- 30.06.2010, 17:21:51
- /
- OTS0339 OTW0339
Beatrix Karl: Ergebnisse des Dialogs Hochschulpartnerschaft sind klarer Arbeitsauftrag
Ergebnisbericht ist wichtige Grundlage für österreichischen Hochschulplan
Wien (OTS) - Fünf Arbeitsforen, 41 Sitzungen, mehr als 130 Stunden
intensive Diskussion, 92 Empfehlungen - das ist die Bilanz des
"Dialog Hochschulpartnerschaft", der nach sechs Monaten am Mittwoch,
30. Juni 2010, in der Aula der Wissenschaften abgeschlossen wurde.
"Die Ergebnisse dieses Dialogs sind für mich ein klarer
Arbeitsauftrag, den ich gerne annehme", unterstrich Wissenschafts-
und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl die Bedeutung des
vorliegenden Ergebnisberichts, den sie als "wichtige Grundlage für
eine Gesamtstrategie für den Hochschulraum, für einen
österreichischen Hochschulplan" betrachtet.
"Nach sechs Monaten des intensiven Austauschs ist jetzt die Zeit des
Handelns. Viele Punkte der 92 Empfehlungen können wir sofort in
unserer täglichen Arbeit im Ministerium umsetzen und auch die großen
Eckpfeiler werde ich rasch in Angriff nehmen", so Karl. Das Projekt
"Bologna reloaded", die Entwicklung eines österreichischen Modells
von "Affirmative Action" zur besseren sozialen Durchmischung, die
Studienplatzfinanzierung, ein umfassendes Paket zur
Studienwahlentscheidung neu und der Ausbau der
Fachhochschulstudienplätze sind für die Wissenschaftsministerin die
"wichtigsten Empfehlungen dieses Dialogs. Auch hier will ich sofort
an die Umsetzung gehen."
Die Verbesserung der viel kritisierten nationalen Bologna-Umsetzung
wird beispielsweise in den kommenden Monaten gemeinsam mit den
Universitäten im Rahmen des von Karl bereits im Frühjahr gestarteten
Projekts "Bologna reloaded" weiter betrieben. Auf Basis einer
internationalen Vergleichsstudie wird auch ein österreichisches
Modell zur Studienplatzfinanzierung entwickelt. Nachdem die
verfassungs- und europarechtlichen Grundlagen für Affirmative Action
bereits grundsätzlich geklärt wurden, will die
Wissenschaftsministerin "in den kommenden zwölf Monaten an
wirkungsvollen Maßnahmen zur besseren sozialen Durchmischung unserer
Hochschulen arbeiten. 40 Jahre freier Hochschulzugang in Österreich
haben nicht dazu geführt, dass junge Menschen aus den verschiedenen
sozialen Schichten auch nur eine annähernd gleiche Chance auf
tertiäre Bildung haben."
Konsens im Dialog herrschte auch darüber, dass es einer besseren
Studienwahlberatung bedarf. 60 Prozent der Studienanfänger/innen
belegen derzeit nur zehn Prozent der Fächer. Die Ausweitung des
"Studiencheckers", der Ausbau der Maturantenberatung durch die ÖH
sowie der ÖH-Vorschlag "Studieren probieren" sind die Eckpunkte des
Maßnahmenpakets für die "Studienwahlentscheidung neu". Außerdem
startet das Wissenschaftsministerium noch im Sommer eine
Informationsoffensive für die sogenannten "MINT-Fächer", also
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Klar aus den Diskussionen hervor ging auch die Forderung nach einem
Ausbau der Fachhochschulstudienplätze. "Das ist mir ein besonderes
Anliegen. Der Finanzminister hat im Zuge einer Ökologisierung des
Steuersystems 100 Millionen Euro zusätzlich für Wissenschaft und
Forschung in Aussicht gestellt. Mit diesen Mitteln sollen unter
anderem auch die Fachhochschulen vor allem in den am Arbeitsmarkt
gefragtesten Studienrichtungen ausgebaut werden", so Karl.
Der Ergebnisbericht des Dialogs Hochschulpartnerschaft wird ab Herbst
auch in einem eigens eingerichteten Unterausschuss des Parlaments
bearbeitet. Bereits über den Sommer sollen die Arbeiten für den
österreichischen Hochschulplan starten, in die die Beteiligten auch
weiterhin intensiv eingebunden bleiben sollen.
"Der Dialog Hochschulpartnerschaft hat aber noch mehr gebracht als
konkrete Ergebnisse. Er hat vor allem eine neue Kultur des
Miteinanders in den tertiären Sektor gebracht. Und die Erkenntnis,
dass man gemeinsam mehr bewegen kann als in kleinen Gruppierungen.
Ich bedanke mich daher bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für
ihr großes Engagement und lade weiterhin dazu ein, gemeinsam im
Dialog an der Zukunft des österreichischen Bildungssystems zu
arbeiten. Denn zu sagen haben nur die etwas, die auch mit
diskutieren", so die Wissenschaftsministerin abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Presse: Peter Puller Tel.: +43 1 531 20-9006 mailto: [email protected] www.bmwf.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWF






