• 06.07.2010, 10:18:49
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Protest gegen Iran-Geschäfte bei Voest-Hauptversammlung

STOP THE BOMB kündigt Kundgebung und Fragen in Linz an und kritisiert Wirtschaftskammer

Wien (OTS) - Das Bündnis STOP THE BOMB, das sich für scharfe
Sanktionen gegen das iranische Regime einsetzt, wird am Mittwoch, den
7. Juli vor und in der Voest-Hauptversammlung protestieren. Ab 9 Uhr
werden Aktivisten des Bündnisses vor dem Linzer Design Center am
Europaplatz die Aktionäre über den Charakter des iranischen Regimes
und über Iran-Geschäfte des österreichischen Vorzeigeunternehmens
informieren. Simone Dinah Hartmann, die Sprecherin von STOP THE BOMB,
kündigt an, in der Hauptversammlung Fragen über Art und Umfang der
Geschäfte mit dem Iran zu stellen: "Wir wollen wissen, wie eine
österreichische Firma Geschäfte mit einem Regime vertreten kann, das
den Holocaust leugnet, an Nuklearwaffen arbeitet, Israel mit der
Vernichtung droht und brutal gegen die eigene Bevölkerung vorgeht.
Wir werden fragen, ob die Voest trotz neuer UN- und US-Sanktionen und
trotz der geplanten Verschärfung der EU-Sanktionen an ihren
Iran-Geschäften festhalten wird."

Schon in den 1980er Jahren hat die aus den Herrmann-Göring-Werken
hervorgegangene Voest durch die Lieferung von Noricum-Kanonen in den
Iran Schlagzeilen gemacht. Im Geschäftsjahr 2008/09 hat das
Unternehmen im Iran rund 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.
Böhler-Uddeholm, im Dritten Reich als Böhler AG ein Herzstück der
nationalsozialistischen Rüstungsindustrie und seit 2008 im Besitz der
Voestalpine, ist heute mit seinem Tochterunternehmen Böhler
International im Iran aktiv und versorgt über seine Vertretung Khaneh
Foulad Co. das Land mit Spezialstählen.

Auch die Wirtschaftskammer hält trotz massiver Kritik und
internationaler Sanktionsdebatte unvermindert am Ausbau der Geschäfte
mit dem Iran fest. Für den 6. und 7. Juli sind in Wien und Graz
Veranstaltungen zu "Bau- und Infrastrukturprojekten im Iran" geplant.
Am 14. Juli wird der stellvertretende WKO-Handelsdelegierte der
Außenhandelsstelle Teheran, Günther Schabhüttl, eigens für einen
"Firmensprechtag Iran" nach Eisenstadt reisen, um österreichischen
Firmen beim Ausbau ihrer Iran-Geschäfte behilflich zu sein.

STOP THE BOMB-Aktivist Barbad Farahani verweist darauf, dass jede
Firma, die Handelsbeziehungen zum Iran unterhält, sich die Frage
gefallen lassen muss, wie sie es ausschließen will, nicht die
iranischen Revolutionsgarden zu finanzieren: "Die Elitetruppe des
Regimes, die für das Nuklearwaffen- und Raketenprogramm sowie die
brutale Unterdrückung der Freiheitsbewegung verantwortlich ist,
kontrolliert heute große Teile des Außenhandels: vom Grenzverkehr
über den Containerhafen Bandar Abbas bis zum Flughafen in Teheran."

Rückfragehinweis:
Simone Dinah Hartmann
Tel. +43 650 344 88 58
Email: [email protected]
http://www.stopthebomb.net

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