatzerfolgen wie im ersten Halbjahr müsse hingewiesen werden: Die
Nächtigungen im ersten Halbjahr sind von 2008 bis 2010 von 4,6 auf
4,8 Millionen gestiegen. Die Zahl der Betten ist von 49.000 auf
52.000 gestiegen. Der Umsatz ist im selben Zeitraum von 235 Mio. Euro
auf 201,5 Mio. Euro gesunken: "Wir hatten also mehr Arbeit und
weniger Einnahmen, trotz zwischenzeitlich erfolgter Investitionen",
so Reitterers Botschaft an Hotelentwickler und Investoren.
Mittlerweile erzielen 5-Sterne-Hotels den Preis von 4-Sterne-Hotels
und diese bieten sich zu 3-Sterne-Preisen an. Das Mehr an
Investitionskosten für ein 4 Sterne-Produkt rechnet sich damit nicht
mehr.
Umsätze: Auf Niveau von 2008 fehlt ein Plus von 17 %
Vorsicht mahnt Reitterer bei der Kommunikation ein: "Über die
Rekorde wird jeder berichten. Darüber, wie sie zustande kommen,
keiner", warnt Reitterer. Die hohe Auslastung wurde teuer erkauft:
"Der Umsatz pro Nächtigung liegt unter dem Niveau von 2007", so Peer.
Damit die Wiener Hotellerie die Umsätze von 2008 erreicht, wäre eine
Steigerung um 25 % nötig. Kostensteigerungen etwa bei den
Mitarbeitern sind da noch nicht berücksichtigt.
1. Halbjahr, alle Hotels und Pensionen
2007 2008 2009 2010
Betten 44.400 49.000 50.900 ca. 52.000
Nächtigungen 4,2 Mio. 4,6 Mio. 4,3 Mio. 4,8 Mio.
Umsatz* 194,8 Mio. 235 Mio. 187,7 Mio. 201,5 Mio.
Umsatz pro Nächtigung* 46 51 44 42
Durchschnittl. Zimmerausl. 64,1% 64,8% 56,2% 63,9%
* netto, ohne F&BDie Zahl der Betten soll bis 2015 noch auf über 60.000 steigen.
Wie diese gefüllt werden sollen, darüber müssen sich nicht nur die
Investoren, sondern auch die Betreiber gründlich Gedanken machen.
Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige
Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die
Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200
Mitgliedsbetriebe - 171 davon in Wien - nutzen operative
Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren
Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 150.000 Betten -
das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis
5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 30.000 Mitarbeitern
erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von ca. 900 Mio.
Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als
Österreichs Wirtschaftsmotor 2009 über direkte und indirekte
Wertschöpfung 15,4 Prozent des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.
Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter http://www.oehv.at
Rückfragehinweis:
Österreichische Hoteliervereinigung
Hofburg
A-1010 Wien
Kontakt:
Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
M/Gallery, Novotel und Mercure Österreich, Wien
Tel.: +43 (0)1 599 01-550
Michaela Reitterer
ÖHV-Landesvorsitzende
Boutiquehotel Stadthalle
Tel.: +43 (0)1 982 42 72
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