OTS0035 / 11.11.2009 / 09:00
/ Channel: Wirtschaft
/ Aussender: OeKB - Oesterreichische Kontrollbank AG
Stichworte:
Banken / Europa
/ Finanzen / Unternehmen
Geschäftsklima in Mittelosteuropa wird zunehmend freundlicher - BILD
Utl.: Direktinvestoren sind für die kommenden sechs Monate deutlich optimistischer hinsichtlich der Geschäftsperformance ihrer Mittelosteuropa-Beteiligungen. =
OBS0005 5 WI 0017 11.Nov 09
Indikatoren im Überblick: Mittelosteuropa insgesamt
- Fotograf: Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mitteleuropa
- Fotocredit: Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mitteleuropa
- Ort: Österreich / Wien
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Wien (OTS) - Rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus ihre 1.400 Unternehmensbeteiligungen in der Region steuern, haben im Oktober 2009 an der mittlerweile elften Erhebung zum Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Geschäftsklima in der Gesamtregion gegenüber der letzten Erhebung im Juli 2009 erneut gebessert hat. Zwischen Juli und Oktober ist der Geschäftsklima-Indikator um 17 Prozentpunkte auf einen Saldenwert (positive abzüglich negativer Stellungnahmen) von +10 gestiegen. Er liegt damit erstmals seit einem Jahr wieder im positiven Bereich.
Das deutlich aufgehellte Geschäftsklima ist in erster Linie auf optimistischere Geschäftserwartungen für die Beteiligungen vor Ort zurückzuführen: Der diesbezügliche Indikator hat sich gegenüber Juli 2009 per Saldo um 26 Prozentpunkte auf einen Wert von +23 verbessert. Konkret wird für 33 % der Betriebe von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten ausgegangen, für 10 % der Niederlassungen wird mit einer schlechteren Performance gerechnet. Im Juli lagen die positiven Geschäftserwartungen noch bei einem Anteil von 18 %, die negativen Meldungen bei 21 %. Bemerkenswert sind die Oktober-Ergebnisse auch in Bezug auf die aktuelle Geschäftslage: Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung im Jänner 2007 zeichnet sich hier ein leichter Aufwärtstrend ab. Obwohl die negativen Meldungen zur derzeitigen Ist-Situation der Betriebe die positiven geringfügig übersteigen, ist gegenüber der letzten Erhebung ein Anstieg des Indikators um 7 Prozentpunkte zu beobachten.
Die Talsohle ist erreicht
Nach Ansicht der Direktinvestoren hat die Wirtschafts- und Finanzkrise in Mittelosteuropa ihren Tiefpunkt bereits zum Jahresanfang 2009 erreicht: Im Jänner rutschten die zukunftsgerichteten Indikatoren, welche die Erwartungen der Befragungsteilnehmer zur Konjunktur und Geschäftsentwicklung in Mittelosteuropa widerspiegeln, weit in den negativen Bereich. Nun befinden sie sich jedoch wieder im Aufwärtstrend. Zur Veranschaulichung: Im Jänner fiel der Konjunkturindikator bzw. der Indikator der Geschäftserwartungen auf einen Tiefstwert von -59 bzw. -32 Prozentpunkten. Seither hat sich die Stimmung der Direktinvestoren gedreht und kontinuierlich verbessert, sodass die entsprechenden Indikatoren im Oktober per Saldo wieder positive Werte von 18 bzw. 23 Prozentpunkten aufweisen. "Die Direktinvestoren signalisierten zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass die Talsohle in Mittelosteuropa erreicht ist. Es zeichnet sich eine Trendwende ab, selbst wenn aus heutiger Sicht noch nicht klar ist, wie nachhaltig diese sein wird", ergänzt Direktorin Angèle Eickhoff von der OeKB.
Unterschiedliche Tendenzen bei den beiden jüngsten EU-Mitgliedern
Im Ländervergleich sind besonders die Ergebnisse für die beiden südosteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien bemerkenswert: Während die Direktinvestoren die aktuelle Geschäftslage ihrer Niederlassungen in beiden Ländern als in etwa gleich schwierig beurteilen, differenzieren sie bei ihren Geschäftserwartungen sehr deutlich. So liegt für Bulgarien der Anteil der optimistischen Stellungnahmen zur Geschäftsentwicklung im nächsten halben Jahr bei 44 % (in keinem anderen Land ist dieser Wert derartig hoch), der Anteil der negativen Meldungen beträgt 8 %. Bei Rumänien sind die Direktinvestoren hingegen zurückhaltender. Zwar wird für 30 % der Betriebe vor Ort eine positive Geschäftsentwicklung erwartet, für 14 % der Niederlassungen sind die Aussichten jedoch negativ. Auch bei den Konjunkturerwartungen sind die Direktinvestoren gegenüber Bulgarien deutlich optimistischer eingestellt als gegenüber Rumänien, was u.a. auch auf die derzeitige politische Zerrissenheit des Landes zurückgeführt werden kann.
Überraschende Ergebnisse für Ungarn
Obwohl Ungarn und die Ukraine erneut die Schlusslichter im Geschäftsklima-Länderranking bilden, zeichnet sich in Ungarn eine vergleichsweise stärkere Aufhellung des Geschäftsklimas ab. Der diesbezügliche Saldenwert hat sich zwischen Juli und Oktober um 23 Prozentpunkte verbessert. Zum Vergleich: In der Ukraine ist der Saldenwert nur um 6 Prozentpunkte gestiegen. Zurückzuführen ist diese positive Tendenz in Ungarn hauptsächlich auf optimistischere Geschäftserwartungen. Der entsprechende Saldo liegt erstmals seit Juli 2008 wieder im positiven Bereich. Auch bei den Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate übersteigen die positiven Stellungnahmen (26 %) die negativen (24 %), wenn auch nur geringfügig. Dieser vorsichtige Optimismus könnte auf eine langsame Erholung der Wirtschaft in Ungarn hindeuten.
Krisengeschütteltes Bauwesen
Unter allen Branchen weist aktuell nur das Bauwesen ein negatives Ergebnis beim Geschäftsklima-Indikator auf. Dies liegt vorrangig an der derzeit schwierigen Geschäftslage der Bauunternehmen in Mittelosteuropa, die sich - entgegen dem allgemeinen Trend - weiter eingetrübt hat: Im Vergleich zum Juli ist der Indikator für die aktuelle Geschäftslage auf einen neuen Tiefstwert von -21 Prozentpunkten zurückgegangen. Konkret wird für 38 % der MOE-Niederlassungen in dieser Branche eine negative Performance gemeldet. Dementsprechend verhalten sind die Direktinvestoren aus dem Bauwesen auch bei ihren Investitionsstrategien: 81 % der bestehenden Standorte sollen unverändert beibehalten und nur 11 % vergrößert werden. Darüber hinaus ist kein einziges Projekt zur Erschließung neuer Märkte in MOE geplant.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken. www.oekb.at
Rückfragehinweis:
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OTS0035 2009-11-11/09:00
110900 Nov 09
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