• 02.09.2009, 11:25:41
  • /
  • OTS0094 OTW0094

Landau: Scharfe Kritik an "Macondo"-Plänen des Innenministeriums

Mögliche Umwandlung des Kardinal-König-Integrationshauses in ein Abschiebezentrum ist für den Wiener Caritasdirektor "zynisch"

Wien, 02.09.2009 (KAP) Scharfe Kritik übt der Wiener Caritasdirektor
Michael Landau an den Plänen des Innenministeriums, das "Kardinal
Franz König"-Integrationshaus in Wien-Kaiserebersdorf mit Ende
September zu schließen. Das 1998 vom Integrationsfonds errichtete
und gemeinsam von Kardinal König und dem damaligen Innenminister
Karl Schlögl eröffnete Haus liegt inmitten der "Macondo"-Siedlung;
am Stadtrand von Wien leben dort rund 3.000 Migranten und
Migrantinnen und anerkannte Flüchtlinge aus 25 Ländern. Als
Provisorium in den 1950er Jahren nach der Ungarnkrise entstanden,
ist die Siedlung in Wien-Simmering mittlerweile zum fixen
Lebensmittelpunkt für zahlreiche Menschen geworden.

Laut Landau soll die sozialarbeiterische Betreuung der Siedlung, die
bislang vom "Kardinal-König-Integrationshaus" übernommen wurde,
zukünftig nurmehr durch eine stundenweise Betreuung ersetzt werden.
"Ich bin zutiefst besorgt und warne vor ethnischen Konflikten, die
hier entstehen könnten", so der Wiener Caritasdirektor.

Als "zynisch" wies Landau darüber hinaus die angeblichen Pläne
zurück, das Integrationshaus statt dessen in ein Abschiebezentrum
bzw. ein Polizeianhaltezentrum umzuwandeln. Landau dazu wörtlich:
"Das Haus steht auch für das, wofür der Kardinal selbst steht: das
Miteinander von Menschen. Eine Umwandlung des Kardinal
König-Integrationswohnhauses in eine Abschiebeeinrichtung hielte ich
nicht nur für geschmacklos und unangemessen, sondern auch für einen
schweren Angriff auf die Person, und auf das Erbe von Kardinal Franz
König."

Im "Kardinal-König-Integrationshaus", einer Einrichtung des
Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), gibt es 140 Wohneinheiten
in denen derzeit rund 230 Menschen leben. Die Bewohner leben für
rund ein Jahr im Wohnhaus und absolvieren hier ein umfassendes
Integrationsprogramm, das das Erlernen der deutschen Sprache sowie
die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben in Österreich
umfasst. Integrationsbetreuer unterstützen die Bewohner bei der
Arbeitssuche und bei weiteren Herausforderungen im Alltag. Insgesamt
3.000 Frauen, Männer und Kinder wurden mit Hilfe des Teams des
Integrationswohnhauses in den letzten zehn Jahren erfolgreich in die
österreichische Gesellschaft integriert.

Laut Presseaussendung des ÖIF wird das Integrationswohnhaus nach dem
für Ende September angesetzten Auszug der bisherigen Bewohner
saniert. "Über die weitere Nutzung wird bis Jahresende entschieden",
heißt es von Seiten des ÖIF.

O-Töne von Caritasdirektor Landau sind unter
www.katholisch.at/o-toene abrufbar.

(ende)
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel