OTS0312 / 09.03.2010 / 20:12 / Channel: Politik / Aussender: Kathpress
Stichworte: KATHPRESS / Kirchen / Mehrerau / Missbrauch / Van der Linde


Mehrerau: Abt um Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle bemüht


utl: Stellungnahme von Abt Anselm van der Linde: "Habe damit rechnen 
müssen, dass meine Offensive zum Thema Missbrauch weitere Fälle ans 
Licht bringt" =
   Feldkirch, 09.03.10 (KAP) Der Mehrerauer Abt Anselm van der Linde 
hat am Dienstag in einer Stellungnahme betont, dass er um die volle 
Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle in seinem Kloster bemüht sei. 
Demnach hat es im Internat des Privatgymnasiums des Bregenzer 
Zisterzienser-Klosters mehr als nur einen Missbrauchsfall gegeben. 
Wie ORF Radio Vorarlberg am Dienstagnachmittag unter Berufung auf 
Heinz Rusch, den Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, 
berichtete, gab es im Jahr 2004 eine Anzeige gegen einen Pater, der 
sich an zehn Jugendlichen vergangen haben soll. Das Verfahren wurde 
aber wegen Verjährung eingestellt. 
Abt van der Linde betonte in seiner schriftlichen Stellungnahme 
gegenüber ORF Vorarlberg, dass er davon bisher keine Kenntnis hatte. 
Wörtlich hielt der Abt fest: "Mit großem Bedauern musste ich heute 
erfahren, dass jener Pater, der in den 80er-Jahren wegen Missbrauchs 
suspendiert und von der Schule entfernt wurde, für weitere 
Missbrauchsfälle verantwortlich war. Mir war die Tragweite dieses 
Falles vor über 30 Jahren nicht bekannt, ich möchte mich jedoch bei 
allen Opfern im Namen des Klosters Mehrerau entschuldigen und um 
Vergebung bitten." 
Er sei tief betroffen über diese Entwicklung, habe aber damit 
rechnen müssen, dass seine Offensive zum Thema Missbrauch weitere 
Fälle ans Licht bringt. 
Auch wenn die Fälle viele Jahrzehnte zurückliegen würden und deshalb 
nach weltlichem Recht verjährt sind, hätten die Opfer ein Recht auf 
eine Entschuldigung, betonte der Abt: "Ich stehe jederzeit für 
Gespräche mit Opfern zur Verfügung. Gegen das Unrecht des 
Missbrauchs in der Vergangenheit kann ich nichts mehr unternehmen, 
es steht nur in meiner Macht, ein offenes Gespräch in einem 
geschützten Raum anzubieten und ein neues Klima des Vertrauens zu 
schaffen." 
Die Kirche müsse sich dem Thema Sexualität stellen und alles 
unternehmen, um junge Menschen zu schützen. "Dazu gehört ein offener 
Dialog und eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen anderen 
Institutionen, um das Problem in seiner vielschichtigen 
gesellschaftlichen Dimension zu bekämpfen", so der Abt wörtlich. 
 (forts. mgl.) gpu/
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OTS0312    2010-03-09/20:12
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