- 09.11.2009, 10:46:07
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Marek: Folder "Schwanger" bietet kompakten Überblick über Beratungsangebote
Familienstaatssekretärin fordert Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen
Wien (OTS/BMWFJ) - Christine Marek, Staatssekretärin im
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, hat am Montag
in Wien den vom Familienministerium gemeinsam mit der
Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Apothekerkammer
erstellten Informationsfolder "Schwanger" präsentiert, für den auch
die Aktion Leben Basisinformationen und Texte zur Verfügung gestellt
hat. Die Staatssekretärin, die sich bei den Kooperationspartnern für
die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedankte, sieht darin eine
Gelegenheit, sich dem Thema Schwangerschaft und den Möglichkeiten
einer ergebnisoffenen Beratung auf einer sachlichen Ebene zu widmen.
"Frauen die nach einem positiven Schwangerschafts-Test überrascht,
voller Angst oder verzweifelt sind, wollen und dürfen wir nicht
alleine lassen. Wichtig ist von Anfang an die Unterstützung und
Hilfestellung in Form von Beratung und Information und das Wissen
darüber, wo sie diese erhalten", so Marek, die in diesem Zusammenhang
auch festhielt, dass "die Fristenregelung außer Streit steht und mit
dem heute präsentierten Folder und den Maßnahmen keinesfalls in Frage
gestellt werden soll".
Der Folder wird zur Zeit ausgeliefert und künftig beim Kauf eines
Schwangerschaftstest in einer Apotheke mitgegeben, in Arztpraxen
aufliegen und auch in den 354 Filialen von dm drogeriemarkt neben den
Schwangerschaftstests zur freien Entnahme aufliegen. Der Folder
beinhaltet einen kompakten Überblick über flächendeckende
Beratungsangebote in Österreich, die Frauen - aber auch Paare -
kostenlos und anonym in Anspruch nehmen können.
Marek verwies darauf, dass das Ministerium darüber hinaus mit
insgesamt 400.000 Euro jährlich rund 200 Beratungsstellen fördere,
die kostenlos und anonym Beratung rund um das Thema Schwangerschaft
anbieten (68 Stellen davon bieten fast ausschließlich
Schwangerenberatung-Familienplanung an). 2008 wurden in diesen mit
rund 20.000 Klient/innen etwa 33.000 Beratungsgespräche geführt.
Davon seien dem Thema Schwangerschaft 33 Prozent,
Schwangerschaftskonflikt 26 Prozent, Empfängnisregelung 33 Prozent
und Kinderwunsch 8 Prozent gewidmet gewesen. Um die Qualität der
möglichst einfühlsamen, vielfältigen und ergebnisoffenen Beratung zu
sichern, werde jedes Jahr ein Betrag von rund 100.000 Euro für
Beraterweiterbildung investiert. Im kommenden Jahr werde man auch
einen inhaltlichen Schwerpunkt in diesem Bereich setzen.
Die Zahlen der Familienberatungsstellen zeigten auch, dass über 20
Prozent der Klientinnen, die Schwangerschafts-Konfliktberatungen in
Anspruch nehmen, im Alter von 15 bis 19 Jahre seien. Daher sei die
Information und Unterstützung für die Eltern, deren minderjähriges
Kind schwanger ist, oder deren minderjähriger Sohn Vater wird,
ebenfalls unabdingbar. "Aus diesem Grund werden wir mit Expertinnen
und Experten einen Folder für betroffene Eltern entwickeln und auch
hier einen weiteren Schwerpunkt setzen."
Forderung nach Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen
Im Rahmen ihrer Ausführungen wies Familienstaatssekretärin Marek
auch darauf hin, dass in Österreich im Jahr 2008 rund 78.000 Kinder
auf die Welt gekommen seien und die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche
vorsichtigen Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 40.000 liege.
"Das heißt, dass zumindest jedes dritte Kind in Österreich nicht
geboren wird, was uns zu denken geben sollte", so Marek und weiter:
"Österreich zählt neben Portugal und Luxemburg leider zu den einzigen
Ländern, die über kein fundiertes Datenmaterial aufgrund einer
nationalen Erhebung verfügen und daher fordere ich eine jährliche
Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen." Damit solle nicht nur
verlässliches Zahlenmaterial zur Verfügung stehen, sondern auch
Gründe und Motive für einen Schwangerschaftsabbruch erfasst werden.
"Nur so können wir gezielt und kontinuierlich an der Verbesserung der
Rahmenbedingungen arbeiten. Ich hoffe auf die Unterstützung des
Koalitionspartners und appelliere an Gesundheitsminister Alois
Stöger, rasch die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen", so
Marek.
Ärztekammerpräsident Dorner: Ärzte werden Information
unterstützen
Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner,
betonte in seinem Statement die Bereitschaft der Mediziner, den neu
aufgelegten Folder des Ministeriums aktiv zu unterstützen und auch
die eigene Kollegenschaft entsprechend zu sensibilisieren. Dorner:
"Zukünftig planen wir ärzteinterne Veranstaltungen, um auf die
Bedeutung einer umfassenden ärztlichen Aufklärung intensiv
hinzuweisen."
Heftige Kritik übte Dorner auch am "besonderen Versäumnis"
Österreichs, keine Zahlen über Schwangerschaftsabbrüche zu kennen:
"Über jeden Schmarren muss in Österreich Buch geführt werden. Nur bei
einem so sensiblen und wichtigen Thema wie den
Schwangerschaftsabbrüchen stehen wir völlig im Dunkeln." Er
unterstütze daher die Forderung von Staatssekretärin Marek nach einer
Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Apothekerkammer-Vizepräsidentin Körner: Übersicht über
Beratungsangebot
Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen
Apothekerkammer, sieht in der Broschüre eine "gute Übersicht über das
umfassende Beratungsangebot für schwangere Frauen", die sich in jedem
Fall vor neuen Herausforderungen sehen: "Für die einen ist sie ein
heiß ersehnter Wunsch und daher mit Freude verbunden, für die anderen
ist sie möglicherweise ein Schock und mit Angst behaftet." Weil viele
in dieser Situation fachliche Beratung benötigen, werde beim Kauf von
Schwangerschaftstests in der Apotheke der Folder an Interessierte
abgegeben und auf die Beratungsstellen in den jeweiligen
Bundesländern hingewiesen.
dm drogeriemärkte unterstützen Verteilung des Folders
Harald Bauer, in der dm drogeriemärkte-Geschäftsleitung für
Marketing und Einkauf zuständig, betonte die Notwendigkeit, über die
vielfältigen Beratungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zu
informieren, gerade "wenn Eltern nicht wissen, wie sie ihr Leben mit
einem Kind meistern sollen und in dieser Situation sehr weitreichende
und fundamentale Entscheidungen treffen müssen". Aus diesem Grund
stünden die dm drogeriemärkte auch sehr gerne als Partner zur
Verfügung. Die Folder werde man in allen 354 dm-Filialen im Bereich
der Schwangerschaftstests zur freien Entnahme platzieren.
Nähere Informationen zu den Familienberatungsstellen in ihrem
Bundesland erhalten Sie unter www.familienberatung.gv.at
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft,Familie und Jugend Staatssekretariat: DI Lukas Pohl Tel.: +43/(0)1/71100-5838 mailto:[email protected] www.bmwfj.gv.at Presseabteilung: Dr. Harald Hoyer, Tel.: +43/(0)1/71100-2058
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