- 24.02.2010, 11:00:26
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Konjunkturlokomotive ÖBB
Wien (OTS) -
+ Neue Studie: ÖBB-Bauprojekte schaffen Jobs, sichern den
Wirtschaftsstandort und bringen mehr Qualität für Bahnkunden.
+ Infrastruktur-Investitionen sichern 40.000 Arbeitsplätze pro Jahr
+ 1 Euro für Bahn-Infrastruktur = 2 Euro Wertschöpfung
Die Bauprojekte der ÖBB bringen nicht nur mehr Komfort und ein
besseres Angebot für Bahnkunden, sie sind auch für Österreichs
Wirtschaft enorm wichtig. Das belegen neue Untersuchungen des
Instituts für Höhere Studien (IHS), des
Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) und von Joanneum Research.
Die Studienautoren präsentierten heute gemeinsam mit
Infrastrukturministerin Doris Bures und Vorständen der ÖBB die
zentralen Ergebnisse: eine Milliarde an Investitionen sichert 17.000
Arbeitsplätze. Die Infrastruktur-Investitionen der ÖBB schaffen
durchschnittlich das Doppelte an Wertschöpfung und Großbauprojekte
wie der Hauptbahnhof Wien haben sogar einen Multiplikatoreffekt* von
bis zu 8. Das heißt, ein investierter Euro bringt der Wirtschaft bis
zu 8 Euro an zusätzlichen Einnahmen. Fakten, die in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten eine eindeutige Sprache sprechen. Auch hohe
steuerliche Rückflüsse sprechen klar für die Investitionen in
umweltfreundlichen, nachhaltigen Verkehr. "Investitionen in die
Bahninfrastruktur zahlen sich mehrfach aus: für die ÖBB-Kunden, für
den Wirtschaftsstandort Österreich, für den Arbeitsmarkt und für die
Umwelt", so Infrastrukturministerin Bures. "Wir forcieren den Ausbau
der Bahninfrastruktur in Österreich, weil wir ein starkes Bahnnetz
brauchen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Basis für die
effiziente und umweltfreundliche Mobilität von morgen."
"Vor allem aber wissen wir jetzt, dass die für die Qualität, und so
für unsere Kunden wichtigen Investitionen nicht nur in der Bauzeit
Beschäftigung schaffen. Dann, wenn die Züge auf den Schienen rollen,
sichern diese Investitionen immer noch Arbeit, oft mehr als in der
Bauzeit, " unterstreicht Peter Klugar, Vorstandssprecher der
ÖBB-Holding AG den doppelten Beschäftigungsnutzen von
Infrastrukturinvestitionen.
Jährlich investiert die ÖBB-Infrastruktur AG rund 2,3 Mrd. Euro in
die Modernisierung und den Ausbau von Bahnhöfen und Streckennetz.
"Die Bahn-Infrastruktur ist der Blutkreislauf des Landes. Sie hält
Menschen und Güter in Bewegung und hält so die Wirtschaft am Leben",
erläutert Andreas Matthä, Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur AG.
"Damit der Standort Österreich langfristig gesichert bleibt, bauen
wir schon jetzt das Bahnnetz der Zukunft - und schaffen damit
gleichzeitig die Jobs von heute!"
Infrastruktur-Offensive für ÖBB-Kunden
"Im Fokus dieser Infrastrukturoffensive stehen aber ganz klar die
ÖBB-Kunden", so Klugar. "Sie profitieren durch mehr Qualität, mehr
Pünktlichkeit und mehr Komfort bei Bahnreisen. Und für sie wollen wir
die Bahn noch attraktiver und leistungsfähiger machen. Dass jeder
investierte Euro in die Bahn-Infrastruktur mindestens 2 Euro
Wertschöpfung erzielt, ist aus meiner Sicht ein überaus erfreulicher
Zusatznutzen."
Derzeit entsteht ein Netz an europäischen Hochleistungsstrecken, das
direkte und schnellere Verbindungen quer durch ganz Europa
ermöglichen wird. Durch große Ausbauprojekte wie die Westbahn,
Unterinntalstrecke, Koralmbahn und Semmering Basistunnel Neu wird
Österreich perfekt in diese internationalen Bahnachsen eingebunden.
Neben dem Ausbau der großen Verkehrsachsen investiert die
ÖBB-Infrastruktur AG aber auch laufend in die Erhaltung und
Verbesserung der bereits bestehenden Bahn-Infrastruktur. Um Bahnhöfe
zu modernisieren und das Streckennetz in Stand zu halten, werden
jährlich Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 900 Mio.
