"profil": Pröll: "Ich hätte Bundeskanzler werden können"

Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll beklagt das schäbige Verhalten der Hypo-Eigentümer - Arigona Zogaj will er abschieben lassen

Wien (OTS) - In einem Interview in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erklärt Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll erstmals, dass Jörg Haider ihm 2008 angeboten habe, ihn zum Bundeskanzler zu machen: "Es wäre möglich gewesen. Ein paar Tage vor seinem Tod hat sich Jörg Haider darum bemüht. Ich hätte die Chance gehabt, mit einer schwarz-blau-orangen Koalition Bundeskanzler zu werden." Die parlamentarische Mehrheit "hätte bestanden". Er habe sich aber "bewusst dagegen entschieden". Eine Koalition mit FPÖ und BZÖ schließt Pröll freilich nur für diese Legislaturperiode aus: "Wir haben eine Koalition mit der SPÖ. Es gibt überhaupt keine Anlass, über Alternativen nachzudenken."

Überaus kritisch äußert sich der Finanzminister zur Causa Hypo Alpe Adria. Die Rettung sei "unter dem Zeichen einer wirklich schäbigen Behandlung dieser Bank seitens der Alteigentümer" gestanden. Pröll geht auch mit der Bankenaufsicht ins Gericht. Vor einem Jahr habe die Notenbank gesagt, es handle sich "um eine Bank mit Perspektive". Es sei nun "innerhalb der Notenbank und der FMA zu eruieren, warum das Bild vor einem Jahr anders war als jetzt". Mit einer weiteren Banken-Verstaatlichung rechnet Pröll "unter gegenwärtigen Voraussetzungen nicht". Noch "im Jänner" werde es eine Gesetzesvorlage geben, "die bei Bund und Ländern die notwendige Relation zwischen Vermögen, Budgetsituation sowie Haftungs- und Garantiesummen" definiert.

Bezüglich des Erstaufnahmezentrums in Eberau unterstützt Pröll Innenministerin Maria Fekter: "Ich stehe voll hinter ihr." Auf die Frage, ob zu erwarten sei, dass Arigona Zogaj im kommenden Jahr abgeschoben wird, gibt sich der Vizekanzler hart: "Ich glaube, dass man das jetzt vollziehen muss."

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