"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Faymann auf dem Prüfstand" (Von Michael Sprenger)

Ausgabe vom 2.1.2010

Wien (OTS) - 2009 war nicht das Jahr des Bundeskanzlers Werner Faymann. 2010 könnte es für den Vorsitzenden der SPÖ noch schlimmer werden.

Schicksalsjahr für Faymann? Nein, das wäre dann doch ein wenig übertrieben. Werner Faymann wird wohl am Ende des Jahres 2010 weiterhin Kanzler und SPÖ-Vorsitzender sein. Doch er könnte massiv geschwächt sein. Schließlich muss die SPÖ in drei Landtagswahlen ihre Position als Landeshauptmann verteidigen.

Nicht einmal die glühenden Optimisten in der SPÖ rechnen in Wien, Burgenland oder gar in der Steiermark mit Zuwächsen. Vielmehr droht der mächtigen Wiener SPÖ der Verlust der absoluten Mehrheit. Allerdings hat Michael Häupl das Glück, dass FPÖ-Chef Strache nicht müde wird zu erklären, Wiener Bürgermeister werden zu wollen. Dies könnte Häupl nützen, die Verluste zu minimieren. Auch im Burgenland freut sich der rote Landeshauptmann Niessl klammheimlich über die unerwartete Unterstützung durch die schwarze Innenministerin Maria Fekter. Allerdings drängt Fekter mit dem geplanten Asyl-Erstaufnahmezentrum die burgenländische SPÖ verdammt nahe an den Rand der FPÖ. Doch dies scheint der SPÖ egal zu sein. Trotzdem droht der SPÖ im Burgenland der Verlust der Absoluten. Und in der Steiermark? Hier geht es tatsächlich um den Landeshauptmannsessel. Denn die ÖVP wird wohl jede rechnerische Koalitionsmehrheit (auch mit der FPÖ) nützen, um Franz Voves zu stürzen. Gelingt ihr das, dann wird es für Faymann eng.

ÖVP-Chef Josef Pröll kann dies alles sehr egal sein. Er hat ein Ziel, und das lautet, Bundeskanzler zu werden. Er weiß, dass das Jahr 2010 hier für ihn eine wichtige Etappe darstellt.

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