• 30.07.2010, 10:50:16
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Diakonie zu Jugendwohlfahrt: Investitionen in Kinder und Jugendliche zahlen sich aus!

Mangelnde Betreuung und Hilfe erzeugt später hohe soziale Kosten

Wien (OTS) - "Kinder und Jugendliche und ihre Familien brauchen
Unterstützung und Hilfen, die nicht nur im äußersten Krisenfall
einsetzbar sind, sondern vor allem in der Prävention greifen und
besonderen familiären Belastungen vorbeugen", weist Diakonie-Direktor
Michael Chaluka, anlässlich der steigenden Probleme in Familien, auf
die notwendigen Gegenmaßnahmen hin. 11.000 Kinder sind bei
Pflegeeltern oder in Wohngemeinschaften untergebracht, 27.000 wurden
zuhause in ihren Familien betreut. Das sind um vier Prozent mehr als
2008, so der Jugendwohlfahrtsbericht des Familienstaatssekretariats.

"Es geht hier nicht nur um Kosten", betont Diakonie Sozialexperte
Martin Schenk, "sondern um Investition in die Zukunft der Kinder und
der Gesellschaft. Mangelnde Betreuung und Hilfe erzeugt Kosten
anderswo, wenn die Jugendlichen keinen Job finden, in schlechte
Verhältnisse oder Kriminalität abdriften oder ein höheres
Krankheitsrisiko entsteht.

Für ein neues und gutes Jugendwohlfahrtsgesetz braucht es die
verbindliche Umsetzung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards.
Notwendig ist auch die Erweiterung der Betreuungsmöglichkeiten für
junge Menschen über das 18. Lebensjahr hinaus, das 4-Augen Prinzip
sowie die Umsetzung der UN-Konvention über die Kinderrechte in
Österreich, betont Schenk.

Die Diakonie weist darauf hin, dass eine Fachkraft allein nicht
entscheiden kann, ob ein Kind gefährdet ist, oder nicht. Dafür werden
zwei Personen und vier Augen benötigt. Dieses Vier-Augen-Prinzip
wurde von einem verbindlichen Qualitätsstandard zu einer
'Kann-Bestimmung' herabgestuft. Zudem brauchen viele sozial
benachteiligte Jugendliche Begleitung und Betreuung über das 18.
Lebensjahr hinaus. Auch in einer Familie endet die Sorge und
Unterstützung nicht einfach mit dem achtzehnten Geburtstag.

Für ein neues Jugendwohlfahrtsgesetz braucht es:

- Bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und Qualitätssicherung
 - Vier-Augenprinzip bei der Gefährdungsabklärung
 - Fortsetzung von Betreuungen auch über 18 Jahre hinaus
 - Einheitliche Standards bei der Informationsweitergabe und
   interdisziplinären Kooperation, Nahtstellenmanagement
 - Integrierung der UN Konvention über die Rechte des Kindes

Die Diakonie ist in der Unterstützung und Hilfe von Kindern in
Wohngemeinschaften, Elternprojekten und ambulanten
Unterstützungsmaßnahmen engagiert. So zum Beispiel mit dem
Pilotprojekt "Mum Talk" oder der Elternakademie. Bei "Mum Talk" steht
der Aufbau einer sicheren Bindungsbeziehung zwischen Mutter und Kind
als einem der wichtigsten Schutzfaktoren für die kindliche
Entwicklung im Mittelpunkt. Eltern werden dabei begleitet, die
Bedürfnisse und Signale ihrer Kinder zu erkennen und zu verstehen.

http://www.spattstrasse.at/index.php?menu=78&dsp=240&act=det&id=2113

Wie die Diakonie hilft:
http://www.ots.at/redirect/taetigkeitsbereiche_kinder_und_jugendliche

Rückfragehinweis:
Mag. Martin Schenk
Diakonie Österreich
Tel.: 01/ 409 80 01
Mobil: 0664/ 544 55 54

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