Wien (OTS) - Der Biomaterialwissenschafter Peter Fratzl erhält
kommenden Montag den höchstdotierten deutschen Forschungspreis für
herausragende Leistungen im Bereich Biomaterialphysik. Fratzls
Erkenntnisse kommen insbesondere in der Entwicklung von Materialien
für den Knochenersatz und für gewebebildende Therapien zum Einsatz.
Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (2,5 Millionen Euro) wird seit
1986 jährlich von der Deutschen Forschungsgesellschaft für
Spitzenleistungen in der Forschung vergeben.
Der neue Leibniz-Preisträger ist Direktor des Potsdamer
Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung. Darüber
hinaus ist der 51-Jährige seit den 1980er-Jahren wichtigster
Kooperationspartner des Wiener Ludwig-Boltzmann-Instituts für
Osteologie. Das Boltzmann-Institut wird gemeinsam von Wiener
Gebietskrankenkasse (WGKK), Allgemeiner Unfallversicherung (AUVA) und
Boltzmann-Gesellschaft finanziert. Forschungsstätten sind das
Hanusch-Krankenhaus der WGKK (HKH) und das Unfallkrankenhaus Meidling
der AUVA (UKH).
"Das Ludwig Boltzmann-Institut für Osteologie ist außerordentlich
stolz darauf, dass die materialwissenschaftliche Forschung von
Univ.-Prof. Dr. Peter Fratzl mit dem wichtigsten deutschen
Forschungsförderungspreis ausgezeichnet wurde", freut sich Prim.
Univ.-Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Ärztlicher Direktor des
Hanusch-Krankenhauses der WGKK und Direktor des
Ludwig-Boltzmann-Instituts für Osteologie (LBIO)
Konkreter Nutzen für Patientinnen und Patienten
Mehrere wichtige Methoden zur Untersuchung von Knochengewebe haben
Forscherinnen und Forscher von Max-Planck- und
Ludwig-Boltzmann-Institut bereits gemeinsam entwickelt. Konkret
kommen diese neuen Methoden in der Entwicklung und Prüfung neuer
Therapieverfahren zum Einsatz. Das LBIO konzentriert sich auf die
materialwissenschaftliche Überprüfung neuer Therapien zur Behandlung
von Osteoporose und auf die Erforschung seltener Knochenerkrankungen.
Gerade diese speziellen Erkenntnisse liefern oft auch wichtige
Informationen zu Krankheiten, unter denen viele Menschen leiden.
Einige der am Hanusch-Krankenhaus oder dem Unfallkrankenhaus Meidling
tätigen Ärztinnen und Ärzte bringen als wissenschaftliche
MitarbeiterInnen des LBIO ihre Erfahrungen aus der täglichen Praxis
in die Forschungsarbeit ein. Umgekehrt profitieren die Patientinnen
und Patienten direkt von neuesten Erkenntnissen.
"Europäische Karriere"
Fratzl, der sich selbst als "viel in der Welt herumgekommener
Europäer" bezeichnet, studierte in Strassburg, Paris und Wien. Seine
Karriere startete er am Institut für Materialphysik der Universität
Wien. Vor seiner Bestellung zum Direktor des Potsdamer
Max-Planck-Institutes im Jahr 2003 war er Ordinarius an der
Montanuniversität Leoben und leitete das dort ansässige Institut für
Festkörperphysik der Akademie der Wissenschaften.
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis
Die feierliche Verleihung der aktuellen Preise findet am 15. März
2010 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
statt. Ausgezeichnet werden mit Fratzl weitere acht Wissenschafter
und eine Wissenschafterin. Bisher wurden insgesamt 303 Leibniz-Preise
vergeben. Sechs der ausgezeichneten ForscherInnen erhielten in
weiterer Folge Nobelpreise.
Weitere Informationen:
- Deutsche Forschungsgesellschaft
http://www.ots.at/redirect/DFG-Presse
- Ludwig-Boltzmann-Institut für Osteologie (LBIO):
http://www.osteologie.at/
Rückfragehinweis:
WGKK-Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Andrea Riedel
Tel.: 01 60122-1351
E-Mail: andrea.riedel@wgkk.at
http://www.wgkk.at
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0183 2010-03-12/13:44
121344 Mär 10
WGK0010 0419