• 25.11.2009, 12:11:59
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Industrie bei "Dialog Hochschulpartnerschaft": Mittelmaß wird nicht mehr genügen

IV-Präsident Sorger: Studenten-Zustrom zu Fächern besser steuern - Mehr Kompetenzen für Rektoren und Universitätsräte - Auch Reform des Schulsystems angehen

Wien (OTS/PdI) - "Im Zentrum aller Bemühungen im Bildungsbereich
muss stehen, die vorhandenen Mittel bestmöglich für die Ausbildung
junger Menschen einzusetzen. Nur so können wir uns als Industrie- und
Arbeitsstandort im internationalen Wettbewerb behaupten und unser
Wohlstandsniveau erhalten und erhöhen. Mittelmaß wird heute und
insbesondere morgen weder auf den Universitäten noch in allen anderen
Bildungseinrichtungen genügen", betonte der Präsident der
Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger anlässlich des "Dialog
Hochschulpartnerschaft" heute, Mittwoch. Die heimischen Universitäten
müssten sich im internationalen Vergleich bewähren, um den
Innovations- und damit Industrie- und Arbeitsstandort Österreich zu
sichern und zu stärken. Gleichzeitig sollte endlich auch die Reform
des Schulsystems angegangen werden.

"Die Politik ist dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten zu prüfen,
wie der Zustrom der Studenten zu den einzelnen Fächern besser zu
steuern wäre. 60 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger
wählen nur 10 Prozent der Studienrichtungen. Ein effizientes und
steuerndes Zugangssystem ist daher unerlässlich", so der
IV-Präsident. Dieses soll sich am Bedarf an Absolventinnen und
Absolventen orientieren und daher etwa Technikstudien besonders
forcieren. Österreich sei das einzige Land, wo es weder
Zugangsregelungen noch Studienbeiträge gebe. "Die Industrie tritt vor
diesem Hintergrund für Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger
Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden darf",
betonte Sorger, der auf die in anderen Staaten gebräuchlichen
kreditfinanzierten Stipendien-Modelle verwies.

Die Industrie unterstütze die Notwendigkeit der Umsetzung der
Bologna-Struktur und die Einführung des Bachelors an unseren
Universitäten zwecks besserer Anerkennung und Vergleichbarkeit der
Hochschulabschlüsse im zusammenwachsenden europäischen Hochschul- und
Wissenschaftsraum sowie um die internationale Mobilität unserer
Studierenden und das Sammeln von Auslandserfahrungen zu erleichtern
und zu verstärken. "Es darf aber nicht so sein, dass das
Bachelor-Modell in Österreich am alteingesessenen Bildungssystem
scheitert. Der Bachelor soll befähigen, entweder in den Arbeitsmarkt
direkt einzusteigen bzw. nach angelsächsischem Vorbild eine weitere
akademische Ausbildung - durchaus in einem anderen Studienbereich -
zu absolvieren", sagte Sorger.

Der IV-Präsident sprach sich nachdrücklich für eine Stärkung der
Kompetenzen für Rektoren und Universitätsräte aus. "Wir wollen
starke, kompetente Rektoren, mit Management- und Führungskompetenz
und einen Uni-Rat, der die Universitäten mit internationaler
Erfahrung maximal unterstützt und lenkt. Rektoren sollen die Besten
werden, nicht die Beliebtesten und Angenehmsten. Es geht dabei nicht
darum, dass man in der Öffentlichkeit bekannte Räte holt. Wir wollen
eine Auswahl nach Qualifikation und Anforderungsprofil und nicht nach
politischen Maßstäben."

Die IV habe mit ihrem Programm "Hochschulen für die Zukunft -
Hochschulstrategie NEU" ein strategisch mittelfristiges Konzept für
den Hochschulsektor vorgelegt und werde "als konstruktiver wie
kritischer Partner, aber auch Treiber an der Umsetzung und
Durchsetzung der Hochschulpolitik mitwirken", betonte Sorger.

Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
www.iv-net.at/medien

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