Euro umgesetzt. "Im Interesse unserer Kunden investieren wir laufend
in moderne, barrierefrei zugängliche Bahnhöfe. Zusätzlich wollen wir
durch die Beseitigung von Langsamfahrstellen auch die Pünktlichkeit
verbessern. Das alles wirkt sich vor allem auf die Qualität im
Nahverkehr und auf Pendlerstrecken positiv aus", so Matthä.
Wirtschaftsmotor ÖBB - Arbeitsplatzsicherung und Standortbelebung
Ein bisher jedoch wenig beachteter Aspekt aller dieser
Infrastruktur-Investitionen ist ihr volkswirtschaftlicher Nutzen. Die
über 2.000 Bauprojekte der ÖBB sichern und schaffen tausende
Arbeitsplätze. Großbauprojekte wie die Koralmbahn oder der
viergleisige Ausbau der Westbahn setzen vor allem wirtschaftliche
Impulse für große Bauunternehmen. Die zahlreichen mittleren und
kleinen Projekte im Bestandsnetz und auf Bahnhöfen bringen Aufträge
für regionale Handwerks- und Gewerbebetriebe. "Die Investitionen in
die Bahn-Infrastruktur wirken sich schnell und direkt belebend auf
die Konjunktur und den Arbeitsmarkt aus", so der stellvertretende
Leiter des WIFO, Franz Sinabell. "Die Stetigkeit dieser Investitionen
ist ein wichtiger Faktor zur Überbrückung der aktuellen
Wirtschaftskrise."
1 Milliarde Euro = 17.000 Jobs
Die Highlights der Studien im Detail: Pro investierter Milliarde Euro
werden in der Planungs- und Bauphase insgesamt 17.000 Arbeitsplätze
geschaffen und gesichert. Rund 2,3 Mrd. Euro investieren die ÖBB
jährlich in die Infrastruktur - das bedeutet rund 40.000
Arbeitsplätze pro Jahr. Neben den Unternehmen in Bauindustrie und
Ziviltechnik profitieren vor allem das Baunebengewerbe und die
Erzeugung elektronischer und elektrischer Ausrüstungen direkt von den
Investitionen in die Bahn-Infrastruktur. Indirekt nützen diese
Investitionen aber noch viel mehr Betrieben, wie eine
volkswirtschaftliche Analyse zeigt. Vor allem der Konsumgüter-Handel,
weitere Dienstleistungsbereiche und Sachgütererzeuger wie etwa die
Baustoffindustrie gewinnen in Folge von Infrastruktur-Projekten
zusätzliche Kunden und Einnahmen.
Bahn-Infrastruktur wirkt aber weit über die Bauphase hinaus
nachhaltig positiv als umweltfreundlicher und effizienter
Verkehrsträger. Im Zeitraum von 30 Jahre ab Inbetriebnahme einer
Bahnstrecke haben die großen Infrastruktur-Projekte der ÖBB laut der
aktuellen IHS Untersuchung das Potenzial 48.500 Arbeitsplätze
dauerhaft zu sichern und zu schaffen. Diese werden in Schritten je
nach Fertigstellung der Projekte gesichert und geschaffen.
Verkehrsinfrastruktur bringt Wohlstand und Wachstumschancen
Auch abseits vom Arbeitsmarkt zeigen die ÖBB-Investitionen
eindrucksvolle positive Effekte: leistungsfähige Bahnstrecken bieten
mehr Mobilität für Menschen und Unternehmen in den Regionen. So
können überregionale Märkte erschlossen werden, was wiederum
Wohlstand und Wachstum in der Region sichert. Vorhandene
Infrastruktur vergünstigt Transportkosten, wodurch neue
Betriebsansiedelungen angezogen werden. Dementsprechend stellt die
aktuelle Studie des IHS auch einen klaren Zusammenhang zwischen
verringerten Bahn-Fahrzeiten und Transportkosten einerseits und
gesteigertem Wirtschaftswachstum andererseits her.
Darüber hinaus wachsen mit dem Ausbau der ÖBB-Infrastruktur auch die
Exportchancen heimischer Betriebe. Denn die intermodale Verknüpfung
von Straße, Schiene und Wasserwegen über ÖBB-Güterterminals bietet
effizienten und kostengünstigen Zugang zum gesamten europäischen
Markt.
