- 08.10.2009, 13:17:49
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Grünewald zu Uni-Ranking: Hahn kann Regierungsversagen nicht wegreden
Förderung von Spitzenforschung und Ausbau der Humanressourcen muss endlich wie im Regierungsprogramm formuliert umgesetzt werden
Wien (OTS) - "Auch wenn man internationale Rankings durchaus
differenziert betrachten muss, es ist trotzdem schmerzhaft, immer zu
den Verlierern zu gehören", reagiert der Wissenschaftssprecher der
Grünen, Kurt Grünewald auf das schlechte Abschneiden der Universität
Wien - ohnehin die einzige heimische Universität, die überhaupt noch
in den Top 200 vertreten ist - im "Times Higher Education World
University Ranking".
Dass Wissenschaftsminister Hahn darauf verweist, dass die Top-Unis
Auswahlverfahren und Studiengebühren hätten, ist für Grünewald eine
schwache Ausrede: "Selbst mit der Einführung von Studiengebühren
wären österreichische Universitäten immer noch krass unterdotiert und
die schlechten Betreuungsverhältnisse für Studierende waren vor der
Abschaffung der Gebühren auch nicht besser. Dass von der OECD laufend
die niedrigen Studierendenzahlen kritisiert werden, ist für die
Regierung anscheinend auch kein Thema. Anstatt gebetsmühlenartig den
Entfall der Studiengebühren zu beklagen, sollte sich die Regierung
endlich zu dem bekennen, was sie im Regierungsprogramm formuliert
hat: Förderung von Spitzenforschung und Ausbau der Humanressourcen.
Denn nur dadurch kann die dringend notwendige höhere Anzahl an
Studierenden an den Universitäten so betreut werden, wie es notwendig
ist".
"Dass Österreichs tertiäres Bildungssystem immer wieder so schlecht
abschneidet liegt mit Sicherheit nicht an der mangelnden Intelligenz
der ÖsterreicherInnen, sondern in erster Linie am fehlenden
Reform-Umsetzungswillen der Regierung", kritisiert Grünewald, "denn
2007 bekannten sich alle Parteien dazu, bis 2020 zwei Prozent des BIP
für Universitäten und Fachhochschulen aufzuwenden. Die anschließend
gefassten Beschlüsse über den dazu notwenigen Budgetpfad wurden
gefasst, aber immer noch nicht umgesetzt".
Die Regierung hofft scheinbar, mit der "Eliteuniversität" IST Austria
das aufzuholen, was jahrelang verabsäumt wurde und übersieht dabei,
dass Exzellenz nicht ´top down´ verordnet werden kann: Eine
erfolgreiche Exzellenz-Strategie baut auf vorhandenen Ressourcen und
Potentialen auf und stattet diese mit entsprechenden Mitteln aus. Für
Grünewald ist daher die Aufstockung des FWF-Budgets und eine
Beschäftigungsoffensive für HochschullehrerInnen ein Gebot der
Stunde.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6721, [email protected]
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