• 17.08.2009, 14:45:06
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Krankenkassen: Defizit deutlich geringer

Medikamentenkosten: Vorgeschlagene Maßnahmen sind offenbar goldrichtig Wien (OTS) - Das vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gemeinsam mit den Krankenversicherungsträgern und der Ärztekammer erarbeitete Sanierungskonzept "Gesundheit: Finanzierung sichern - Langfristige Potenziale zur Steuerung der Ausgaben und zur nachhaltigen Kostendämpfung" zeigt bereits erste Wirkung. Im 1. Halbjahr 2009 sind die Ausgaben der von den öffentlichen Apotheken auf Rechnung der Krankenkassen abgegebenen Medikamente lediglich um 1,84 Prozent gestiegen, im Jahresvergleich 2007/2008 gab es noch einen Kostenanstieg um 7,6 Prozent. Bekanntlich gehören die Ausgaben für Medikamente neben den Spitälern und Arzthonoraren zu den drei größten Aufwandspositionen der sozialen Krankenversicherung. Ein Konsolidierungsmix hat daher in diesem Bereich neben der von der Bundesregierung durchgeführten Mehrwertsteuersenkung auf Medikamente und dem mit der Pharmawirtschaft ausverhandelten Kostensenkungspaket von jährlich 40 Millionen Euro eine besonders tragende Rolle. "Damit ist bewiesen, dass die von uns vorgeschlagenen Dämpfungsmaßnahmen im Bereich Medikamente realisierbar sind. Ein besonderes Lob verdienen sich dabei auch die Ärzte für ihre verantwortungsvolle Verschreibepraxis", sagt der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband, Hans Jörg Schelling. Ziel des der Bundesregierung Ende Juni übergebenen Sanierungskonzeptes ist, dass die Kassen bis Ende 2013 einen ausgeglichenen Rechnungsabschluss ausweisen können. Schelling: "Zur Erreichung dieses Zieles müssen Krankenversicherungsträger und Hauptverband alles daran setzen, um die dargestellten Kostendämpfungspotenziale auch tatsächlich zu erzielen. Wenn die Kosten für Medikamente jetzt weniger stark steigen, als ursprünglich angenommen, dann sind wir zwar auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel". Denn wenn die 19 Krankenkassen bei einem Gesamtbudget von 14,2 Milliarden Euro für das laufende Jahr in ihrer August- Prognose statt eines voraussichtlichen Gebarungsabgang von minus 99 Millionen Euro (Mai 2009) , jetzt möglicherweise mit einem leichten Plus rechnen, dann ist das auf folgende Umstände zurück zuführen: - Noch relativ stabile Einnahmensituation durch hohe Lohn- und Pensionsabschlüsse - Kostendämpfungsmaßnahmen wie bei den Medikamenten - Maßnahmen des Budgetbegleitgesetzes wie Auflösung des Katastrophenfonds, Refundierung der Mehrwertsteuerleistungen und zusätzliche Budgetmittel in Höhe von 45 Millionen Euro "Für 2010 und die Folgejahre schaut die Situation aber bedeutend dramatischer aus. Deshalb werden wir das Kostendämpfungsprogramm in Höhe von 1,7 Mrd. Euro jedenfalls zügig umsetzen, unabhängig davon, bis wann die Bundesregierung zu einer Entscheidung kommt", betont Verbandsvorsitzender Schelling Eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe zu einer Pandemie bzw. weiter steigende Arbeitslosenzahlen könnte das prognostizierte leichte Plus des heurigen Jahres wieder in ein kräftiges Minus umwandeln. "Eine flächendeckende Impfung würde sich im Falle einer Ausbreitung zur Pandemie", so Schelling, "mit Mehrkosten in Höhe von 150 Millionen Euro zu Buche schlagen". Deshalb fordert der Hauptverband auch eine verantwortungsvolle Diskussion zur Pandemie statt unangebrachter Panikmache. Und eine weitere Tatsache könnte dazu führen, dass das Ergebnis noch ins Negative dreht: Bei den Ausgaben für das Krankengeld haben die Kassen aufgrund der steigenden Arbeitslosenzahlen einen Kostenanstieg um fast 13 Prozent zu verzeichnen. Tendenz weiter steigend. Um für die kommenden Zeiten gerüstet zu sein, bekräftigt Schelling seinen Appell an Regierung und Parlament, das Kassensanierungspaket, bestehend aus den mit der Ärztekammer und den Krankenkassen ausverhandelten und bereits mit der Umsetzung beginnenden Konsolidierungsmaßnahmen, einem mit 100 Millionen Euro dotierten neu zu schaffenden Strukturfonds und einer Finanzspritze von insgesamt 450 Millionen Euro zur Entschuldung der defizitären Krankenkassen möglichst rasch freizugeben. Schließlich erwarten die Krankenkassen aufgrund der eingebrochenen Konjunktur ohne entsprechende Konsolidierungsmaßnahmen für 2010 wieder ein Gesamtdefizit von 323 Millionen Euro, bei den Gebietskrankenkassen sogar eine Minus von 364 Millionen Euro. Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs. Rückfragehinweis: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Pressestelle Tel.: (++43-1) 71132-1120 mailto:[email protected] http://www.sozialversicherung.at *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0125 2009-08-17/14:45 171445 Aug 09

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