Physikstudierende Uni Wien/TU Wien: Ausstieg aus CERN ist eine Katastrophe für die Österreichische Wissenschaft

Der angekündigte Ausstieg Österreichs aus der CERN-Mitgliedschaft bedeutetet einen riesigen Rückschritt für die Österreichische Wissenschaft.

Wien (OTS) - Seit 50 Jahren ist Österreich Mitglied in der internationalen Forschungseinrichtung CERN in der Schweiz. Die Forschungen an dieser Institution haben unter anderem das World Wide Web hervorbegracht. "Kaum zu fassen, dass Minister Hahn möchte, dass Österreich nicht mehr am größten Forschungsprojekt der Welt teilhanben soll." zeigt sich Bianka Ullmann, Vorsitzende der Studienvertretung Physik an der TU Wien empört. "Der Ausstieg Österreichs aus dem CERN-Projekt hat weitreichende Konsequenzen für viele Studierende. Zahlreiche Praktika, Diplomarbeiten und Dissertationsstellen hängen in der Luft", so Carina Karner, Vorsitzende der Studienvertretung Physik an der Universtiät Wien.

Das Vorhaben Minister Hahns ist ein grober Einschnitt in die österreichische Forschungslandschaft. Viele österreichische Top-WissenschaftlerInnen und -Lehrende sind am CERN-Projekt beteiligt, wodurch die heimischen Universitäten, besonders die Studierenden, enorm profitieren. "Viele unserer Kolleginnen und Kollegen nutzen die Möglichkeit, Praktika am CERN zu absolvieren und diese auch im Studium angerechnet zu bekommen" so Karner und Ullmann. Die Möglichkeit an diesem internationalen Projekt mitzuwirken wird durch den Ausstieg verloren gehen.

Grundlegend stellt sich die Frage, was sich das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unter Wissenschaft und Forschung vorstellt, wenn es ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt dieser Größenordnung nicht wertschätzt. "Wie soll Österreich jemals wieder einen Nobelpreis bekommen, wenn hochkarätige Wissenschaft mit Füßen getreten wird?" beklagt Karner die kurzsichtige Wissenschaftspolitik.

"Die budgetäre Prioritätensetzung in Österreich läuft in eine komplett falsche Richtung." stellt Ullmann mit Bedenken fest. Das zeigt die Tatsache, dass für Banken 100 Milliarden Euro ohne Probleme locker gemacht werden können, während 20 Millionen für ein wissenschaftliches Großprojekt zu viel verlangt sind.

Die Studienvertretungen Physik an der Universität Wien und der Technischen Universität Wien sind die gesetzlichen Interessensvertretungen der Physikstudierenden an den beiden Universitäten.

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Bianka Ullmann, Vorsitzende der Studienvertretung Physik, TU Wien
Tel.: 0699 / 192 00 424, Email: bianka@fstph.at

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