- 06.10.2009, 18:30:13
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ein guter Tag beginnt mit einer sanierten Airline - von Michaela Lexa
Der Weg ist zwar noch weit, aber endlich ist er eingeschlagen
Wien (OTS) - Folgende Szene gestern morgens im Aufzug meines
Wohnhauses: Ich betrete den Lift, darin bereits eine Mitbewohnerin
ganz in Rot gekleidet und von mir sofort messerscharf als
AUA-Flugbegleiterin identifiziert. Der Aufzug gleitet nach unten, ich
will mit einem bloßen "Auf Wiedersehen" selbigen verlassen. Doch die
Dame in Rot kommt mir zuvor - und das nicht nur mit einem bloßen "Auf
Wiedersehen", sondern auch mit einem "Einen schönen Tag noch" hinten
angehängt. Beinahe wäre ich bei so viel Freundlichkeit am frühen
Morgen sprachlos gewesen. Doch bevor die Türen sich schließen und die
Maschine erneut durchstartet, kommt mir doch noch ein schnelles
"Ihnen auch" über die Lippen.
Wenige Stunden später ist es nicht mehr so sicher, ob der Tag der
Flugbegleiterin gut ist. Denn das Management des Carriers, der nun
unter den Flügeln des Kranichs fliegt, hat den Weg in die Zukunft
präsentiert - unter dem Titel "Austrian Next Generation". Nach einem
Blick in die Präsentation stellt sich die Frage, ob meine Nachbarin
noch zu dieser gehören wird. Denn da heißt es unmissverständlich:
"Wir müssen ohne Mehrkosten in Personal- und Flugzeugaufwand mehr
fliegen." Bis Ende 2010 wird der Personalstand, der Ende des
Vorjahres noch bei 7914 lag, in Richtung 6000 Mitarbeiter reduziert.
Und auch wenn die Dame zur Next Generation zählt, wird sie vielleicht
in der Früh nicht mehr ganz so freundlich sein: Über-
arbeitete Menschen sind nämlich selten gut gelaunt - und schon gar
nicht am Morgen. Aber das ist leider der Preis für die Sanierung.
Der neue Eigentümer will aber auch an den externen Kosten drehen und
etwa Lieferantenbeiträge einfordern. OMV, Do&Co und wie sie alle
heißen, dürfen sich auf harte Verhandlungen einstellen. Denn mit der
Lufthansa im Rücken klopft eine andere Einkaufsmacht an die Tür als
bisher die in rein Rot-Weiß-Rot gehaltene. Das macht die Lufthansa
auch klar: "Wir nutzen Einkaufsvorteile", heißt es. Und das geht auch
in Richtung Flughafen Wien, der wohl mit seinen Gebühren runter
soll/muss.
Die Lufthansa fackelt also nicht lange und steht dazu: "Wir haben die
volle Verantwortung für Austrian Airlines und damit auch für den
Erfolg der Sanierung." Ob diese gelingt, hängt auch von den
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Noch durchfliegt die Branche
gewaltige Turbulenzen, doch die Lufthansa steuert vehement dagegen.
Eigentlich schade, dass die AUA von der Börse verschwindet - jetzt,
wo der Vogel in die richtige (Gewinn-)Richtung fliegt und für
Aktionäre endlich auch mal was drinnen wäre.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:[email protected]
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