• 20.01.2009, 11:31:15
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Brauner/Mailath: Wien schnürt Forschungskonjunkturpaket

60 Millionen Euro zusätzliche Investitionen in Wiener Spitzenforschung

Wien (OTS) - "Die Stadt Wien wird im Zuge der Maßnahmen des Wiener
Konjunktur- und Beschäftigungspakets rund 60,5 Millionen Euro in
Wiener Forschungsinfrastruktur und Spitzenforschung investieren. Das
kündigten Vizebürgermeisterin, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin
Mag.a Renate Brauner und Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny am Dienstag im Mediengespräch des Bürgermeisters an.
Mit dem Wiener Forschungspaket wird ein weiterer entscheidender
Konjunkturimpuls in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise seitens
der Bundeshauptstadt gesetzt.****

"Mit diesem Paket gibt Wien deutliche konjunkturelle Anreize und
investiert gleichzeitig in die Zukunft des Forschungs- und
Technologiestandortes Wien", erklärte Brauner. Besonders in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es notwendig, in Infrastruktur
und Bildung zu investieren, so Brauner weiter. "Nur so kann Wien
seine Position im internationalen Wettbewerb sichern. Davon
profitiert nicht nur die Wissenschaft und die Wirtschaft sondern alle
Wienerinnen und Wiener", betont Brauner.

Auch Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny
unterstreicht die Bedeutung der Wissenschaften für eine lebendige
Stadt: "Eine moderne Stadt braucht die Wissenschaft. Sie schafft die
Grundlagen für kulturelle, gesellschaftliche und soziale
Veränderungen und sie entwickelt jene Produkte und Verfahren, die
unseren Alltag erleichtern. Wien fördert beide Aspekte von
Wissenschaft: Forschungen, die zu neuen Anwendungen führen und
Analysen, die die BürgerInnen mit einem kritischen Blick auf die Welt
ausstatten", erklärte Mailath und unterstrich: "Die Stadt Wien hat
jedenfalls die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und investiert
verstärkt in Wissenschaft und Forschung und damit in die Zukunft."

Deutliche Steigerung der Forschungsausgaben der Stadt

Die Forschungsausgaben der Stadt Wien steigen kontinuierlich an.
Neben den zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen des Wiener Konjunktur- und
Beschäftigungspakets sind im Wiener Budget für das Jahr 2009 rund 80
Millionen Euro an Forschungsausgaben veranschlagt. Seit dem
Rechnungsabschluss 2004 haben sich die im Wiener Budget
veranschlagten F&E-Mittel der Stadt um 23% erhöht. Von allen
Bundesländern hat Wien damit das größte Budget für Forschung. 21 %
der Ausgaben der Bundesländer trägt Wien, die Steiermark 17 % und
Niederösterreich 16 %. Allein diese drei Länder gemeinsam bestreiten
mehr als die Hälfte der Ausgaben der Länder für Forschung und
Entwicklung. Auch die Forschungsquote liegt in Wien mit rund 3,2
Prozent bereits heute über dem Barcelona-Ziel und deutlich über dem
österreichischen Durchschnitt (2,63 Prozent). Rund 35.000 Menschen
sind in Wien in der Forschung beschäftigt, an den Universitäten, den
Kompetenzzentren und in den forschenden bzw. innovativen Unternehmen.

Das Wiener Forschungskonjunkturpaket im Detail

Das Wiener Forschungskonjunkturpaket besteht aus einem Mix an
Investitionen in Forschungsinfrastruktur, mehrjährige
Forschungsprogramme zwischen Wissenschaft und Wirtschaft,
disziplinübergreifende Forschung im Bereich der Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften, Stipendien für NachwuchswissenschafterInnen
sowie in ein Stiftungsinstitut für öffentliches und urbanes
Management an der Wiener Wirtschaftsuniversität und ein Wiener
Wiesenthal-Institut für Holocaustforschung.

