- 03.02.2010, 10:48:35
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Hofer: Tötung behinderter Kinder muss beendet werden
Wien (OTS) - "In Österreich können behinderte Kinder bis knapp vor
der Geburt durch Herzstich getötet werden. Man nennt das "Eugenische
Indikation". Wie können wenige Minuten zwischen Abtreibung und Mord
trennen? Hier muss der Gesetzgeber endlich eine klare Haltung
einnehmen. Es kann nicht zwei Arten von Ungeborenen geben. Nämlich
solche, die es wert gewesen wären, geboren zu werden und solche, die
es nicht wert sind", sagte heute der freiheitliche
Behindertensprecher NAbg. Ing. Norbert Hofer.
Er, Hofer, habe daher im Parlament einen Antrag gegen die Eugenische
Indikation eingebracht und hoffe auf Unterstützung aller Mandatare,
die behinderte Menschen nicht als Menschen dritter Klasse betrachten
würden. Eine Mehrheit könne möglich werden, wenn der Klubzwang
aufgehoben werde, so Hofer, der zudem eine namentliche Abstimmung
verlangen wird.
In Wien würden dutzende Kinder pro Jahr außerhalb der Fristenlösung
getötet, weil sie nach der Geburt möglicherweise behindert sein
könnten. Bis unmittelbar vor der Geburt gelte das in Österreich als
legale Abtreibung, Minuten später als Mord. Dass eine Abtreibung über
die Fristenlösung hinaus und bis zum Geburtstermin für behinderte
Kinder in Österreich vorgesehen sei, sei eine Schande, unmenschlich
und bestialisch, so Hofer.
Zudem sei es ein Faktum, dass auch aufgrund der Möglichkeiten im
Rahmen von Chromosomen- und DNA-Diagnostik jedwede Regelung außerhalb
der Fristenlösung nicht zu rechtfertigen sei. Zudem würden die
Fortschritte der Medizin des 21. Jahrhunderts in den Bereichen der
pränatalen Diagnostik und der Proteomik Hoffnung für behinderte
Kinder aufkommen lassen, sagte Hofer.
"Behinderte Menschen haben nicht mehr und nicht weniger ein Recht auf
Leben als Kinder ohne medizinische Normabweichungen. Eine Abtreibung
bis unmittelbar vor der Geburt ist schlichtweg bestialisch und eine
Schande für unsere Gesellschaft", so Hofer. "Wir diskutieren hier
nicht darüber, ob behinderte Menschen wegen Barrieren bei Bauten oder
falscher Gestaltung von Internetseiten diskriminiert werden, oder ob
ein Behinderten-WC zu klein ist, wir diskutieren hier über Leben oder
Tod", so Hofer, der die Argumentation der SPÖ, wonach schon die
Diskussion über die Eugenische Indikation nicht erlaubt sei, weil sie
Schuldgefühle bei Frauen erzeugen könne, als unmenschlich ablehnt.
Rückfragehinweis:
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