• 10.03.2010, 18:28:20
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Schmied zum Budget: Bei Kindern wird nicht gespart Aktuelle Aussprache im Unterrichtsausschuss

Wien (PK) - Der strikte Budgetfahrplan für die nächsten Jahre,
ganztägige Schulformen, Sprachförderung sowie die Ausbildung der
LehrerInnen standen heute im Mittelpunkt der Aktuellen Aussprache im
Unterrichtsausschuss.

Bundesministerin Claudia Schmied konnte noch keine detaillierten
Angaben für das kommende Budget machen. Im Ministerrat seien die
Eckpunkte beschlossen worden, für ihr Ressort seien die Kürzungen
relativ moderat, meinte sie. Dennoch werde die Erstellung des Budgets
2011 viel Arbeit erfordern. Auf keinen Fall werde bei den Kindern
gespart, versicherte die Ministerin. Sie wolle insbesondere in der
Verwaltung ansetzen. Konkret strebt sie eine klare Stärkung der
Schulstandorte mit entsprechender Qualifizierung der SchulleiterInnen
und des mittleren Managements an. Mehr Beachtung will sie auch der
Personalentwicklung schenken. Einsparungen erhofft sich Schmied zudem
durch klare Abrechnungssysteme. Der Kritik an der
Öffentlichkeitsarbeit ihres Ressorts begegnete die Ministerin mit dem
Hinweis, ein Ministerium wie das ihre habe offensiv jedoch nicht
maßlos zu agieren. Öffentlichkeitsarbeit sei unverzichtbar.

Umfrage ergab hohen Bedarf an ganztägigen Schulformen

Die Ministerin unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit, ganztägige
Schulformen auszubauen. Die im Herbst durchgeführte Befragung von
700.000 Eltern mit hoher Rücklaufquote habe einen Bedarf an
ganztägigen Schulformen ergeben, der drei Mal so hoch ist wie der
Status quo. Dabei gebe es hinsichtlich der Erwartungen der Eltern
zwischen ländlichem und großstädtischem Raum Unterschiede. Im
ländlichen Gebiet würden eher flexiblere Angebote bevorzugt, in den
Städten hätten sich die meisten für verschränkte Formen
ausgesprochen.

Dabei komme dem Aspekt der Sprachförderung eine besondere Bedeutung
zu, betonte Schmied. Mit einem ganztägigen Angebot könnte auch dem
Problem der privaten Nachhilfe begegnet werden, zeigte sich die
Ministerin überzeugt.

Sie wolle das Angebot an ganztägigen Schulformen stufenweise
ausbauen. Um entsprechende Grundlagen dafür auszuarbeiten, etwa
Fragen des konkreten Bedarfs, der Rahmenbedingungen, der baulichen
Gegebenheiten, des finanziellen Aufwands und der
Kooperationsmöglichkeiten, habe sie eine Gruppe mit VertreterInnen
der Landesschulräte, des Städte- und Gemeindebunds und ihres
Ministeriums eingerichtet, die ihre Arbeit noch dieses Monat
aufnimmt.

Zum Schulversuch Neue Mittelschule kündigte die Ministerin einen
ersten Evaluierungsbericht Ende des Jahres 2010 an. Eine Ausweitung
des Schulversuchs, wie dies von einigen Seiten gefordert wird,
schloss die Ministerin unter anderem aus budgetären Gründen aus.

Als besonders erfolgreich hat sich laut Schmied das Projekt Lehre und
Matura entwickelt. Über 6.000 Jugendliche stünden derzeit in einer
Lehrausbildung und machten zugleich die Berufsreifeprüfung,
berichtete sie.

Sprachförderung zentrales Anliegen

Die Sprachförderung stehe weiterhin im Mittelpunkt ihrer Bemühungen,
unterstrich die Ministerin. Die derzeit erprobten Bildungspläne für
Kindergärten sollen ab September 2010 österreichweit zum Einsatz
kommen. Ziel sei es, die Kindergärten in Richtung einer
Bildungsinstitution auszubauen.

Wichtige Aspekte in der Sprachförderung stellen auch das
verpflichtende Kindergartenjahr und die Sprachstandsfeststellung dar.
In die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen werde vermehrt
investiert. Die gesetzlich verankerte Sprachförderung an den Schulen
werde positiv aufgenommen, da sie eine flexible Handhabung
ermögliche, erläuterte Bundesministerin Schmied.

Integration soll weitergeführt werden

Die Ressortchefin informierte die Abgeordneten auch darüber, dass sie
die Integration für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf über
die achte Schulstufe hinaus weiterführen werde. Derzeit würden sich
119 polytechnische Schulen an Integrationsversuchen beteiligen. Diese
Modelle würden evaluiert und im Anschluss daran eine gesetzliche
Verankerung der Integration in der neunten Schulstufe vorbereitet.
Sie wolle darüber hinaus aber auch weitere derartige Schulversuche
ermöglichen.

Die Ministerin sprach außerdem die Schulpsychologie und die
Schulsozialarbeit an. Die Posten für SchulpsychologInnen seien auf
180 erhöht worden, sagte sie, räumte jedoch ein, dass der Bedarf
weitaus größer sei. Hinsichtlich der Sozialarbeit plane sie, mit
jeweils drei bis vier Pilotprojekten in den Bundesländern in
Kooperation mit der Jugendwohlfahrt zu starten.

Neue LehrerInnenausbildung noch in dieser Gesetzgebungsperiode

Bundesministerin Schmied bekräftigte, noch in dieser
Gesetzgebungsperiode eine Neuregelung der LehrerInnenausbildung
umsetzen zu wollen. In Zukunft sollen alle LehrerInnen auf tertiärem
Niveau ausgebildet werden, unterstrich die Bildungsministerin einmal
mehr. Ein Aufnahmeverfahren solle als Orientierungshilfe und
Qualitätsmaßnahme dienen. Sie möchte eine verstärkte Durchlässigkeit
gewinnen und besondere Angebote für QuereinsteigerInnen schaffen.

Das vorliegende Expertenpapier sei nun die Grundlage, mit den
Betroffenen in eine Diskussionsphase zu treten. Im Herbst plane sie
Gespräche mit Bildungsregionen, sodass Anfang 2011 eine
entscheidungsreife Grundlage vorliegt.

Zur Frage der Dienst- und Besoldungsreform gebe es derzeit intensive
Gespräche mit der Gewerkschaft, informierte die Ministerin.

Die Fragen dazu wurden von den Abgeordneten Elmar Mayer, Rosa
Lohfeyer, Franz Riepl, Ewald Sacher (alle S), Werner Amon, Katharina
Cortolezis-Schlager, Franz-Joseph Huainigg (alle V), Walter
Rosenkranz, Martin Graf (beide F), Harald Walser, Helene Jarmer
(beide G) sowie Stefan Markowitz und Ursula Haubner (beide B)
gestellt. (Schluss)

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