Infrastrukturausbau bei den Austrian Research Centers in Wien
- 4 Mio. Euro

Die Stadt Wien baut die Zusammenarbeit mit dem Austrian
Institute of Technology (vormals "Austrian Research Centers") aus. An
den Wiener Technologiestandorten TECHbase, ENERGYbase und Muthgasse
stehen in den kommenden Jahren insgesamt 10,2 Mio. Euro für die
Themenschwerpunkte urbane und häusliche Energiesystematik,
alternative Mobilitätskonzepte und Bio-Nanotechnologie zur Verfügung.
Die Stadt Wien beteiligt sich an diesen Investitionen in
Infrastruktur für hochwertige Forschung mit 4 Mio. Euro (6,2 Mio.
Euro AIT Eigenfinanzierung). Dies sichert in den ARC/AIT 64
Arbeitsplätze und schafft darüber hinaus unmittelbar 18 neue
Arbeitsplätze. Dieses Projekt wird in einer strategischen Allianz mit
dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) bzw. seiner Tochter, dem
Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) durchgeführt.

Wr. Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften - 3 Mio. Euro

Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) haben in
Wien eine lange und erfolgreiche Tradition. Zu ihrer Wiederbelegung
startete die Stadt Wien 2008 ein breit angelegtes Förderprogramm für
disziplinübergreifende Forschung in den GSK. Die erste Ausschreibung,
"Art(s)&Sciences" als Brückenschlag zwischen den Wiener GSK und den
Künsten war mit 1,5 Millionen Euro dotiert und sehr erfolgreich. Von
insgesamt 54 Förderansuchen hat ein hochrangig besetzter
Programmbeirat im Dezember 2008 fünf Projekte und zwei Fellowships
ausgewählt. Für 2009 und 2010 sind weitere Ausschreibungen
vorgesehen, die jährliche Fördersumme beträgt 1,5 Millionen Euro.
Abgewickelt wird das Wiener Impulsprogramm für Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds
(WWTF).

Junior Research Groups - 3 Mio. Euro

Aufgrund der Empfehlungen der Wiener Forschungs-, Technologie-
und Innovationsstrategie "Wien denkt Zukunft" werden erstmals zwei
Junior Research Groups in den Wiener Stärkefeldern Life Science, IKT
und/oder Medien & Kreativwirtschaft mit insgesamt drei Millionen Euro
ausgeschrieben. Damit können eigenständige Forschungsgruppen, die von
sehr jungen, aussichtsreichen ForscherInnen geleitet werden, in den
nächsten fünf Jahren aufgebaut werden. Wiener, aber auch
internationale JungwissenschafterInnen mit hohem Potenzial erhalten
damit einen deutlichen Impuls für ihre akademischen Karrieren.
Dadurch gewinnt der Forschungsstandort Wien zusätzlich an
Attraktivität für internationale Spitzenforschung. Abgewickelt wird
diese Ausschreibung über den Wiener Wissenschafts- und
Technologiefonds (WWTF).

Errichtung eines Wiener Wiesenthal Instituts - 1,3 Mio. Euro

Die Stadt Wien unterstützt die Errichtung und den Aufbau eines
Simon Wiesenthal Instituts in Wien mit 1,3 Mio. Euro bis 2011. Das
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien ist als
multifunktionales internationales Forschungszentrum konzipiert. Im
Mittelpunkt stehen die Zusammenführung der weltweit einzigartigen
Archivbestände von Simon Wiesenthal und der Israelitischen
Kultusgemeinde, Wechselausstellungen und Vermittlungsprogramme für
verschiedene Zielgruppen sowie Fellowshipprogramme und
Forschungsprojekte zu Fragen, die Antisemitismus, Rassismus und den
Holocaust betreffen. Ab 2012 soll das Institut im Palais Strozzi in
der Josefstädter Strasse seinen Vollbetrieb aufnehmen und Wien zu
einem führenden Forschungsstandort für Holocaust-Studien machen.

