• 09.02.2010, 11:19:34
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Scheele: 170.000 NiederösterreicherInnen armutsgefährdet

67.000 Menschen in Niederösterreich müssen als "working poor" bezeichnet werden

St. Pölten (OTS/SPI) - Die soziale Kluft vergrößert sich - auch in
Niederösterreich. Die Zahl der Armutsgefährdeten bleibt hoch,
gleichzeitig gibt es immer mehr Reiche. Das ist das wichtigste
Ergebnis einer Studie, die NÖ Soziallandesrätin Mag.a Karin Scheele
mit Barbara Hauenschild und Susanne Halmer von der Österreichischen
Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung am Dienstag
in St. Pölten vorstellte. "170.000 Menschen in Niederösterreich sind
armutsgefährdet. Etwa 96.000 davon leben in manifester Armut.
Besonders betroffen sind AlleinerzieherInnen, kinderreiche Familien,
Pensionistinnen, Personen mit geringer formaler Bildung und
MigrantInnen. Besonders dramatisch ist, dass Erwerbsarbeit immer
weniger vor Armut schützt", fasst Landerätin Scheele zusammen. Die
Armutsgefährdung erwerbstätiger Haushalte hat deutlich zugenommen.
Vor allem neue Erwerbsformen, die zu unregelmäßiger, nicht
ganzjähriger und nicht ganztägiger Beschäftigung führen, haben die
Armutsgefährdung stark erhöht. 2008 waren in Niederösterreich nur
mehr 60% aller Beschäftigungsverhältnisse "Normalarbeitsplätze", also
ganzjährige Vollzeitbeschäftigungen. Zuletzt (2008) lebten in
Niederösterreich etwa 67.000 "working poor", also Menschen, die trotz
Erwerbsarbeit armutsgefährdet oder arm sind.

Auch Arbeitslosigkeit bedeutet immer häufiger Armut. Sowohl das
durchschnittliche Arbeitslosengeld wie auch die durchschnittliche
Notstandshilfe liegen unter der Armutsgrenze. Etwa 8.000 Haushalte
waren 2008 aufgrund von Arbeitslosigkeit armutsgefährdet. Ebenso sind
PensionistInnen bei weitem nicht vor Armut geschützt. 41.900
PensionistInnen sind auf Ausgleichzulage angewiesen, deren Höhe
jedoch unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt.
"Ohne Leistungen der öffentlichen Hand wären noch viel mehr Menschen
arm oder armutsgefährdet. Für 491.000 Niederösterreicherinnen und
Niederösterreicher, das sind 32 % der Bevölkerung, sind
Sozialleistungen und Pensionen die Haupteinkommensquelle. Ohne
Sozial- und Sozialversicherungsleistungen wären 333.000 Menschen, 21%
der Bevölkerung, armutsgefährdet", erläutert Scheele.

Gleichzeitig nimmt aber auch der Reichtum in Niederösterreich zu. Die
Zahl der Menschen mit hohem Einkommen (über 200% des
Medianeinkommens) hat in den letzten 6 Jahren um 31% auf 103.800
Personen zugenommen.

"Statistiken verführen vielleicht dazu, nur die Zahlen zu sehen. Aber
gerade im europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung ist
es wichtig, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass hinter jeder
dieser Zahlen das Schicksal eines Menschen steht", so Landesrätin
Scheele abschließend.

(Schluss)

Rückfragehinweis:

Rückfragehinweis:

Öst.Gesell.f.Politikberatung und Politikentwicklung
   Barbara Hauenschild
   Tel.: 0664/3902832  
   mailto:[email protected]
   http://www.politikberatung.or.at
   
   
   Rita Klement
   Pressereferentin
   Tel.: 0676/7007309
   mailto: [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/193

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