Wien (OTS/BMWFJ) - Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, hat am Montag in Wien den vom Familienministerium gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Apothekerkammer erstellten Informationsfolder "Schwanger" präsentiert, für den auch die Aktion Leben Basisinformationen und Texte zur Verfügung gestellt hat. Die Staatssekretärin, die sich bei den Kooperationspartnern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedankte, sieht darin eine Gelegenheit, sich dem Thema Schwangerschaft und den Möglichkeiten einer ergebnisoffenen Beratung auf einer sachlichen Ebene zu widmen. "Frauen die nach einem positiven Schwangerschafts-Test überrascht, voller Angst oder verzweifelt sind, wollen und dürfen wir nicht alleine lassen. Wichtig ist von Anfang an die Unterstützung und Hilfestellung in Form von Beratung und Information und das Wissen darüber, wo sie diese erhalten", so Marek, die in diesem Zusammenhang auch festhielt, dass "die Fristenregelung außer Streit steht und mit dem heute präsentierten Folder und den Maßnahmen keinesfalls in Frage gestellt werden soll".
Der Folder wird zur Zeit ausgeliefert und künftig beim Kauf eines Schwangerschaftstest in einer Apotheke mitgegeben, in Arztpraxen aufliegen und auch in den 354 Filialen von dm drogeriemarkt neben den Schwangerschaftstests zur freien Entnahme aufliegen. Der Folder beinhaltet einen kompakten Überblick über flächendeckende Beratungsangebote in Österreich, die Frauen - aber auch Paare - kostenlos und anonym in Anspruch nehmen können.
Marek verwies darauf, dass das Ministerium darüber hinaus mit insgesamt 400.000 Euro jährlich rund 200 Beratungsstellen fördere, die kostenlos und anonym Beratung rund um das Thema Schwangerschaft anbieten (68 Stellen davon bieten fast ausschließlich Schwangerenberatung-Familienplanung an). 2008 wurden in diesen mit rund 20.000 Klient/innen etwa 33.000 Beratungsgespräche geführt. Davon seien dem Thema Schwangerschaft 33 Prozent, Schwangerschaftskonflikt 26 Prozent, Empfängnisregelung 33 Prozent und Kinderwunsch 8 Prozent gewidmet gewesen. Um die Qualität der möglichst einfühlsamen, vielfältigen und ergebnisoffenen Beratung zu sichern, werde jedes Jahr ein Betrag von rund 100.000 Euro für Beraterweiterbildung investiert. Im kommenden Jahr werde man auch einen inhaltlichen Schwerpunkt in diesem Bereich setzen.
Die Zahlen der Familienberatungsstellen zeigten auch, dass über 20 Prozent der Klientinnen, die Schwangerschafts-Konfliktberatungen in Anspruch nehmen, im Alter von 15 bis 19 Jahre seien. Daher sei die Information und Unterstützung für die Eltern, deren minderjähriges Kind schwanger ist, oder deren minderjähriger Sohn Vater wird, ebenfalls unabdingbar. "Aus diesem Grund werden wir mit Expertinnen und Experten einen Folder für betroffene Eltern entwickeln und auch hier einen weiteren Schwerpunkt setzen."
Zwtl.: Forderung nach Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen
Im Rahmen ihrer Ausführungen wies Familienstaatssekretärin Marek auch darauf hin, dass in Österreich im Jahr 2008 rund 78.000 Kinder auf die Welt gekommen seien und die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche vorsichtigen Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 40.000 liege. "Das heißt, dass zumindest jedes dritte Kind in Österreich nicht geboren wird, was uns zu denken geben sollte", so Marek und weiter: "Österreich zählt neben Portugal und Luxemburg leider zu den einzigen Ländern, die über kein fundiertes Datenmaterial aufgrund einer nationalen Erhebung verfügen und daher fordere ich eine jährliche Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen." Damit solle nicht nur verlässliches Zahlenmaterial zur Verfügung stehen, sondern auch Gründe und Motive für einen Schwangerschaftsabbruch erfasst werden. "Nur so können wir gezielt und kontinuierlich an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten. Ich hoffe auf die Unterstützung des Koalitionspartners und appelliere an Gesundheitsminister Alois Stöger, rasch die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen", so Marek.
Zwtl.: Ärztekammerpräsident Dorner: Ärzte werden Information unterstützen
Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, betonte in seinem Statement die Bereitschaft der Mediziner, den neu aufgelegten Folder des Ministeriums aktiv zu unterstützen und auch die eigene Kollegenschaft entsprechend zu sensibilisieren. Dorner: "Zukünftig planen wir ärzteinterne Veranstaltungen, um auf die Bedeutung einer umfassenden ärztlichen Aufklärung intensiv hinzuweisen."
Heftige Kritik übte Dorner auch am "besonderen Versäumnis" Österreichs, keine Zahlen über Schwangerschaftsabbrüche zu kennen: "Über jeden Schmarren muss in Österreich Buch geführt werden. Nur bei einem so sensiblen und wichtigen Thema wie den Schwangerschaftsabbrüchen stehen wir völlig im Dunkeln." Er unterstütze daher die Forderung von Staatssekretärin Marek nach einer Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Zwtl.: Apothekerkammer-Vizepräsidentin Körner: Übersicht über Beratungsangebot
Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, sieht in der Broschüre eine "gute Übersicht über das umfassende Beratungsangebot für schwangere Frauen", die sich in jedem Fall vor neuen Herausforderungen sehen: "Für die einen ist sie ein heiß ersehnter Wunsch und daher mit Freude verbunden, für die anderen ist sie möglicherweise ein Schock und mit Angst behaftet." Weil viele in dieser Situation fachliche Beratung benötigen, werde beim Kauf von Schwangerschaftstests in der Apotheke der Folder an Interessierte abgegeben und auf die Beratungsstellen in den jeweiligen Bundesländern hingewiesen.
Zwtl.: dm drogeriemärkte unterstützen Verteilung des Folders
Harald Bauer, in der dm drogeriemärkte-Geschäftsleitung für Marketing und Einkauf zuständig, betonte die Notwendigkeit, über die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zu informieren, gerade "wenn Eltern nicht wissen, wie sie ihr Leben mit einem Kind meistern sollen und in dieser Situation sehr weitreichende und fundamentale Entscheidungen treffen müssen". Aus diesem Grund stünden die dm drogeriemärkte auch sehr gerne als Partner zur Verfügung. Die Folder werde man in allen 354 dm-Filialen im Bereich der Schwangerschaftstests zur freien Entnahme platzieren.
Nähere Informationen zu den Familienberatungsstellen in ihrem Bundesland erhalten Sie unter www.familienberatung.gv.at
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091046 Nov 09
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09.02.2010 / 11:53:05 / Österreichische Apothekerkammer
08.02.2010 / 10:18:38 / Austria Wirtschaftsservice
08.02.2010 / 09:07:40 / Amt der Vorarlberger Landesregierung
07.02.2010 / 17:43:59 / Tiroler Tageszeitung