• 03.10.2009, 13:35:03
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Grünewald: Fragwürdige Argumente Hahns keine Rechtfertigung für Studiengebühren

Grünewald: "Hahns Schalmeientöne über Nutzen von Studiengebühren mangelt es an Glaubwürdigkeit"

Wien (OTS) - "Ich wünschte, man hätte in den vergangenen Jahren
über die Probleme und die Zukunft der Universitäten intensivere
Gespräche mit der Opposition geführt. In Sachfragen hätten sich
Gemeinsamkeiten gefunden. Schnellschüsse in die eine wie in die
andere Richtung lösen die zentralen Probleme und Defizite der
Universitäten nicht", äußert sich der Wissenschaftssprecher der
Grünen, Kurt Grünewald, zu den Äußerungen von Bundesministers Hahn im
"Standard".

"Einige Argumente lassen schwer an der Glaubwürdigkeit der gemachten
Äußerungen zweifeln. Allein die Aussage, Vizekanzler und
Finanzminister Pröll hätte beim Budget bewiesen, wie sehr ihm an
Wissenschaft und Forschung gelegen sei, wird an den Unis nur ein
müdes Lächeln hervorrufen. Auch sich von der OECD nur die ÖVP
genehmen Aussagen heraus zu picken und über Jahre OECD-Befunde über
unzureichende Studierendenzahlen und die laufende Unterfinanzierung
unserer Universitäten entweder zu negieren oder als Fehldiagnosen zu
denunzieren, schürt ebenso Unbehagen wie die mehr als gewagte
Behauptung, die ÖVP hätte im Schulbereich mehr als nur einen Schritt
getan", so Grünewald.

"Die derzeitige Knappheit der Ressourcen stellt die Universitäten
schon bei stagnierenden Studierendenzahlen vor kaum lösbare Probleme,
steigende Zahlen führen daher zu Abwehraktionen und Angst vor
Qualitätsverlust in der Studierendenbetreuung. Unbestritten soll nach
Meinung aller ExpertInnen aber breiten Bevölkerungsschichten der
Zugang an Universitäten ermöglicht werden", so Grünewald.

"Studiengebühren sind mit Sicherheit kein Anreizsystem für ein
jahrelanges Studium. In Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation dürfen
die finanziellen Belastungen von Studierenden und deren Eltern nicht
leichtfertig unterschätzt werden. Studiengebühren durch eine massive
Ausweitung der StudienbeihilfeempfängerInnen wettzumachen, würde
allerdings mehr als die 150 Millionen Euro an Investitionsbedarf
erfordern. Verdienstentgang, hohe Lebenshaltungskosten und die
fehlende sozialversicherungsrechtliche Anrechenbarkeit benachteiligt
Studierende, die zudem aufgrund des Studiums niemals die geforderten
fünfundvierzig Beitragsjahre erreichen", gibt Grünewald zu bedenken.

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]

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