American Austrian Foundation - 1,2 Mio. Euro

Der Ruf der Forschungs- und Wissenschaftsstadt Wien gründet sich
wesentlich auf die traditionsreichen Wiener Medizinischen Schulen.
Mit den Programmen der American Austrian Foundation wird die
Schnittstelle zwischen amerikanischer Forschung und unterschiedlichen
medizinischen Forschungsfeldern in Europa und die Vernetzung von
medizinischer Ausbildung in den USA und in Zentral- und Osteuropa mit
der Drehscheibe Wien gestärkt.

PhD Stipendien für Frauen an der Technischen Universität -
700.000 Euro

Die Stadt Wien unterstützt die neue "Vienna PhD School of
Informatics" der TU Wien mit insgesamt rund 700.000 Euro in den
Jahren 2009-2013. Die Stipendien werden ausschließlich an
internationale Nachwuchsforscherinnen mit exzellenten Leistungen im
Wiener Stärkefeld der Informatik vergeben. Insgesamt werden 15
Stipendiatinnen in drei Lehrgängen in Form von wissenschaftlichen
Forschungsdoktoraten auf eine Dauer von drei Jahren finanziert.

Stipendien für Mittel- und Osteuropa an der WU Wien - 100.000
Euro

Mit insgesamt rund 100.000 Euro unterstützt die Stadt Wien sechs
zusätzliche Stipendien für das JOSZEF Programm für Mittel- und
Osteuropa der WU-Wien in den Jahren 2009-2013. Zielgruppe sind junge
Nachwuchsführungskräfte aus Mittel- und Osteuropa. Damit wird die
wirtschaftliche und wissenschaftliche Integration Europas weiter
vorangetrieben und so wichtige Weichen für die gemeinsame Zukunft
gestellt.

Stiftungsinstitut für Public and Urban Management - 500.000
Euro

An der WU Wien wird in den nächsten fünf Jahren das
Stiftungsinstitut "Public and Urban Management" aufgebaut und von
Seiten der Stadt Wien als Stifterin mit insgesamt 500.000 Euro
dotiert. Dieses wird die Aufgabe haben, vorrangig Fragestellungen des
Stadtmanagements auf interdisziplinärer Basis zu untersuchen und den
Verwaltungen von Großstädten wissenschaftlich fundiertes,
interdisziplinäres Know-how zur Verfügung zu stellen. Das Institut
wird auch aufgrund der ausgezeichneten Vernetzung der WU die
Vorbildrolle der Stadt Wien für Großstädte im CEE Raum unterstreichen
und ausbauen. Der Aufbau des Instituts erfolgt über einen Zeitraum
von fünf Jahren und startet mit der Bestellung zweier
Stiftungsprofessuren inklusive wissenschaftlicher Teams.

Stiftungsprofessuren der Stadt Wien - 600.000 Euro

Zwei neue, von der Stadt initiierte und dotierte
Stiftungsprofessuren stärken die Schnittstelle zwischen
Stadtverwaltung und Wiener Universitäten: 300.000 Euro stellt die
Stadt Wien für die "Roland-Rainer-Stiftungsprofessur der Stadt Wien"
bis 2011 am Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der
bildenden Künste zur Verfügung. Bei dieser Stiftungsprofessur geht es
um die Analyse des Zusammenhangs von Architektur und Urbanität. Die
zweite Stiftungsgastprofessur, die die Stadt Wien ebenfalls mit
300.000 Euro unter dem Titel "Stadtkultur und öffentlicher Raum" bis
2011 unterstützt, wird an der Technischen Universität Wien
eingerichtet. Bei dieser Stiftungsprofessur geht es um die Analyse
des Verhältnisses von Öffentlichkeit und Privatheit im
stadtkulturellen Gefüge.

