- 16.03.2010, 12:52:48
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Sorge der Salzburg AG um Wälder überflüssig
Kopetz: Ausbau der Gasstrukturen beschleunigt den Klimawandel
Wien (OTS) - Kürzlich wurde von prominenten Sprechern der Salzburg
AG behauptet, die "Anhänger der erneuerbaren Energien" wollen auf Gas
verzichten und anstelle dessen so viel Holz schlägern, dass wir in
wenigen Jahren keine Wälder mehr haben. "Diese Aussage ist
schlichtweg falsch und fällt wieder einmal in die Kategorie
Greuelpropaganda der Fossillobby", zeigt sich der Vorsitzende des
Österreichischen Biomasse-Verbandes, Heinz Kopetz, überzeugt.
Die erneuerbaren Energien tragen laut Kopetz schon jetzt mehr zur
Energieversorgung in Österreich bei als die Gaswirtschaft - und das,
obwohl die heimischen Potenziale noch bei weitem nicht voll genutzt
werden. In den österreichischen Wäldern wachsen jährlich mehr als 30
Millionen Festmeter Holz zu und nur zwei Drittel dieses Zuwachses
werden jährlich geerntet. Der Beitrag der Forstwirtschaft zur
Energieversorgung könnte also noch ausgeweitet werden, ohne dass der
heimische Waldbestand auch nur um ein einziges Hektar Wald schrumpfen
würde. Im Gegenteil: Die Waldfläche Österreichs nimmt seit Jahren zu,
obwohl auch die Nutzung der Biomasse steigt. Der Holzabsatz wird
immer schwieriger, wenn wichtige Abnehmer wie etwa in Hallein
ausfallen.
Es gehe darüber hinaus auch gar nicht darum, in den nächsten
Jahren gänzlich auf Gas zu verzichten. Vielmehr sei es
wünschenswertes Ziel, den Einsatz von Gas allmählich zu reduzieren,
damit Österreich seine Klimaschutz-Ziele erreichen könne. Immerhin
verursacht der Gasverbrauch in Österreich jährlich Emissionen in der
Höhe von mehr als 15 Millionen Tonnen CO2 und diese Emissionen müssen
in den kommenden Jahrzehnten um 80 Prozent reduziert werden, wenn die
globale Erwärmung nicht gänzlich außer Kontrolle geraten soll.
"Da ist es einfach unverantwortlich, neue Gaskraftwerke zu planen
und Leitungen zu bauen, die zu einem Anstieg der Emissionen um
weitere fünf Millionen Tonnen führen würden. Es ist bedauerlich, dass
Spitzenvertreter der Energiewirtschaft die Verpflichtungen
Österreichs zur CO2-Reduktion in ihren Entscheidungen und Argumenten
immer noch ignorieren", kritisiert Heinz Kopetz.
Was Österreich im Sinne einer verantwortungsvollen Klimapolitik
brauche, ist eine schrittweise Verringerung des Gaseinsatzes in der
Wärme- und Stromversorgung. Stattdessen müsse sukzessive mehr Strom
aus Wind und Wasser und mehr Wärme und Strom aus Sonnenenergie und
Biomasse gewonnen werden. Ein vernünftiger Mix aller erneuerbaren
Energieträger in Verbindung mit verbesserter Wärmeisolierung und
Energieeffizienz würde schon binnen zehn Jahren eine Halbierung des
Gaseinsatzes erlauben und damit eine Halbierung der
Klimagasemissionen - ohne auch nur ein einziges Hektar Wald zu
gefährden.
Und es seien, so Kopetz, für eine solche nachhaltige, inländische
und umweltfreundliche Energieversorgung keine neuen Leitungen
notwendig, sie seien im Gegenteil Fehlinvestitionen, denn im Falle
von rückläufigem Gasverbrauch seien die vorhandenen Leitungen mehr
als ausreichend. "Es wäre auch nicht überraschend, wenn die
Energiestrategie, die derzeit von der Politik vorbereitet wird,
ebenfalls zu dem Schluss kommt, dass Österreich in Zukunft nicht
mehr, sondern weniger Gas benötigt. Dann wäre es sozusagen amtlich,
dass Österreich keine neuen Gasleitungen mehr braucht", schließt
Kopetz.
Rückfragehinweis:
DI Christoph Pfemeter Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13, 1010 Wien Tel.: +43 (0)1 533 0797 -32 mailto:[email protected] www.biomasseverband.at
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