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90 Jahre Republik: Gusenbauer - "Nur wer Geschichte kennt, wird immun gegen populistische Verführungen sein"

Prammer: Ohne Wissen um Geschichte kein Demokratiebewusstsein

Wien (SK) - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer nahmen heute, Mittwochnachmittag, an der Eröffnung der Ausstellung "90 Republik" in der Säulenhalle des Parlaments teil. Gusenbauer betonte dabei, dass "nur der, der die Geschichte kennt und die Lehren daraus zieht, immun gegen populistische Verführungen" sei. Er sei zuversichtlich, dass im Geiste von Arbeit, Demokratie, sozialem Zusammenhalt und einer kritischen Zivilgesellschaft die anstehenden Herausforderungen gemeistert werden können, so der Bundeskanzler, der unterstrich, dass die Zweite Republik aus der Geschichte gelernt habe. Prammer bekräftigte in ihrer Rede den zentralen Wert der Auseinandersetzung mit der Geschichte: Ohne Wissen um die Geschichte gebe es kein Demokratiebewusstsein und auch das Verständnis für künftige Entwicklungen würde fehlen. ****

Die Ausrufung der Republik "Deutsch-Österreich" am 12. November 1918 markiere den "Eintritt in eine neue Zeit", so Gusenbauer, der auch an die vorbildliche Sozialgesetzgebung unter Ferdinand Hanusch erinnerte, die zur politischen Stabilität beigetragen habe. Auch die von Hans Kelsen erarbeite Verfassung sei bis heute "wegweisend". Ein Vergleich zwischen der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise und der gegenwärtigen Krise zeige, dass man gemeinsam mit den BürgerInnen Lehren aus der Geschichte gezogen habe - und etwa in konzertierten Aktionen rasch gegensteuere. Daher könne sich "die Geschichte in dieser Form nicht wiederholen", zeigte sich der Bundeskanzler überzeugt.

Aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs sei ein "blühendes Gemeinwesen Österreich entstanden, das heute zu den reichsten Ländern zählt". Ein Geheimnis des Erfolgs der Republik nach 1945 bestehe darin, dass "nicht Wenige, sondern Viele am Aufschwung teilhatten". Wichtig hierbei sei auch die Sozialpartnerschaft gewesen. Die heute eröffnete Ausstellung solle Erinnerung daran sein, dass sich Österreich seiner vordergründig so selbstverständlichen politischen, kulturellen und zivilisatorischen Standards in einem Prozess der Selbstreflexion stets neu vergewissern müsse und sie stets neu zu erarbeiten habe. Weiters sollten Partikularinteressen dem gemeinsamen Wollen nachgeordnet werden, so der Appell des Bundeskanzlers. Gusenbauer bedankte sich bei den Ausstellungsmachern, den Professoren Stefan Karner und Lorenz Mikoletzky, sowie bei den HausarbeiterInnen des Bundeskanzleramts für ihre Bemühungen rund um die Ausstellung "90 Jahre Republik".

Prammer - Politische Bildung wichtig, um Politikdesinteresse entgegenzuwirken

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer verwies in ihrer Rede anlässlich der "Republik.Ausstellung 1918/2008" darauf, dass das Parlament ein "symbolischer Ort" für die wechselvolle 90-jährige Geschichte der Republik sei. So habe mit der Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich ein "Neubeginn" samt eines anfangs noch "zaghaften Parlamentarismus" stattgefunden. Prammer erinnerte auch an die Einführung des Frauenwahlrechts und kritisierte in diesem Zusammenhang die noch zu geringe Frauenquote im Hohen Haus. Um dem schwindenden politischen Interesse entgegenzuwirken, brauche es "Gesichtsbewusstsein, politische Bildung und Zivilcourage", so Prammer mit Blick darauf, dass "Demokratie mehr ist als die Summe der in der Verfassung vorgesehenen Institutionen". Ziel jeder politischen Bildung müsse es sein, das Selbstverständnis der Demokratie und die Anerkennung demokratischer Grundsätze im Bewusstsein zu verankern.

Angesichts neuer Herausforderungen gelte es, die Ausstellung auch als Anreiz dahingehend zu verstehen, sich mit "dem Wissen um die Vergangenheit Gedanken über die Zukunft der Republik zu machen", so Prammer abschließend.

Service: Bei der "Republik.Ausstellung 1918/2008" wird anhand verschiedener Themenblöcke die jüngere Geschichte Österreichs anschaulich nacherzählt. Die Ausstellung ist vom 12. November 2008 bis 11. April 2009 jeweils von Montag bis Freitag von 9-19 Uhr und an Samstagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter: www.republikausstellung.at (Schluss) mb

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