• 01.10.2009, 08:38:10
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Flucht oder Angststarre auf der Tiermesse Exotika

VIER PFOTEN: Exoten passen nicht in Plastikboxen und Menschenhände

Wien (OTS) - St. Pölten, 27. September 2009: Ein Team von VIER
PFOTEN hat die Tiermesse Exotika besucht und unhaltbare Zustände
dokumentiert. Ein Großteil der ausgestellten Tiere versuchte
fortwährend aus den kleinen Präsentationsboxen zu entkommen oder
vegetierte ohne Rückzugsmöglichkeiten in ständiger Angststarre. Trotz
Prüfung der Verkaufsstände durch den Veranstalter fanden sich oft
sogar nach dem Gesetz völlig inakzeptable Bedingungen. Aber auch wo
die gesetzlichen Mindestanforderungen eingehalten wurden, reichten
sie leider nicht aus um die exotischen Reptilien, Insekten und Säuger
hinreichend zu schützen.

Zahllose Tiere waren in endlosen Reihen und Stapeln in kleinen
Plastikboxen aneinander gereiht. Oft waren die Behälter nur
unwesentlich größer als die Tiere selbst. Verstecke oder
Beschäftigungsmaterial fehlte für einen Großteil der Tiere gänzlich.
Zahllose Spinnen und Echsen saßen in blanken Plastikboxen ohne
jegliche Einstreu. Ihnen wurde sogar das häufig als einziges Inventar
gewährte Stück Küchenrolle vorenthalten. Wenn sie vorübergehend aus
ihren Boxen entlassen wurden, dann direkt in die tastenden Hände
potentieller Käufer. Weißbauchigel, die vor neugierigen Kinderhänden
in spärliche Verstecke flüchten wollten, wurden dauernd wieder heraus
gezerrt und herumgereicht. Schildkröten saßen oft in Boxen ohne
Trinkwasser und Unterschlupf.

In Verkaufsgesprächen wurde nicht geprüft, ob potentielle Käufer
die Tiere auch nur annährend versorgen können. Allen ist es möglich
spontan exotische Tiere in einer Plastikbox mit zu nehmen. Ob den
gekauften Tieren später passende Terrarien oder wenigstens eine
artgerechte Ernährung zur Verfügung stehen würde, war offenbar nicht
die Sorge der Anbieter. Auch über die Meldepflicht von Tieren in
Österreich wussten viele Aussteller "leider" nicht Bescheid.

Viele Aussteller aus Ungarn, Deutschland, Polen, Tschechien,
Slowakei, Holland und Österreich fahren pausenlos von Messe zu Messe.
Dabei bleiben die meisten Tiere mit samt ihren kleinen
Präsentationsboxen in großen, dunklen Transportbehältern und werden
nur am Verkaufsstand ans Licht geholt. Die Tortour wiederholt sich
für die Tiere an unzähligen Veranstaltungsorten in verschiedenen
Ländern.

Johanna Stadler-Wolffersgrün von VIER PFOTEN fasst zusammen: "Aus
Tierschutzsicht sind Messen wie die Exotika inakzeptabel, da weder
das Wohlergehen auf Verkaufsausstellungen, noch eine angemessene
Unterbringung danach sicher gestellt werden kann, WahreTierfreunde
holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden
und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause." VIER PFOTEN fordert den
Gesetzgeber auf Tiermessen zu verbieten und bloß noch die Haltung
jener Exoten zuzulassen, die wissenschaftlich fundiert als dafür
geeignet in eine Positivliste aufgenommen wurden.

Rückfragehinweis:
Franz Gratzer
mailto:[email protected]
Tel:++43 1 895 02 02 - 32

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