1 Euro für die Infrastruktur = 2 Euro Wertschöpfung
Mit ihren Infrastruktur-Investitionen lösen die ÖBB umfangreiche
Investitionen bei Unternehmen und in der Folge auch Konsumausgaben
bei deren Mitarbeitern aus. Zudem entstehen durch den Betrieb der
neuen Infrastruktur beachtliche
Wertschöpfungspotenziale. Ein investierter Euro erzielt dadurch eine
volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 2 Euro. "Betrachtet man das
gesamte Investitionsprogramm der ÖBB werden gemäß Rahmenplan 2009 -
2014 rund 34* Mrd. Euro investiert. Durch den Bau und Betrieb dieser
Investitionen entsteht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um
72* Mrd. Euro", erläutert IHS-Studienautor Richard Sellner.
Hohe steuerliche Rückflüsse
Neben den positiven Effekten auf das BIP und dem Multiplikator-Effekt
in der Wirtschaft bewirken die ÖBB-Investitionen auch hohe
Rückflüsse* an Steuern und Sozialabgaben. Bereits während der
Bauphase fließen 50 bis 55 Prozent der Investitionssumme als
Einnahmen (Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge) in den
Staatshaushalt zurück. Die steuerlichen Rückflüsse in der Bau- und
Betriebsphase von ÖBB-Anlagen liegen bei ca. 80 Prozent. Das heißt,
dass mehr als drei Viertel der Investitionen über das Steuersystem
wieder an die öffentliche Hand zurück fließen. Betrachtet man die
Neu- und Ausbauprojekte der ÖBB, betragen die steuerlichen Rückflüsse
ca. 100 %. Bei einzelnen Projekten, etwa dem Hauptbahnhof Wien oder
dem Semmering Basistunnel Neu liegen die steuerlichen Rückflüsse
sogar über 100 Prozent der Investitionssumme, weil durch diese
Projekte nachhaltige Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft in der
Region entstehen - zum Beispiel durch bessere Markterschließung oder
verstärkte Kapazitäten im internationalen Gütertransport.
"Infrastruktur ist zentraler Wettbewerbsfaktor"
IV-Vize-Generalsekretär Mag. Peter Koren betonte: "Infrastruktur ist
bekanntermaßen ein zentraler Wettbewerbsfaktor für eine
Volkswirtschaft und bildet das notwendige Fundament, auf dem
erfolgreiches Unternehmertum und gesellschaftliches Leben erst
möglich wird. Klar ist: nur durch leistungsstarke Infrastruktur kommt
es zu Verbesserungen der Erreichbarkeit der Unternehmensstandorte, zu
Kostensenkungen und dadurch zu einer Verbesserung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit." Für die Industrie sei eine gut ausgebaute
Infrastruktur einerseits das "Backbone" des Wirtschaftsstandortes und
andererseits Vorbedingung für private Investitionen und
unternehmerisches Handeln. "Im Zuge der Globalisierung gilt für den
Infrastrukturbereich mehr denn je, dass Stillstand beim Ausbau
Rückschritt bedeutet, der sich negativ auf die Wachstums- und
Wettbewerbschancen Österreichs auswirkt", betonte der
IV-Vize-Generalsekretär. Das gelte auch in Zeiten, in denen an die
Budgetkonsolidierung gegangen werden müsse. Die Sanierung des
Bundesbudgets durch Strukturreformen schafft die Vorraussetzung für
Zukunftsinvestitionen: "Wir brauchen Spielraum für die entscheidenden
Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation sowie
Infrastruktur - und damit insbesondere auch in die Schiene -, wenn
das Industrieland Österreich weiterhin im globalen Wettbewerb
bestehen können soll", so Koren.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die
umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Mit rund
42.000 MitarbeiterInnen
und Gesamterträgen von 5,8 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein
wirtschaftlicher Impulsgeber
des Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und
98,5 Mio. Tonnen
Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist
die ÖBB-Holding AG.
*Die genannten volkswirtschaftlichen Effekte (BIP, Steuerrückflüsse)
sind Ergebnis einer Barwert-Berechnung mit der Preisbasis des Jahres
2008
Rückfragehinweis:
Mag. Katharina Lehmann-Kaschel ÖBB-Konzernkommunikation Pressesprecherin Barrierefreiheit/Sonderprojekte Tel.: +43 1 93000 44088 Mobil: +43 664-2865055 E-mail: [email protected], www.oebb.at/konjunkturlok
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