• 22.04.2010, 12:53:24
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Erste österreichweite Kongressstatistik

Kongresse stärken die Wirtschaft und den Tourismus

Wien (TP/OTS) - Das Austrian Convention Bureau (ACB) und die
Österreich Werbung (ÖW) präsentieren heute die erste österreichweite
Kongress- und Tagungsstatistik. Erstmals sind alle nationalen und
internationalen wissenschaftlichen Kongresse sowie ein Teil des
Firmentagungsgeschäftes (Tagungen, Seminare, Workshops und
Incentives), Messen und Ausstellungen erfasst und aufbereitet.

"Österreich zählt, mit Wien an der Spitze, zu den führenden
Veranstaltungsländern der Welt. Wir überzeugen dabei mit unserer
Gastfreundschaft, der Innovationskraft der Tourismusunternehmen und
unserer professionellen und ausgezeichneten Angebotsqualität",
erklärt Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der ÖW bei der heutigen
Pressekonferenz. "Durch die neue Kongressstatistik wird die Bedeutung
dieses Wirtschaftszweiges verdeutlicht und die Kompetenz Österreichs
als eine der führenden Kongressdestinationen weltweit gestärkt.
Darüber hinaus liefert sie eine Grundlage für Marktbeobachtung und
Benchmarks mit anderen Ländern. So können Trends frühzeitig erkannt
werden."

Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meint zur neuen
Kongressstatistik: "Zum ersten Mal ist es gelungen, von den
regionalen Convention Bureaus bis hin zum Einzelanbieter
statistische Daten für die Kongress- und Tagungsindustrie zu
erfassen. Diese aussagekräftigen Zahlen belegen die Bedeutung,
schaffen eine klare Positionierung am internationalen Kongressmarkt
und stärken das Bewusstsein für diesen Wirtschaftszweig innerhalb des
Landes. Der integrierte österreichweite Kongresskalender ist wiederum
ein wichtiges Arbeitsinstrument für Veranstalter, um Kongresstermine
an einen größeren Publikumskreis zu publizieren und Terminkollisionen
zu vermeiden."

Die Kongress- und Tagungsstatistik wurde erstmals für das
Kalenderjahr 2009 erstellt. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr
1.765 Kongresse und Tagungen in Österreich statt, davon waren 52%
nationale und 48% internationale Veranstaltungen. 50% aller Kongresse
fanden in Wien statt, der Rest verteilte sich auf die Bundesländer,
wobei hier die Steiermark vor Tirol und Oberösterreich führt. Eine
genaue Analyse der Statistik zeigt, dass internationale Kongressgäste
länger als der typische Urlaubsgast verweilen und dass Kongresse vor
allem saisonschwache Monate stärken.

Betrachtet man die Teilnehmerzahl, weisen internationale Kongresse
wesentlich mehr Teilnehmer auf als nationale. Durchschnittlich nehmen
an einem Kongress 293 Personen teil. Kann man bei einem nationalen
Kongress durchschnittlich 225 Teilnehmer begrüßen, so sind es bei
einem internationalen Kongress durchschnittlich 366 Teilnehmer.

Internationale Kongressgäste bleiben länger als Urlaubsgäste

Internationale Kongresse dauern naturgemäß länger als nationale.
So liegt die durchschnittliche Dauer von internationalen Kongressen
bei 3,3 Tagen, während sie bei nationalen Kongressen nur 2,2 Tage
beträgt. Eine Hochrechnung der Teilnehmerzahl und der Kongressdauer
auf die daraus resultierenden Nächtigungen ergibt eine
durchschnittliche Zahl von 3,3 Nächten pro Kongressteilnehmer in
Österreich. Bleibt ein nationaler Teilnehmer meist nur eine Nacht
(statistisch genau 1,2 Nächte), sind es beim internationalen
Teilnehmer hingegen rund 5 Nächte (statistisch genau 4,7 Nächte).

