• 15.02.2010, 11:07:11
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NÖ Ärzte fordern Aufklärung über gesunde Kindesernährung bereits im Mutter-Kind-Pass

Erschreckende Daten aus der Stellungsuntersuchung zeigen jahrelange Versäumnisse

Wien (OTS) - "Kinder werden in der Regel nicht von heute auf
morgen übergewichtig. Meist zeigen sich die Ansätze bereits in den
ganz frühen Kindesjahren. Je länger nichts unternommen wird, desto
schwieriger und aufwändiger wird eine Therapie. Daher fordern wir
eine Aufklärung über gesunde Ernährung für Kinder bereits im Zuge der
Mutter-Kind-Pass Untersuchungen", so der Kinderarzt und
Vorsorgereferent der NÖ Ärztekammer, Dr. Dietmar Baumgartner.

Seit Jahren fehlen strukturierte Programme zur Behandlung von
Adipositas bei Kindern. Und das, obwohl Adipositas eine von der WHO
anerkannte Krankheit ist. Nicht verwunderlich also, dass neben dem
kürzlich veröffentlichten OECD-Bericht über den Gesundheitszustand
von Österreichs Kindern und Jugendlichen auch die Ärzte der
Stellungsuntersuchungen Alarm schlagen.

"Es zeigt sich in letzter Zeit nicht nur eine stete Zunahme von
übergewichtigen, sondern vor allem auch krankhaft adipösen Kindern
und Jugendlichen. Diese erschreckende Tatsache und das Auftreten von
Diabetes mellitus Typ II bereits im Kleinkindesalter als typische
Zivilisationserkrankung müsste bei allen Verantwortlichen des
Gesundheitssystems die Alarmglocken schrillen lassen", unterstützt
der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, die
Forderung des Vorsorge- und Schulärztereferates.

Während zumindest Kleinkinder noch über einen natürlichen
Bewegungstrieb verfügen, wird die Ernährung von Beginn an von den
Eltern gesteuert. Daher muss in diesem Bereich so früh angesetzt
werden. Damit langfristige Veränderungen auch Erfolg haben, müssen
sie von allen Beteiligten mitgetragen werden. Aus diesem Grund ruft
Präsident Dr. Reisner zur Zusammenarbeit auf: "Wir laden alle
Beteiligten ein, gemeinsam Lösungsansätze für dieses prekäre Problem
zu erarbeiten. Denn nur eine gemeinsame intensive Anstrengung von
Ärzteschaft, KindergärtnerInnen, Schulpädagogen etc. kann helfen,
eine Trendumkehr zu bewirken. Als erste Maßnahme ist jedenfalls so
rasch wie möglich die Aufnahme der Ernährungsberatung in den
Mutter-Kind-Pass umzusetzen."

Erst jahrelange massive Versäumnisse in der Gesundheitsvorsorge
haben zu dieser Misere geführt. Die Ärzteschaft ist jederzeit bereit,
sich konstruktiv in den Verbesserungsprozess einzubringen. (bj)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Mag. Birgit Jung
Tel.: 01/53 751-623
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29

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