"profl": Neue Verwirrung im Fall Kampusch

Natascha Kampusch floh drei Mal aus der Gefangenschaft - zwei Mal kehrte sie von sich aus zu ihrem Entführer Wolfgang Proklopil zurück

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist Natascha Kampusch insgesamt drei Mal aus ihrer Gefangenschaft geflüchtet, zwei Mal aber noch am selben Tag von sich aus zu ihrem Entführer Wolfgang Priklopil zurückgekehrt. Das geht aus Ermittlungen hervor, die die Kampusch-Evaluierungskommission unter der Leitung von Ludwig Adamovich, dem früheren Präsidenten des österreichischen Verfassungsgerichtshofes, angeregt hat.

Adamovich war am 24. Dezember wegen übler Nachrede verurteilt worden, weil er in einem "profil"-Interview im Sommer 2009 gemeint hatte, dass das, was Natascha Kampusch während ihrer Gefangenschaft erlebt habe, allemal besser gewesen sein könne, als das, was sie davor im Elternhaus mitgemacht habe. Das Gericht lehnte es ab, den von Adamovich angebotenen Wahrheitsbeweis zu akzeptieren. In einem aktuellen Interview in "profil" sagt Adamovich, im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Vorsitzender der Kampusch-Evaluierungskommission habe es von Anfang an Spannungen gegeben und er sehe sich einer "sehr starken Phalanx von Gegnern" gegenüber. Die Staatsanwaltschaft sei auffallend unaktiv gewesen und hatte diesen Umstand mit "der Parole des Opferschutzes" erklärt. Seit der Grazer Staatsanwalt Thomas Mühlbacher die Ermittlungen leite, habe sich das geändert. Adamovich überlegt seinen Rücktritt als Kommissionsvorsitzender, so "profil".

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/179

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0009