Wien (OTS/SK) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsministerin Claudia Schmied betonte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl, dass die SPÖ "mit großer Reformfreude" in den kommenden Hochschuldialog gehe, denn ein Hochschulplan sei "überfällig". Wesentlich sei für die SPÖ, dass es keine zusätzlichen finanziellen und sozialen Barrieren gebe. Der freie Hochschulzugang müsse gesichert sein, es brauche mehr Studierende, nicht weniger - und mehr Geld für die Universitäten sowie bessere Studienbedingungen. "Österreich braucht gut ausgebildete junge Menschen. Dafür braucht es eine offensive Hochschulstrategie."****
Vehement sprach sich Kuntzl gegen Studiengebühren aus: "Jetzt, wo man Studierende von den Universitäten abhalten will, flammt die Debatte um die Studiengebühren auf. Daran offenbart sich, dass die Studiengebühren tatsächlich dazu gedacht waren, die Studierenden vom Hochschulzugang abzuhalten."
Es gelte, die durchschnittliche Studienzeit zu senken, "aber nicht den Druck auf die Studierenden zu erhöhen, sondern die Studienbedingungen zu verbessern". So sollte es eine individuelle Betreuung durch das Mentoring- und Tutorensystem geben. Hier wies Kuntzl darauf hin, dass in der UOG-Novelle die Betreuung und Begleitung der Studierenden ein wichtiger Punkt sei. Weiters sollten etwa "berufstätige Studierende als besonders leistungswillige StudentInnen angesehen werden, die besondere Unterstützung erhalten sollen". Das Stipendiensystem solle durchleuchtet werden, besonders zugunsten von Kindern unselbständig Erwerbstätiger, und die Betreuungsangebote für Studierende mit Kindern sollen ausgebaut werden.
Mehr Demokratie an den Hochschulen und Universitäten ist eine weitere Forderung der SPÖ. Kuntzl wies darauf hin, dass mit dem letzten Universitätsgesetz gegen den Willen der SPÖ nahezu alle demokratisch gewählten Gremien abgeschafft wurden. "In dem Sinne unterstützen wir den Vorschlag der ÖH, was die Rechte der Studierenden betrifft", forderte Kuntzl ein Überdenken des derzeitigen Wahlsystems für Hochschulen und Universitäten und regte eine Direktwahl der ÖH-Bundesvertretung an.
"Es gilt, die jungen Menschen aktiv und gut zu unterstützen, die Entscheidung der für sie richtigen Studienrichtung zu treffen", sagte Kuntzl. Es sei daher ein Gebot der Stunde, bereits in den Schulen entsprechend zu informieren. "In Zusammenarbeit mit den Universitäten, die auch von sich aus an die potenziellen Studierenden herantreten sollten." Dieser Prozess soll auch in Zusammenarbeit mit der ÖH vorangetrieben werden.
Abschließend betonte Kuntzl, dass der Bologna-Prozess positiv zu nutzen sei. "Ich sehe es nicht als sinnvoll an, dass Österreich sich aus diesem Prozess ausklinken sollte", sagte Kuntzl. Stattdessen sollten die ersten Erfahrungen mit dem Bologna-Prozess mit den Zielen weniger Verschulung, größere Mobilität und Durchlässigkeit durchleuchtet und entsprechende Schlüsse gezogen werden. (Schluss) up
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OTS0237 2009-11-19/13:51
191351 Nov 09
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19.03.2010 / 11:24:04 / SPÖ Pressedienst
19.03.2010 / 09:35:44 / SPÖ Pressedienst
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