Damit verweilt ein Kongressgast aus dem Ausland sogar länger als
der durchschnittliche Österreich-Gast, der 3,8 Tage bleibt.
Hochgerechnet für das Jahr 2009 ergibt das ein
Gesamtnächtigungsvolumen von 1.700.737 Nächtigungen, die alleine
durch Kongresse und Tagungen generiert wurden. Hier sind noch keine
Firmenveranstaltungen, Seminare, Messen und Geschäftsreisen
berücksichtigt.

Kongresse stärken die Nebensaisonen

Kongresse werden vor allem im Oktober (240), gefolgt von den
Monaten Juni (216), Mai (212), September (209) und November (203)
veranstaltet. Dieses Ergebnis beweist, dass Kongresse und Tagungen
nicht nur saisonunabhängig sind, sondern gerade die saisonschwachen
Monate, wie z.B. Oktober oder November "auffetten".

Städte als Sieger im Kongressranking

Kongresse sind eindeutig in Städten zu Hause. So wurden 74% der
österreichweiten Kongresse 2009 in Landeshauptstädten abgehalten.
Graz liegt hierbei an erster Stelle was den Anteil der
Kongressnächtigungen an den Gesamtnächtigungen in den
Landeshauptstädten betrifft. Knapp 16% aller Nächtigungen in Graz
entfallen auf Kongressgäste. In Wien sind es immerhin noch etwas mehr
als 11%. Den dritten Platz nimmt Innsbruck mit rund 4% ein.
Durchschnittlich beträgt der Anteil an den Gesamtnächtigungen in den
Landeshauptstädten mehr als 9%.

Beim Bundesländer-Ranking teilen sich die Steiermark mit Graz und
Tirol mit Innsbruck nach Wien den zweiten und dritten Platz. Wien hat
zwar in der Statistik die Nase vorne, allerdings nicht so deutlich
wie vielleicht angenommen. So entfallen 50% der Kongresse auf die
Bundeshauptstadt, die anderen 50% teilen sich die Bundesländer. Von
den 1.765 Kongressen haben 882 in Wien stattgefunden, 211 in der
Steiermark und 188 in Tirol.

Die beliebtesten Tagungslocations: Universitäten und
Bildungseinrichtungen

Universitäten und Bildungseinrichtungen sind mit einem Anteil von
23% die beliebtesten Austragungsorte von Kongressen und Tagungen. An
zweiter Stelle rangieren klassische Kongress-, Messe- und
Veranstaltungszentren. Vor allem in den Bundesländern sind sie die
Top-Favoriten bei Veranstaltungen (österreichweit 22,4%). Rund 19%
der Kongresse und Tagungen werden in Konferenzhotels abgehalten. Die
übrigen 35% finden in außergewöhnlichen Locations, Palais und Museen
statt.

Worüber wird am meisten getagt? Hier dominieren eindeutig
medizinische Themen (27%) gefolgt von Wirtschaftszweigen (18%) und
Wissenschaftszweigen.

Große Kongresse sind die Ausnahme, kleine dominieren die Statistik

Die Kongressberichterstattung beschränkt sich meist auf
Großkongresse mit mehreren tausend Teilnehmern. Tatsächlich sind
diese Kongresse aber nur die Ausnahme. Nur knapp 4% aller Kongresse
und Tagungen haben mehr als 1.000 Teilnehmer. Im täglichen Leben sind
es also die kleineren Kongresse und Tagungen, die das
Kongressgeschäft ausmachen. So verzeichneten rund 39% der Kongresse
weniger als 100 Teilnehmer.

Österreichweiter Kongresskalender

Neben der Datenbank wurde ein österreichweiter Kongresskalender
etabliert, der über die Website des ACB abrufbar ist. Der Kalender
wird ebenso auf den Internetseiten der Convention Bureaus der
Bundesländer sowie der Österreich Werbung veröffentlicht.
Informationen über die Veranstaltung, die bei der Meldung
preisgegeben werden, kommen zunächst nur in die Kongressstatistik und
werden vertraulich behandelt. Stimmt der Veranstalter einer
Veröffentlichung zu, so erscheint die Veranstaltung im Kalender und
ist für jedermann einsehbar. Besonderes Augenmerk wird auf die
vertrauliche Behandlung aller Daten gelegt. Der Kongresskalender ist
ein wichtiges Arbeitsinstrument für Veranstalter, um Kongresstermine
an einen größeren Publikumskreis zu publizieren und damit Teilnehmer
zu generieren sowie zur Vermeidung von Terminkollisionen.

