- 26.01.2010, 09:58:37
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Fristenlösung - behinderte Kinder auch noch heute in Österreich "unwertes Leben"
FPÖ-Behindertensprecher kritisiert Eugenische Indikation - Antrag im Parlament
Wien (OTS) - Vor 35 Jahren wurde in Österreich die sogenannte
Fristenlösung eingeführt. FPÖ-Behindertensprecher NAbg. Ing. Norbert
Hofer kritisiert in diesem Zusammenhang, dass behinderte Kinder in
Österreich bis zur Geburt getötet werden können. Man nennt dies
vornehm "Eugenische Indikation."
Hofer: "In der Praxis können behinderte Kinder bis knapp vor der
Geburt durch Herzstich getötet werden. Dass eine Abtreibung über die
Fristenlösung hinaus und bis zum Geburtstermin für behinderte Kinder
in Österreich vorgesehen ist, das ist eine Schande, es ist
unmenschlich und es ist bestialisch. Ich kenne viele Menschen, die
von Geburt an behindert sind und die heute nicht nur ein erfülltes
Leben führen sondern auch für ihre Familien und ihren Freundeskreis
unerlässliche Stützen des Alltags sind. Diese Menschen sind nach
österreichischer Gesetzgebung letztendlich unerwünscht, wertlos, man
hätte sie bis kurz vor der Geburt töten können."
Hofer wird im Parlament einen Antrag gegen die Eugenische Indikation
einbringen und hofft auf Unterstützung aller Mandatare, die
behinderte Menschen nicht als Menschen dritter Klasse betrachten.
Hofer: "Ich gehe davon aus, dass es bei dieser Frage keinen Klubzwang
geben wird und eine Mehrheit im Hohen Haus möglich ist. Ich werde
jedenfalls eine namentliche Abstimmung verlangen."
In Wien werden dutzende Kinder pro Jahr außerhalb der Fristenlösung
getötet, weil sie behindert sind. Bis zu einem Tag vor der Geburt
gilt das in Österreich als legale Abtreibung, einige Stunden später
als Mord. Hofer: "Nicht nur mir fehlen dazu die richtigen Worte."
Offizielle Zahlen gibt es darüber aber nicht. In Österreich erhebt
man Vieles sehr genau, Zahlen über Abtreibungen sind aber nach wie
vor unerwünscht. Dr. Husslein bestätigt gegenüber der APA vor Jahren,
dass an der Uniklinik für Frauenheilkunde in Wien auch Spätabbrüche
durch Gabe von Prostaglandinen durchgeführt wurden, wobei zahlreiche
dieser Kinder noch lebend zur Welt gekommen und dann qualvoll
gestorben seien.
Hofer: "Wir diskutieren in Österreich darüber, ob behinderte Menschen
wegen unerwünschter Barrieren bei Bauten oder falscher Gestaltung von
Internetseiten diskriminiert werden. Gleichzeitig werden behinderte
Menschen vor der Geburt einfach getötet. Das verstößt gegen die
Chancengleichheit, wie sie im Bundes-Verfassungsgesetz sowie im
Gleichstellungspaket formuliert ist. Und zwar wesentlich deutlicher,
als eine Stufe vor einem Geschäftslokal oder ein zu kleines
Behinderten-WC."
Der Argumentation der SPÖ, wonach schon die Diskussion über
Eugenische Indikation nicht erlaubt sei, weil sie Schuldgefühle bei
Frauen erzeuge, kann Hofer aufgrund der Dramatik des Bruchs von
Menschenrechten nichts abgewinnen. Hofer: "Ich gehe davon aus, dass
hier Schuldgefühle bei Eltern erzeugt werden können. Trotzdem können
wir nicht länger tabuisieren. Wie können wenige Stunden zwischen
Abtreibung und Mord trennen? Hier muss der Gesetzgeber endlich eine
klare Haltung einnehmen. Es kann nicht zwei Arten von Ungeborenen
geben. Nämlich solche, die es wert gewesen wären, geboren zu werden
und solche, die es nicht wert sind."
Rückfragehinweis:
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