- 03.09.2009, 09:24:15
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Neues Sachbuch über Geologie und Wien erschienen
Wegführer fördert Wissenswertes über den Wiener Stadtboden zutage
Wien (OTS) - Tief in die jahrmillionenweit entfernte Wiener
Vorzeit führt der heuer erschienene geologische Stadt
Wien-Wanderführer "Wandern durch die Zeiten". Das handliche und im
Design sehr ansprechend gestaltete Booklet stammt von der
Grundbau-Gruppe der Kommune und ist man am Ende der ge(h)lehrten
Wandertipps angelangt, schüttelt man erstaunt den zwischenzeitlich
mit Gestein-Vokabular gut gefüllten Kopf ob der Herausgeberschaft.
Nicht sperrig, nicht süßlich, kein ermüdendes Superlativ-Vokabular
begleitet den Laien auf seiner Reise durch die Flysch- und Günz-Zonen
Wiens, vielmehr hat das fünfköpfige Autorenteam unter der
Herausgeberschaft von Eduard Winter einen angenehmen Stil in ihrer
Schreibe entwickelt, der unaufdringlich das Interesse am meist
unsichtbaren Stadtboden befördert.
Die elf Tourenvorschläge, die meisten entpuppen sich als feine
zweistündige Spaziergänge, orientieren sich am Bemerkenswerten, nicht
am Unsichtbaren. In der Lobau geht es um die Flyschzone, am
Kahlenberg um sichtbare Überreste des Urmeeres, Löss und Rotlehm
treten am Nordostabhang des Laaerberges zutage, im Kasgraben in
Penzing kann man anhand des dort mäandrierenden Wienerwaldbaches das
alte Strombett der Donau nachvollziehen. Vom Kleinen ins Große:
Dieses philosophische Prinzip halten fast alle Tipps bereit, wobei
man auch hier an seine Vorstellungsgrößen kommt. Wer kann sich heute
noch ernsthaft das Urmeer im Wiener Becken mitsamt Mangroven,
Haifischen und Krokodilen vorstellen? Aber genau jene
Überstrapazierung der laienhaften Phantasie ist es vielleicht auch,
die das geologische Wissen immer ein bisschen geheimnisvoll
erscheinen lässt. Dazu kommt auch, dass man in Wien dem Prinzip Tiefe
eher selten begegnet. Am ehesten noch am Michaeler Platz mit seinen
römischen Ausgrabungen, vielleicht auch beim Hinabblicken auf die
Virgilkapelle bei der U-Bahn-Station "Stephansplatz".
Zum Stil der Beiträge wäre noch nachzutragen, dass die Autoren
sympathischerweise auch rechts und links der geologischen
Attraktionen blicken, was heißt, dass dem Leser musikalische und
kulturhistorische Sidesteps nicht vorenthalten werden. Gut, aber
nicht zu reich bebildert, im hinteren Umschlag ein nochmaliger
Überblick über die geologischen Zeitabschnitte mit Beispielen für
Wien - für's Jura werden da die poetisch klingenden St. Veiter
Klippenzone erwähnt, für die Trias gibt es eine Verneigung vor der
Mizzi-Langer-Wand -: der Gesteinsführer der Wiener Geologen der Stadt
Wien ist ein wirklich bemerkenswerter und ungewöhnlicher Reiseführer
für jeden interessierten Stadtbewohner.
Eduard Winter (Hg.): "Wandern durch die Zeiten", Geologischer
Wanderführer von Wien, 164 Seiten, Wien 2009, ISBN-10 3-9502000-1-0;
ISBN-13978-3-9502000-1-0; Preis: Euro 19,90 Das Buch ist neben dem
Buchhandel auch direkt über die MA 29 (Brückenbau und Grundbau) zu
beziehen. E-Mail: [email protected]
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(Schluss) hch
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