- 22.11.2009, 09:00:58
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"trend": Rekordminus bei Wiener Symphonikern
2,6 Millionen Euro Verlust bei den Symphonikern: Vereinspräsident Rudolf Streicher verhandelt mit der Stadt Wien um Finanzierung.
Wien (OTS) - Die traditionsreichen Wiener Symphoniker schlittern
weiter ins Minus, berichtet das Wirtschaftmagazin "trend" in seiner
am Montag erscheinenden Ausgabe. Die vor Kurzem fertig gestellte
Bilanz des privaten Vereins für das Jahr 2008 zeigt rückläufige
Konzerterträge (minus 14,3 Prozent), höhere Personalkosten (plus 18,9
Prozent) und einen Jahresfehlbetrag von 2,58 Millionen Euro. Dadurch
erhöht sich der über die Jahre angehäufte Bilanzverlust auf
mittlerweile bereits 48 Millionen Euro. Die Hauptgründe für die roten
Zahlen waren Forderungsausfälle und damit ein niedriger
Eigendeckungsgrad (12,6 Prozent) sowie der steigende Pensionsaufwand
(2,2 Millionen Euro) für die Musiker. Die Pensionsreform aus 2006,
die die Stadt Wien zur weiteren Subventionsbedingung gemacht hatte,
änderte offenbar zu wenig, analysiert der "trend". Im Büro von
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny tröstet man sich mit
Vergleichen: "An der beabsichtigten Änderung ihres Pensionssystems
ist auch die Gewerkschaft gescheitert." Von der Stadt Wien stammt
auch die Zusage, die Orchestermitglieder anderen Gemeindebediensteten
gleichzustellen. Und das heißt: 80 Prozent des Letztbezugs als
Pension.
Betroffen davon sind auch prominente Vereinsvorstände wie
Ex-ÖIAG-Chef Rudolf Streicher und der frühere Wiener-Städtische-Boss
Siegfried Sellitsch, da sie laut Vereinsrecht mit ihrem
Privatvermögen haften. Die entlastende Haftungserklärung der Stadt
Wien für die Pensionszahlungen gilt nur bis 2009 und greift bloß im
Falle einer Vereinsliquidation. Präsident Streicher hat sich daher
von den Politikern weitere Zusagen geholt: "Wir bekommen weitere drei
Jahre eine Basissubvention, plus jährlich eine rückwirkende
Verlustabdeckung." Eine weitere Subventionserhöhung sei
unausweichlich, vermutet der "trend" und zitiert das Eingeständnis
Streichers: "Langfristig müssen wir uns etwas anderes überlegen".
Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402
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