Jubiläumsfonds der Stadt Wien - 8,1 Mio. Euro

Über sieben Fonds fördert die Stadt derzeit innovative Forschung
mit gezielten Calls. Zwei dieser Fonds wurden nun mit Nachdotierungen
gesichert: Der 1997 gegründete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die
Österreichische Akademie der Wissenschaften wurde mit 5,1 Mio. Euro
und der 1998 gegründete Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die
Wirtschaftsuniversität Wien mit 3 Mio. Euro nachdotiert. Der WU-Fonds
unterstützt Wiener Projekte zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft. Der ÖAW-Fonds unterstützt alternierend exzellente
Projekte in den Bereichen der Natur- und der Kulturwissenschaften.

Campus Vienna Biocenter - 18 Mio. Euro

Die Stadt Wien unterstützt den Ausbau des internationalen
Forschungs-Hotspots "Campus Vienna Biocenter" mit 18,1 Millionen
Euro. Der Fokus der Investitionen seitens Stadt Wien und
Wissenschaftsministerium liegt auf der Forschungsinfrastruktur und
der Ermöglichung von Innovationen in der Biotechnologie in Wien. 65
Prozent der Kosten werden von der Republik getragen und 35 Prozent
von der Gemeinde Wien. Von den Geldern werden hochmoderne und
komplexe Forschungsgeräte wie DNA-Sequenzierer, Phytotrone
(Wuchskammern) oder Massenspektrometer angeschafft und von den
Forschungseinrichtungen gemeinsam genutzt werden. So wird mit der
Biotechnologie ein weiteres wichtiges Stärkefeld der Wiener Forschung
und Wirtschaft im internationalen Wettbewerb nachhaltig gestärkt.

Comet Ko-Finanzierung - 20 Mio. Euro

Mit maximal 20 Millionen Euro wird das mehrjährige
Forschungsprogramm des Bundes "COMET - Competence Centers for
Excellent Technologies" kofinanziert. Das Programm fördert
Kompetenzzentren als langfristige Forschungsverbünde zwischen
mehreren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ziel ist es, damit
Forschungskapazitäten in Wien auszuweiten, Synergieeffekte durch
kooperative Forschung zu erreichen und international sichtbare
Zentren mit gebündelter technologischer Kompetenz zu schaffen. Die
Mittel der Stadt Wien sind für die Forschungskonsortien mit Wiener
Beteiligung reserviert.
"Österreichweit haben sich bei diesem zweiten COMET-Call des Bundes
27 Konsortien für diesmal 14 ausgeschriebene Kompetenzzentren
beworben. 12 Einreichungen mit Wiener Beteiligung beweisen dabei
einmal mehr die Dominanz Wiens im Bereich der kooperativen
angewandten Forschung auf höchstem Niveau. Um diese exzellente
Forschungs- und Verwertungskompetenz und die damit verbundenen
Arbeitsplätze der Zukunft in Wien bestmöglich zu fördern, wurden alle
Wiener Anträge von der Stadt Wien mit einem Letter of Intent
unterstützt. Aufgrund der hohen Qualität der Konsortien an sich,
sowie der vielen einzelnen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen
Wiener Partner rechnen wir damit, uns in diesem nach strengen Regeln
durchgeführten Wettbewerb durchzusetzen und möglichst viele
COMET-Zentren für Wien gewinnen zu können", so Vizebürgermeisterin
Brauner.
Zu den einreichenden Wiener COMET-Konsortien gehören u.a. das
Austrian Center of Industrial Biotechnology, das sich mit der
Produktion biologischer Organismen befasst, und CART, welches
Forschung und Entwicklung im Bereich der Rehabilitation und Prothetik
betreiben will. Zu letzterem gehört auch der renommierte
Prothesenhersteller Otto Bock. (Schluss) ko/rie

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag.a Cécile-Veronique Kochwalter
   Mediensprecherin Vbgmin Mag.a Renate Brauner
   Telefon: 01 4000-81219
   Mobil: 0676 8118 81219 
   E-Mail: [email protected]
   
   Mag. Gerlinde Riedl
   Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
   Telefon: 01 4000-81854
   E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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