• 20.11.2009, 12:38:45
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Erhebung der Kalktuffquellen in Niederösterreich

Pernkopf: Besondere Verantwortung für außergewöhnliche Lebensräume

St. Pölten (OTS/NLK) - Der Naturschutzbund NÖ und die Karst- und
Höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien
erheben derzeit im Rahmen eines vom NÖ Landschaftsfonds geförderten
Projektes die in Niederösterreich vorkommenden Kalktuffquellen und
arbeiten Schutzmaßnahmen für sie aus.

Kalktuffquellen sind ein überaus faszinierender Lebensraum. Sie
entstehen dort, wo kalkhaltiges Wasser an die Oberfläche tritt: an
Quellen, Quellbächen oder Wasserfällen. Der ausgefällte Kalk legt
sich als feinkristalline Kruste um Blätter und Äste im Wasser sowie
an die an der Tuffbildung beteiligten Algen und Moose. So können mit
der Zeit beachtliche Kalktuffablagerungen entstehen.

Kalktuffquellen liefern zudem einen speziellen Beitrag zur
Biodiversität Niederösterreichs, kommen doch in den Quellbereichen
spezifisch angepasste Lebewesen vor. Überdies ist der Grad an
endemischen (also nur auf einige wenige lokale Vorkommen beschränkte)
Arten hier sehr hoch. "Kalktuffquellen sind europaweit sehr selten.
Wir haben damit auch über Niederösterreich hinaus eine besondere
Verantwortung für diese außergewöhnlichen Lebensräume und hoch
spezialisierten Lebensgemeinschaften", unterstreicht
Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf die gute Kooperation mit
dem Naturschutzbund NÖ.

Ziel des ehrgeizigen Projektes ist es, genauere Kenntnisse über
die Kalktuffquellen in Niederösterreich zu sammeln, um so zu ihrem
Schutz beitragen zu können. Neben Eingriffen wie Quellfassungen,
Tuffabbau oder Änderungen im Wassereinzugsgebiet der Quelle wirken
sich auch Nutzungsänderungen im direkten Umfeld auf die Standorte
aus.

Kalktuffquellen mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten sind
durch die Fauna- Flora-Habitatrichtlinie der EU geschützt. Innerhalb
der ausgewiesenen Europaschutzgebiete Niederösterreichs wird daher
besonderes Augenmerk auf diese Standorte gelegt. Die Vorkommen liegen
vorwiegend in den Kalk- und Kalkvoralpen bis ca. 1.000 Meter Seehöhe.
Einige Kalktuffquellen Niederösterreichs sind als Naturdenkmale
geschützt, so die Kalk-Sinterader bei Waldegg, der Tiefenbachfall in
Miesenbach oder die Wasserfälle bei Hohenberg. Im Rahmen des
Projektes wurden in Zusammenarbeit mit Dr. Rudolf Pavuza vom
Naturhistorischen Museum in Wien bisher 60 Kalktuffquellen
beschrieben und dokumentiert. Die Standorte findet man unter
www.noe.naturschutzbund.at.

Ein neuer, vom Naturschutzbund NÖ herausgegebener Folder
beschreibt den naturschutzfachlichen Wert der Kalktuffquellen, ihre
Verbreitung in Niederösterreich und gibt Tipps zum richtigen Umgang
mit diesem wertvollen Lebensraum. Der Folder, der als Information und
Handlungsleitfaden dienen soll, kann beim Naturschutzbund NÖ bestellt
oder über die Homepage heruntergeladen werden.
Hinweise über weitere Vorkommen erbittet der Naturschutzbund NÖ unter
01/402 93 94 oder e-mail [email protected].

Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, Klaus Luif, e-mail
[email protected], Telefon 02742/9005-12705.

Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12172
www.noe.gv.at/nlk

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NLK

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