- 19.05.2009, 12:46:36
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60 Jahre Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer
Neonazi-Aktivitäten müssen vom Verfassungsschutz unterbunden werden, mehr politische Bildung an Schulen gefordert
Wien (SK) - Der "Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer
des Faschismus und aktiver Antifaschisten" beging im Wien Döbling, wo
er im Frühjahr 1949 gegründet wurde, seine 60 Jahr-Gründungsfeier.
Die den neuerlichen Hasstiraden der FPÖ a la "Abendland..." oder
"Volksverräter..." erinnern Freiheitskämpfer-Vorsitzenden, NR Abg.
a.D. Ernst Nedwed an den NS-Wortschatz vergangener Zeiten: "Die
Provokationen in einigen KZ-Gedenkstätten sind Alarmsignale, die neue
Strategien erfordern. Zeitgeschichte und politische Bildung in den
Schulen muss mehr Platz bekommen. Exkursionen zu KZ-Gedenkstätten
sollten nur von hierfür geeigneten Institutionen durchgeführt werden.
Auch müssen Vorbereitungs- und Begleitseminare abgehalten werden, in
denen auch politische Zusammenhänge erläutert werden, sonst ist das
Aufkommen des Faschismus für Jugendliche nicht zu verstehen."
Außerdem forderte Nedwed für die Feiern der diversen Opferverbände,
im Interesse der Sicherheit und des internationalen Ansehens
Österreichs, Polizeischutz. "Neonazistische Provokationen müssen vom
Amt für Verfassungsschutz nicht nur beobachtet, sondern sofort durch
Polizeieinsatz unterbunden werden. Vorbilder dafür sind die
Innenminister Lanc und Blecha, die das NS-Verbotsgesetz bei Bedarf
auch angewendet haben." ****
Bundesvorsitzender Ernst Nedwed erinnerte an die erste und
langjährige Vorsitzende des Bundes, die Widerstandskämpferin und
Überlebende des Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, Rosa Jochmann,
die den Bund zu einer moralischen Kraft innerhalb der
Sozialdemokratie gemacht hat. Auch in den ersten Nachkriegsjahren war
es notwendig gegen die "Gefahr von rechts" aufzutreten und den Opfern
der faschistischen Systeme ihre Rechte zu erkämpfen. Das tat sie im
Parlament genauso, wie im Gespräch mit jungen Menschen, die in ihr
eine glaubwürdige Zeitzeugin sahen. Als einen Lehrer und Sprecher der
Freiheitskämpfer hob Ernst Nedwed den langjährigen stv. Vorsitzenden
Josef Hindels hervor, der sich unvergessliche Dienste um die
politische Bildung der jungen Generation erworben hatte. Und er
dankte auch dem Ehrenvorsitzenden Vorsitzenden Alfred Ströer, der in
der Zeit von 1995 bis 2007 den Bund geführt hat und heute weiterhin
als Zeitzeuge zur Verfügung steht.
Hochrangige Mandatare wie Bundesminister Rudolf Hundstorfer,
Bürgermeister Michael Häupl, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas,
und der SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Parlamentswahl, Hannes
Swoboda, überbrachten den Delegierten aus allen Bundesländern die
Grüße und den Dank der Sozialdemokratie für eine jetzt erst recht
unverzichtbare Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und
Antisemitismus. Gerade die Vorfälle der letzten Tage hätten gezeigt,
wie wichtig die Zeitzeugen des Widerstandes und die überlebenden
Opfer aus den Konzentrationslagern, sowie die aktiven Antifaschisten
heute in der Aufklärungsarbeit sind. Das betonte auch die Vertreterin
des Pensionistenverbandes, Bundesministerin a.D. Hilde Hawlicek. Der
Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs, Wolfgang
Moitzi, verwies auf das traditionelle Bündnis der Jugend mit den
Freiheitskämpfern und hob ihre Vorbildfunktion hervor. (Schluss)
mw/mp
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