• 21.04.2010, 09:30:33
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Schifahrer mit Vorbildwirkung für Radfahrer

Während beim Radfahren nur jeder Dritte mit Helm unterwegs ist, schützen bereits zwei Drittel der Schifahrer ihren Kopf.

Wien (OTS) - Jährlich ziehen sich in Österreich rund 4.300
Radfahrer Kopfverletzungen zu, 1.800 davon betreffen Kinder unter 14
Jahren. "Schwere Kopfverletzungen können durch das Tragen eines
Radhelms deutlich reduziert werden. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem
Radunfall eine Gehirnerschütterung zu erleiden, ist ohne Helm um die
Hälfte größer", betont Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs
Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Sieben von zehn Pistenbenutzern mit Helm unterwegs

Während aber nur etwa jeder dritte Radfahrer seinen Kopf schützt,
zeigt eine aktuelle KfV-Erhebung, dass mehr als zwei Drittel der
Wintersportler (69%) in der zu Ende gehenden Saison mit Helm
unterwegs waren. Österreichweit wurden im Jänner und Februar rund
32.000 Schifahrer und Snowboarder beobachtet. "Im Vorjahr betrug die
Helmtragequote 58 Prozent, d.h. sechs von zehn trugen einen Schihelm,
heuer sind es sieben von zehn Pistenbenutzern, die ihren Kopf
schützen. Ein sehr erfreulicher Anstieg, der zeigt, dass die
Bedeutung des Tragens von Helmen im Wintersport zunehmend bewusst
wird", zeigt sich Dunzendorfer erfreut. Bei der Helmtragequote gibt
es zwischen Schifahrern und Snowboardern auch nur einen geringfügigen
Unterschied: Während 69 Prozent der Schifahrer einen Helm trugen,
waren es bei den Snowboardern 67 Prozent.

Schihelmpflicht fördert positiven Trend

Die Diskussion und die Einführung der Schihelmpflicht für Kinder bis
14 Jahre zeigt Wirkung: Fast jedes Kind (99%) unter sieben Jahren war
mit einem Helm geschützt (2009: 90%), bei den sieben- bis 15-jährigen
waren es 90 Prozent (2009: 78%). "Gerade für Kinder ist ein Helm beim
Schifahren aber auch beim Radfahren besonders wichtig. Durch ihre
kindlichen Körperproportionen und die schwächere Muskulatur ist die
Gefahr einer Kopfverletzung noch deutlich größer als bei Erwachsenen.
Es ist sehr erfreulich, dass bei der Schihelmtragequote ein Anstieg
beobachtet werden kann und die Schihelmpflicht für Kinder und
Jugendliche in Österreich akzeptiert und umgesetzt wird", sagt
Dunzendorfer.
Entscheidend für die Helmtragebereitschaft der Kleinen ist, dass
Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Kopf ebenfalls
schützen. Bei den 16- bis 30-jährigen trugen zwei Drittel der
beobachteten Schifahrer und Snowboarder einen Helm (2009: 55%), bei
den 31- bis 60-jährigen waren es 62 Prozent (2009: 50%). Besonders
gestiegen ist die Schihelmtragequote bei den über 60-jährigen: 2009
war nur jeder Dritte mit Helm unterwegs, 2010 jeder Zweite (54%).
"Auch guten Schifahrern und Snowboardern können Unfälle passieren.
Vielen Erwachsenen ist im Zuge der Diskussion um die Schihelmpflicht
bewusst geworden, dass schwere Verletzungen durch entsprechende
Schutzausrüstung verhindert werden können, und sie nehmen so immer
häufiger ihre Vorbildwirkung für Kinder wahr", erklärt Dunzendorfer.

Risiko schwerer Kopfverletzungen beim Schifahren ohne Helm doppelt so
hoch
Laut KfV-Freizeitunfallstatistik machen Kopfverletzungen
durchschnittlich etwa zehn Prozent aller Verletzungen beim Schifahren
und Snowboarden aus. Im Jahr 2008 betrug der Anteil der
Kopfverletzungen an allen Verletzungen hier acht Prozent, bei Kindern
bis 14 Jahre waren es
16 Prozent. "Der Helm beim Schifahren, genauso wie beim Radfahren ist
eine einfache und effiziente Möglichkeit, seinen Kopf zu schützen.
Die Unfallzahlen zeigen: Ohne Helm ist bei einem Schiunfall das
Risiko einer schweren Kopfverletzung doppelt so hoch wie mit Helm. Es
wäre zu wünschen, dass wir die Erfolge beim Anstieg der
Helmtragebereitschaft im Wintersport auch bei Radfahrern erreichen
könnten", schließt Dunzendorfer.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
mailto:[email protected]
www.kfv.at

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