• 27.04.2009, 09:20:06
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Leere Versprechen: Kein höherer Ertrag durch Gentechnik

Greenpeace: Hungerproblematik wird durch Gentechnik nicht gelöst

Wien/Washington (OTS) - Greenpeace zufolge erhöht der Anbau
gentechnisch veränderter (GV) Pflanzen den Ertrag der Ernten nicht.
Die Umweltschützer stützen sich mit ihrer Aussage auf einen neuen
Report aus den USA, der die Erträge aus dreizehn Jahren Gentech-Anbau
mit jenen aus normalen landwirtschaftlichen Methoden vergleicht. Es
zeigte sich, dass mit traditionell gezüchtetem Saatgut die Erträge
gesteigert werden konnten. Mit gentechnisch verändertem Saatgut
gelang das nicht oder nur unwesentlich.

Stattdessen breiten sich in den USA sogenannte "Superunkräuter"
dramatisch aus. Die USA bauen auf 62,5 Mio. Hektar Gentechnik an und
sind damit weltweit der Hauptproduzent von Gentech-Pflanzen.
"Entgegen den zahlreichen Versprechungen ist es der Biotech-Industrie
nicht gelungen, den Ertrag mittels Gentechnik zu erhöhen und damit
einen Beitrag zur Lösung der Hungerproblematik zu leisten. Im
Vergleich dazu hat die konventionelle Zucht Verbesserungen erreicht",
so Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm von Greenpeace.

Zudem breitet sich laut Greenpeace in landwirtschaftlichen
Gebieten, wo in Monokulturen vorwiegend "Roundup"-Saatgut von
Monsanto angebaut wird, der Weiße Gänsefuß aus. Er zählt zu den
sogenannten Superunkräutern. Diese haben bereits Resistenzen gegen
"Roundup" entwickelt und sind mit herkömmlichen Unkrautvernichtern
nicht mehr zu bekämpfen. Die Folge ist ein steigender Einsatz von
noch aggressiveren Spritzmitteln. "Auf dem Weg zu mehr
Nahrungsmittelsicherheit hat sich die Gentechnik als enormer Umweg
erwiesen. Anstatt zu höheren Erträgen führt sie zu einem höheren
Einsatz von Spritzmitteln", so Strohm weiter. "Eine zukunftsfähige
Landwirtschaft sollte aber mit der Natur arbeiten, niemals gegen
sie."

Der Report "Failure to Yield: Evaluating the Performance of
Genetically Engineered Crops", wurde von UCS (Union of Concerned
Scientists) erstellt. Er vergleicht die gesamten Ernteerträge des
Gentechnik-Anbaus mit den Ergebnissen anderer landwirtschaftlichen
Methoden. Im Report wurden insgesamt 24 wissenschaftliche Studien zu
Mais und Soja zusammengefasst. Die Wissenschaftler kommen zu dem
Schluss, dass Herbizid-tolerante Gentech-Pflanzen keinen höheren
Ertrag gebracht haben. Mais, der gegen Schädlinge resistent ist, habe
die Erträge nur marginal gesteigert. Bei traditionellen Zuchtmethoden
konnten die Ernteerträge gesteigert werden. Der Grund dafür liegt vor
allem in der Verbesserung in der landwirtschaftlichen Praxis.

Weitere Informationen:
http://www.ucsusa.org/failuretoyield

Rückfragehinweis:
Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher Greenpeace, 0664 612 67 21
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 612 67 18

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