Wien (SK) - "Ich will, dass meine Immunität aufgehoben wird", meint SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Bürgermeister der Stadt Spittal/Drau Gerhard Köfer vor dem nach Ende der heutigen Nationalratssitzung tagenden Immunitätsausschuss, bei dem es um das von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt am 8.5.2009 eingebrachte Ansuchen um Aufhebung der parlamentarischen Immunität seiner Person geht. Für ihn, Köfer, sei es eine Selbstverständlichkeit, sich nicht hinter der Immunität, die er als Nationalratsabgeordneter genießt, zu verstecken, sondern sich ausliefern zu lassen. Schließlich stehe er zu dem im Jahre 2007 von ihm als Bürgermeister mitgetragenen und einstimmig gefällten Gemeinderatsbeschluss, der die Errichtung eines Handymasten im dicht verbauten Wohngebiet von Spittal/Drau untersagte. "Ich lasse die 30 Gemeinderäte, gegen die ja die Staatsanwaltschaft ebenso ermittelt, sicher nicht im Stich, sondern stelle mich vor sie", zeigt sich Köfer solidarisch. Schließlich haben alle Beteiligten mit bestem Wissen und Gewissen entschieden. Der Gemeinderat habe sich damals die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern letztendlich aufgrund folgender Überlegung entschieden: "Solange eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht restlos ausgeschlossen werden kann, ist im Zweifel gegen die Errichtung eines Handymasten im dicht verbauten Wohngebiet zu stimmen." ****
Obwohl damals dem Handynetzbetreiber drei Ersatzstandorte in unmittelbarer Nähe angeboten worden sind, beharrte das Unternehmen in der Folge auf dem einen Standort.
Die Staatsanwaltschaft hatte übrigens wegen dieser Causa bereits einmal Voruntersuchungen gegen den Spittaler Gemeinderat eingeleitet, diese aber nach einiger Zeit mit folgender Begründung eingestellt: Es kann kein Amtsmissbrauch sein, wenn verantwortungsvolle Gemeinderäte sich auch unter Druck der zuständigen Stellen der Landesregierung wegen der drohenden Gesundheitsbelastung weigern, Handymasten im dicht verbauten Siedlungsgebiet zu genehmigen.
Köfer sieht der Auslieferung und der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft gelassen entgegen. "Es kann wohl nicht sein, dass man des Amtsmissbrauchs beschuldigt wird, nur weil man sich um die Gesundheit der GemeindebürgerInnen kümmert." Ganz Österreich sowie der ebenso betroffene EU-Raum werden, so die Einschätzung Köfers, ganz genau darauf achten, "wie man hier um des Profits eines Mobilfunkbetreibers Willen unbescholtene BürgerInnen, die als demokratisch gewählte KommunalpolitikerInnen einzig und alleine das Wohl der von ihnen vertretenen GemeindebürgerInnen im Auge hatten, vor Gericht zerren und kriminalisieren will." (Schluss) alu/mp
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OTS0325 2009-06-16/16:07
161607 Jun 09
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