- 09.03.2010, 13:30:05
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Vatikan "besorgt und entsetzt" über Gewalt in Nigeria
Vatikanstadt-Abuja, 09.03.10 (KAP) Die Zahl der Todesopfer im
zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau State soll mehr als 400
betragen. Vatikansprecher P. Federico Lombardi brachte am Dienstag
"Besorgnis und Entsetzen" des Heiligen Stuhls über die Übergriffe
gegen Christen zum Ausdruck.
Am Montag seien 387 Leichname in der Nähe des Dorfes Dogo-Na-Hawa,
dem Zentrum der blutigen Überfälle am Sonntag, beerdigt worden,
berichtete der römische Pressedienst "Misna" am Dienstag unter
Berufung auf nigerianische Zeitungen. Weitere 36 Personen seien in
anderen Dörfern unweit der Landeshauptstadt Jos getötet worden.
Nach übereinstimmenden Berichten hatten Milizen des muslimischen
Nomadenvolkes der Fulani am Sonntagmorgen drei überwiegend von
Christen bewohnte Dörfer nahe von Jos mit Schusswaffen und Macheten
überfallen. Die Regierung entsandte daraufhin Streitkräfte in die
Region, um die Lage zu beruhigen. Jos war bereits im Jänner
Schauplatz blutiger Unruhen. Damals kamen über 300 Menschen ums
Leben.
Der Erzbischof in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, John
Olorunfemi Onaiyekan, hob unterdessen in einem Interview mit Radio
Vatikan hervor, dass nicht religiöse, sondern wirtschaftliche und
soziale Motive Anlass für die gewaltsamen Auseinandersetzungen
gewesen seien. Es handle sich um einen Konflikt zwischen
muslimischen Nomaden und christlichen Bauern, sagte Onaiyekan.
In dem bevölkerungsreichsten afrikanischen Staat mit 150 Millionen
Einwohnern gehören 50 Prozent - mehrheitlich im Norden - dem Islam
an, 40 Prozent christlichen Konfessionen. Zehn Prozent sind Anhänger
von Naturreligionen.
(ende) fam/
nnnn
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