OTS0039 / 19.12.2009 / 11:39 / Channel: Politik / Aussender: Kathpress
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Kirchliche "KOO": Kopenhagen ist "verpasste historische Chance"


utl: KOO-Vorsitzender Bischof Schwarz befürchtet dramatische 
Konsequenzen für Entwicklungsländer und fordert "moralische 
Runderneuerung der Politik" - "Klima fair bessern"-Koordinatorin 
Molitor-Ruckenbauer: "Druck auf Politik aufrechterhalten" =
   Wien-Kopenhagen, 19.12.2009 (KAP) Die kirchlichen 
Entwicklungs-Organisationen haben das Scheitern des UN-Klimagipfels 
in Kopenhagen mit großer Enttäuschung aufgenommen. "Das Ergebnis ist 
niederschmetternd, beschämend und eine verpasste historische 
Chance", hielt die "Koordinierungsstelle der Österreichischen 
Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission" (KOO) 
am Samstag in einer Aussendung fest. Die Konferenz habe ihr Ziel 
deutlich verfehlt. Wörtlich sprach die KOO von der "Schande in 
Kopenhagen". 
Der KOO-Vorsitzende, der Linzer Bischof Ludwig Schwarz, befürchtet 
dramatische Konsequenzen für Menschen in Entwicklungsländern und 
forderte eine moralische Runderneuerung der internationalen Politik. 
Nicht kurzfristiges Eigeninteresse sondern das nachhaltige, globale 
Allgemeinwohl sollten politische Entscheidungen anleiten, sagte 
Schwarz: "Nur so ist diese globale Krise zu lösen". Und: "Wenn wir 
aufgrund von politischem Kalkül unsere Schöpfung nicht schützen, 
werden wir über kurz oder lang alle zu Verlierern". 
Die Koordinatorin der Kampagne "Klima fair bessern", Josefa 
Molitor-Ruckenbauer, bedauerte, dass es die Staats- und 
Regierungschefs in Kopenhagen trotz bereits spürbarer Konsequenzen 
des Klimawandels nicht geschafft hätten, konkrete Lösungen auf den 
Tisch zu legen. Die bloße Anerkennung des Ziels, die Erderwärmung 
auf zwei Grad zu begrenzen, aber keine konkreten Maßnahmen zu 
treffen, reiche nicht aus, so Molitor-Ruckenbauer. "Die derzeitigen 
Verpflichtungen der Industrieländer führen zu einer Erderwärmung von 
drei Grad Celsius. Ein Grad Unterschied mag nicht nach viel klingen, 
für viele Menschen in Entwicklungsländern bedeutet das aber eine 
Entscheidung über Leben und Tod". 
Kritik an reichen Staaten 
KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl übte vor allem Kritik an den reichen 
Staaten, die kein "faires, gerechtes und ambitioniertes Abkommen" 
zustande gebracht hätten. "Für die Ärmsten der Armen sind die 
Resultate der Verhandlungen eine große Enttäuschung", sagte Hödl. 
"Das Überleben ganzer Gesellschaften steht auf dem Spiel und die 
reichen Länder feilschen wie auf einem Viehmarkt", kritisierte der 
kirchliche Entwicklungsexperte die Tatsache, dass Industrie- und 
Schwellenländer zu keinen größeren Zugeständnisse bereit waren. Die 
Weltklimapolitik brauche den politischen Willen aller Staaten für 
verbindliche Ziele und eine Kontrolle eines multilateralen 
Regelwerkes, erinnerte Hödl. 
Angesichts des großen Interesses der Bevölkerung an den 
Verhandlungen in Kopenhagen und der "beeindruckenden Mobilisierung" 
der Zivilgesellschaft wolle man aber nicht aufgeben, betonte "Klima 
fair bessern"-Koordinatorin Molitor-Ruckenbauer: Es ist wichtig, 
dass wir den Druck auf die Politik in den kommenden Monaten 
aufrechterhalten, damit es zu einem verbindlichen Abkommen in den 
kommenden sechs Monaten kommt". 
"Schwarzer Tag für Klimaschutz" 
Nach einer chaotischen Marathon-Debatte erkannte die Konferenz in 
Kopenhagen am Samstagvormittag eine zuvor erarbeitete 
"Kopenhagen-Vereinbarung" an. Diese enthält u.a. das Zwei-Grad-Ziel 
und sieht die Bereitstellung von Geldmitteln zur Finanzierung von 
Kimaanpassungmaßnahmen in Entwicklungsländern vor. Allerdings wurde 
die Vereinbarung nicht im Plenum der Kopenhagen-Konferenz 
beschlossen, sondern nur in den weiteren Verhandlungsprozess über 
ein verbindliches Klimaabkommen eingebracht. Jedem Land steht es 
damit frei, die Kopenhagen-Vereinbarung über Klimaschutzziele 
anzunehmen oder nicht. Österreichs Umweltminister Nikolaus 
Berlakovich sprach in einer ersten Reaktion von einem "schwarzen Tag 
für den Klimaschutz". 
 (forts. mgl.)
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