- 11.11.2009, 09:00:58
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Geschäftsklima in Mittelosteuropa wird zunehmend freundlicher
Direktinvestoren sind für die kommenden sechs Monate deutlich optimistischer hinsichtlich der Geschäftsperformance ihrer Mittelosteuropa-Beteiligungen.

Wien (OTS) - Rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus
ihre 1.400 Unternehmensbeteiligungen in der Region steuern, haben im
Oktober 2009 an der mittlerweile elften Erhebung zum Thomson Reuters
& OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa teilgenommen. Die
Ergebnisse zeigen, dass sich das Geschäftsklima in der Gesamtregion
gegenüber der letzten Erhebung im Juli 2009 erneut gebessert hat.
Zwischen Juli und Oktober ist der Geschäftsklima-Indikator um 17
Prozentpunkte auf einen Saldenwert (positive abzüglich negativer
Stellungnahmen) von +10 gestiegen. Er liegt damit erstmals seit einem
Jahr wieder im positiven Bereich.
Das deutlich aufgehellte Geschäftsklima ist in erster Linie auf
optimistischere Geschäftserwartungen für die Beteiligungen vor Ort
zurückzuführen: Der diesbezügliche Indikator hat sich gegenüber Juli
2009 per Saldo um 26 Prozentpunkte auf einen Wert von +23 verbessert.
Konkret wird für 33 % der Betriebe von einer besseren
Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten ausgegangen, für
10 % der Niederlassungen wird mit einer schlechteren Performance
gerechnet. Im Juli lagen die positiven Geschäftserwartungen noch bei
einem Anteil von 18 %, die negativen Meldungen bei 21 %.
Bemerkenswert sind die Oktober-Ergebnisse auch in Bezug auf die
aktuelle Geschäftslage: Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung im
Jänner 2007 zeichnet sich hier ein leichter Aufwärtstrend ab. Obwohl
die negativen Meldungen zur derzeitigen Ist-Situation der Betriebe
die positiven geringfügig übersteigen, ist gegenüber der letzten
Erhebung ein Anstieg des Indikators um 7 Prozentpunkte zu beobachten.
Die Talsohle ist erreicht
Nach Ansicht der Direktinvestoren hat die Wirtschafts- und
Finanzkrise in Mittelosteuropa ihren Tiefpunkt bereits zum
Jahresanfang 2009 erreicht: Im Jänner rutschten die
zukunftsgerichteten Indikatoren, welche die Erwartungen der
Befragungsteilnehmer zur Konjunktur und Geschäftsentwicklung in
Mittelosteuropa widerspiegeln, weit in den negativen Bereich. Nun
befinden sie sich jedoch wieder im Aufwärtstrend. Zur
Veranschaulichung: Im Jänner fiel der Konjunkturindikator bzw. der
Indikator der Geschäftserwartungen auf einen Tiefstwert von -59 bzw.
-32 Prozentpunkten. Seither hat sich die Stimmung der
Direktinvestoren gedreht und kontinuierlich verbessert, sodass die
entsprechenden Indikatoren im Oktober per Saldo wieder positive Werte
von 18 bzw. 23 Prozentpunkten aufweisen. "Die Direktinvestoren
signalisierten zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass die Talsohle in
Mittelosteuropa erreicht ist. Es zeichnet sich eine Trendwende ab,
selbst wenn aus heutiger Sicht noch nicht klar ist, wie nachhaltig
diese sein wird", ergänzt Direktorin Angèle Eickhoff von der OeKB.
Unterschiedliche Tendenzen bei den beiden jüngsten EU-Mitgliedern
Im Ländervergleich sind besonders die Ergebnisse für die beiden
südosteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien
bemerkenswert: Während die Direktinvestoren die aktuelle
Geschäftslage ihrer Niederlassungen in beiden Ländern als in etwa
gleich schwierig beurteilen, differenzieren sie bei ihren
Geschäftserwartungen sehr deutlich. So liegt für Bulgarien der Anteil
der optimistischen Stellungnahmen zur Geschäftsentwicklung im
nächsten halben Jahr bei 44 % (in keinem anderen Land ist dieser Wert
derartig hoch), der Anteil der negativen Meldungen beträgt 8 %. Bei
Rumänien sind die Direktinvestoren hingegen zurückhaltender. Zwar
wird für 30 % der Betriebe vor Ort eine positive Geschäftsentwicklung
erwartet, für 14 % der Niederlassungen sind die Aussichten jedoch
negativ. Auch bei den Konjunkturerwartungen sind die Direktinvestoren
gegenüber Bulgarien deutlich optimistischer eingestellt als gegenüber
Rumänien, was u.a. auch auf die derzeitige politische Zerrissenheit
des Landes zurückgeführt werden kann.
Überraschende Ergebnisse für Ungarn
Obwohl Ungarn und die Ukraine erneut die Schlusslichter im
Geschäftsklima-Länderranking bilden, zeichnet sich in Ungarn eine
vergleichsweise stärkere Aufhellung des Geschäftsklimas ab. Der
diesbezügliche Saldenwert hat sich zwischen Juli und Oktober um 23
Prozentpunkte verbessert. Zum Vergleich: In der Ukraine ist der
Saldenwert nur um 6 Prozentpunkte gestiegen. Zurückzuführen ist diese
positive Tendenz in Ungarn hauptsächlich auf optimistischere
Geschäftserwartungen. Der entsprechende Saldo liegt erstmals seit
Juli 2008 wieder im positiven Bereich. Auch bei den
Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate übersteigen die
positiven Stellungnahmen (26 %) die negativen (24 %), wenn auch nur
geringfügig. Dieser vorsichtige Optimismus könnte auf eine langsame
Erholung der Wirtschaft in Ungarn hindeuten.
Krisengeschütteltes Bauwesen
Unter allen Branchen weist aktuell nur das Bauwesen ein negatives
Ergebnis beim Geschäftsklima-Indikator auf. Dies liegt vorrangig an
der derzeit schwierigen Geschäftslage der Bauunternehmen in
Mittelosteuropa, die sich - entgegen dem allgemeinen Trend - weiter
eingetrübt hat: Im Vergleich zum Juli ist der Indikator für die
aktuelle Geschäftslage auf einen neuen Tiefstwert von -21
Prozentpunkten zurückgegangen. Konkret wird für 38 % der
MOE-Niederlassungen in dieser Branche eine negative Performance
gemeldet. Dementsprechend verhalten sind die Direktinvestoren aus dem
Bauwesen auch bei ihren Investitionsstrategien: 81 % der bestehenden
Standorte sollen unverändert beibehalten und nur 11 % vergrößert
werden. Darüber hinaus ist kein einziges Projekt zur Erschließung
neuer Märkte in MOE geplant.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
(MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
www.oekb.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Wolfgang Lueghammer Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2568 mailto:[email protected] Mag. Verena Ebner Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) Information Services Tel. +43 1 531 27-2560 mailto:[email protected]
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