- 19.11.2009, 13:51:28
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Kuntzl zu Universitäten und Hochschulen: Keine finanziellen und sozialen Barrieren
Aktive Begleitung der Jugendlichen bei Studienwahlentscheidung - Demokratie an Unis stärken - Bologna-Prozess positiv nutzen
Wien (OTS/SK) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Bildungsministerin Claudia Schmied betonte
SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl, dass die SPÖ "mit großer
Reformfreude" in den kommenden Hochschuldialog gehe, denn ein
Hochschulplan sei "überfällig". Wesentlich sei für die SPÖ, dass es
keine zusätzlichen finanziellen und sozialen Barrieren gebe. Der
freie Hochschulzugang müsse gesichert sein, es brauche mehr
Studierende, nicht weniger - und mehr Geld für die Universitäten
sowie bessere Studienbedingungen. "Österreich braucht gut
ausgebildete junge Menschen. Dafür braucht es eine offensive
Hochschulstrategie."****
Vehement sprach sich Kuntzl gegen Studiengebühren aus: "Jetzt, wo man
Studierende von den Universitäten abhalten will, flammt die Debatte
um die Studiengebühren auf. Daran offenbart sich, dass die
Studiengebühren tatsächlich dazu gedacht waren, die Studierenden vom
Hochschulzugang abzuhalten."
Es gelte, die durchschnittliche Studienzeit zu senken, "aber nicht
den Druck auf die Studierenden zu erhöhen, sondern die
Studienbedingungen zu verbessern". So sollte es eine individuelle
Betreuung durch das Mentoring- und Tutorensystem geben. Hier wies
Kuntzl darauf hin, dass in der UOG-Novelle die Betreuung und
Begleitung der Studierenden ein wichtiger Punkt sei. Weiters sollten
etwa "berufstätige Studierende als besonders leistungswillige
StudentInnen angesehen werden, die besondere Unterstützung erhalten
sollen". Das Stipendiensystem solle durchleuchtet werden, besonders
zugunsten von Kindern unselbständig Erwerbstätiger, und die
Betreuungsangebote für Studierende mit Kindern sollen ausgebaut
werden.
Mehr Demokratie an den Hochschulen und Universitäten ist eine
weitere Forderung der SPÖ. Kuntzl wies darauf hin, dass mit dem
letzten Universitätsgesetz gegen den Willen der SPÖ nahezu alle
demokratisch gewählten Gremien abgeschafft wurden. "In dem Sinne
unterstützen wir den Vorschlag der ÖH, was die Rechte der
Studierenden betrifft", forderte Kuntzl ein Überdenken des
derzeitigen Wahlsystems für Hochschulen und Universitäten und regte
eine Direktwahl der ÖH-Bundesvertretung an.
"Es gilt, die jungen Menschen aktiv und gut zu unterstützen, die
Entscheidung der für sie richtigen Studienrichtung zu treffen", sagte
Kuntzl. Es sei daher ein Gebot der Stunde, bereits in den Schulen
entsprechend zu informieren. "In Zusammenarbeit mit den
Universitäten, die auch von sich aus an die potenziellen Studierenden
herantreten sollten." Dieser Prozess soll auch in Zusammenarbeit mit
der ÖH vorangetrieben werden.
Abschließend betonte Kuntzl, dass der Bologna-Prozess positiv zu
nutzen sei. "Ich sehe es nicht als sinnvoll an, dass Österreich sich
aus diesem Prozess ausklinken sollte", sagte Kuntzl. Stattdessen
sollten die ersten Erfahrungen mit dem Bologna-Prozess mit den Zielen
weniger Verschulung, größere Mobilität und Durchlässigkeit
durchleuchtet und entsprechende Schlüsse gezogen werden. (Schluss) up
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