WKÖ-Landertshammer: "Investitionen in Bildung und Forschung in Österreich im Elchtest"

"Strategisch in Bildung und Forschung investieren" - "Impulse müssen im gesamten Forschungsspektrum spürbar sein"

Wien (PWK001) - Die bereits seit einigen Wochen von diversen Unternehmern und Einrichtungen in Österreich befürchteten Engpässe und Kürzungen in den Budgets für Forschung und Bildung werden von der Wirtschaftskammer Österreich mit wachsender Sorge gesehen. "Gerade jetzt muss uns klar sein, dass es bei Paketen zur Belebung der Konjunktur auch darum gehen muss, die richtigen Maßnahmen zu finden, damit wir am Ende besser da stehen", sagt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei geht es vor allem um nachhaltige Erfolge, wie sie sich beispielsweise über ein dynamisches und innovatives Forschungs- und Bildungssystem erzielen lassen.

Dort gibt es mehr als genug zu tun, so Landertshammer: "Im Bereich der Kindergartenpädagogik gibt es kaum eine wissenschaftsgeleitete Lehre wie im Bereich der Schulpädagogik, wo eine gesellschaftspolitisch geprägte Dogmatik zeitgemäße Reformen solange behinderten, bis sich potenzielle Lehrbetriebe außerstande sahen, geeignete Lehrstellenbewerber zu finden. Internationale Leistungsvergleiche haben diese Beobachtungen wiederholt bestätigt und dennoch sind die nunmehr eingeführten Leistungsstandards nach seiner Auffassung wenig geeignet, Verbesserungen zu herbeizuführen. "Anstelle der von der Wirtschaftskammer geforderten Mindeststandards wurden Durchschnittsstandards geschaffen, die keine Rückschlüsse auf jene erlauben, die für die Misere bei unseren Schulleistungen verantwortlich sind", führt Landertshammer aus, der sich aber nicht nur zusätzliche Impulse bei der pädagogischen Tatsachenforschung wünscht.

"In allen modernen Volkswirtschaften baut eine nachhaltige Weiterentwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft letztendlich auf wissenschaftliche Forschung und angewandte Forschung & Entwicklung auf" so Landertshammer, der auch in diesem Zusammenhang von punktuellen Maßnahmen abrät, sondern sich von der öffentlichen Hand eine systematische Forschungsförderung in der Breite und in der Spitze wünscht: "Wir brauchen das gesamte Forschungsspektrum, von der Grundlagenforschung bis hin zu wirtschaftsnahen experimentellen Entwicklung. Die Forschungsimpulse müssen sowohl bei spezialisierten Forschungseinrichtungen wie auch bei Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen spürbar sein."

Das Regierungsziel einer Quote von 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahre 2010 und die Steigerung auf 4 Prozent im Jahr 2020 sind nach Landertshammer das richtige Konzept für eine nachhaltige Konjunkturbelebung. Die dafür seitens des Bundes bis zum Ende der Legislaturperiode vorzusehenden Mittel müssten daher diesem Ziel auch entsprechen. "Die aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen sind so etwas wie ein Elchtest für F&E-Investitionen. Wen es hier aus der Spur wirft, hat nachhaltig verloren" meint Landertshammer. "Wer glaubt dass man Forschung übergangsweise zurückfahren kann um sie nach ein paar Jahren wieder hochzufahren, verkennt die Situation:
Unter solchen Umständen stirbt die Forschung und eine ganze Generation junger Forscher wandert ins Ausland ab. Mangels Forschern und Infrastruktur kann dann auch in besseren Zeiten nicht zugelegt werden. Die in der Forschung heute führenden Länder wie Schweden, Finnland und die Schweiz haben gezeigt, wie man gerade in schwierigen Zeiten die Investitionen in Bildung und Forschung verstärkt und so die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern kann", so Landertshammer. (JR)

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