Über 2.000 Firmentagungen im Jahr 2009

Die Daten zu Firmentagungen wurden noch nicht flächendeckend
recherchiert. Im Jahr 2009 wurden 2.813 Veranstaltungen von Firmen in
Österreich erfasst. Das Verhältnis von nationalen zu internationalen
Meetings ist 60:40.

Zukünftig verstärkter Fokus auf das Firmentagungsgeschäft

Die Erfassung der Daten wird laufend für das jeweilige
Kalenderjahr durchgeführt. Schlüsselpartner in der Realisierung sind
die Convention Bureaus der Bundesländer, die maßgeblich
verantwortlich waren, dass kommerzielle Betriebe, insbesondere
Hotels, auch Daten für das Firmengeschäft auf vertraulicher Basis
geliefert haben. Damit ist die ganze Bandbreite des Kongress- und
Tagungsgeschäftes österreichweit primär von klassischen
wissenschaftlichen Kongressen (Association Meetings) und Tagungen
sowie sekundär von Firmentagungen (Corporate Meetings), Messen,
Ausstellungen und Seminaren erfasst.

Österreich Werbung und Austrian Convention Bureau haben sich zum
Ziel gesetzt, zukünftig die statistische Erfassung noch weiter zu
verfeinern und insbesondere Firmentagungen, Messen, Ausstellungen und
Seminare flächendeckend zu erfassen. Vor allem Firmen müssen
verstärkt motiviert werden, ihre Daten einzugeben. In den nächsten
ein bis zwei Jahren sollen die Daten so konsistent und detailliert
aufbereitet werden, dass eine genaue wirtschaftliche Bewertung der
gesamten österreichischen Kongress- und Tagungsbranche sowie ein
fortlaufender Jahresvergleich möglich sein wird.

Christian Mutschlechner, Präsident des ACB, meint abschließend zur
neuen Kongressstatistik: "Ich danke allen, die zu dieser
Kongressstatistik beigetragen haben. Im ersten Jahr ist dies
besonders schwierig aber ein notwendiger Kraftakt, um die Bedeutung
der österreichischen Tagungsindustrie in Ziffern und Zahlen zu
gießen. Es wird über die Jahre weitere Verfeinerungen geben müssen,
aber je mehr die Anbieter und vor allem auch die Kunden den positiven
Nutzen einer österreichweiten Statistik und des Kongresskalenders
erkennen, umso einfacher wird es."

Für Petra Stolba hat die Kongressstatistik großes Potenzial,
unterstreicht sie doch die österreichweite Bedeutung dieses
Wirtschaftszweiges: "Kongresse und Tagungen sind saisonunabhängig,
finden österreichweit statt und tragen nicht nur bei den großen
Veranstaltern zur Wertschöpfung bei. Die Kongressstatistik
unterstreicht diesen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich
und fungiert als Visitenkarte für die österreichische Tagungs- und
Kongressindustrie."

Fotos zur Veranstaltung auf www.austriatourism.com/pressecenter

Rückfragehinweis:

Austrian Convention Bureau
   Lisa Rainer
   Operngasse 20b
   1040 Wien
   Mobil +43 (0) 676 933 59 09
   Fax:  +43 (0)1 581 16 11 15
   mailto:[email protected]
   
   Österreich Werbung 
   Mag. Ulrike Rauch-Keschmann
   Margaretenstr. 1
   1040 Wien
   Tel +43 (0)1 588 66-299
   Fax: +43 (0)1 588 66-266
   mailto:[email protected]

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