"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: Nicht mit der Stechuhr

Kürzere Ferien für die Abgeordneten? - Fesch am Thema vorbei.

Wien (OTS) - Nicht erst seit Alfred Gusenbauers launigem Sager
über die österreichischen Abgeordneten, die nach 16 Uhr nicht mehr im Parlament anzutreffen sind, ist es regelmäßig wiederkehrendes Thema:
Was tun unsere Parlamentarier für ihre 8160 Euro Monatslohn? Genauso häufig gibt es wohl(?)meinende Vorschläge wie jene für mehr Sitzungen oder kürzere Parlamentsferien. "Sollen mehr hackeln", klingt immer gut, oder? Die Vorschläge gehen am Thema vorbei, weil sie mit der Qualität der Parlamentsarbeit wenig zu tun haben. Die Arbeit der Abgeordneten misst sich nicht an den Plenartagen, sondern auch an Ausschüssen, am thematischen Einsatz - da gäb’s viel zu tun - und an der Arbeit im "Feld", also im Wahlkreis. Die muss nicht jeder tun (obwohl für die Wiederwahl ratsam), und schon von der Struktur der Abgeordneten fällt die Arbeit unterschiedlich aus: Es gibt hauptberufliche Parlamentarier, solche mit politischen Funktionen nebenher und jene, die auch einem Brotberuf nachgehen.
Es mag in einer Neidgesellschaft unbefriedigend sein, nicht hinter jedem mit der Stechuhr her sein zu können. Wer das Parlament aber als bunte Mischung aus Volksvertretern verstehen will, wird damit leben müssen.

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