- 11.03.2009, 12:22:21
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Greenpeace: Globales Klimasystem vom Kollaps bedroht!
Umweltorganisation kommentiert Klimaforscher-Kongress in Kopenhagen
Kopenhagen/Wien (OTS) - Im Gegensatz zu vielen der bisherigen
Treffen wird der derzeit stattfindende Forscherkongress zur
Vorbereitung der UN-Klimakonferenz im Dezember nicht vom Weltklimarat
IPCC organisiert, berichtet die Umweltschutzorganisation Greenpeace
aus Kopenhagen. Das bedeutet, dass die Wissenschafter unter sich sind
und in Abwesenheit der Politik diskutieren können - womit auch der
Abschlussbericht ohne politischen Einfluss zustande kommen wird.
Aussagen über die Folgen des Klimawandels werden damit
voraussichtlich ungeschönter sein als bisherige Klimaprognosen,
erwartet Greenpeace.
Eine erste Schlussfolgerung der Klimaexperten ist, dass aufgrund
des sich beschleunigenden Abschmelzens des Polareises - so etwa in
Grönland - der Meeresspiegel viel schneller ansteigen wird als in der
letzten IPCC-Studie prognostiziert: Rechnete das IPCC 2007 nämlich
noch mit einem maximalen Anstieg von 59 Zentimetern bis 2100, wird
inzwischen eine Zunahme von einem Meter oder sogar mehr
prognostiziert.
Besonders problematisch wird diese Entwicklung für die derzeit 600
Millionen Menschen, die in den Küstenregionen unsere Planeten leben.
"Für ein wohlhabendes Land wie die Niederlande ist ein
Meeresspiegel-Anstieg von einem Meter technisch und finanziell noch
bewältigbar, für Bangladesh dagegen bedeutet das bereits eine
absolute Katastrophe", weiß Greenpeace-Klimasprecher Jurrien
Westerhof. "Und das wäre erst der Anfang: Wenn einmal das gesamte Eis
von Grönland und West-Antarktika geschmolzen ist, wird sich der
Meeresspiegel weltweit um mehr als sechs Meter erhöht und damit auch
Städte wie London, Hongkong oder New York vor existenzielle Fragen
gestellt haben", warnt Westerhof.
Unbehagen herrscht in Kopenhagen darüber, dass viele Politiker die
Warnungen der Klimaexperten noch immer nicht wahrhaben wollen. Zudem
wird die Rolle zahlreicher Medienvertreter kritisiert: Denn nach wie
vor werde berichtet, als ob es eine große Unsicherheit in Bezug auf
die Existenz des Klimawandels gäbe. Skeptische Stimmen würden
aufgewertet, obwohl diese in der wissenschaftliche Debatte keine
Rolle mehr spielten. Und das unbefriedigende, vor allem aber falsche
Ergebnis wäre dann, dass viele Menschen den Klimaforschern
Uneinigkeit vorwerfen würden.
"Wie viele Warnungen brauchen wir denn noch?", ist Westerhofs
abschließende Frage. "Wenn nicht äußerst bald Taten gesetzt werden,
sollten sich unsere Kinder besser jetzt schon auf ein Kippen des
globalen Klimasystems einstellen", so der Greenpeace-Experte.
Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126701
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