- 15.10.2008, 15:56:44
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Kommende Regierung soll Kinder und Familien stärken
Ziel muss "umfassende Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Gesellschaft" sein, fordert das Österreichische Familiennetzwerk
Wien, 15.10.08 (KAP) Das Österreichische Familiennetzwerk hat zum
Beginn der Parteienverhandlungen über eine neue Bundesregierung die
Politiker dazu aufgerufen, die Rolle von Kindern und Familien in
Österreich zu stärken. Ziel müsse eine "umfassende Kinder- und
Familienfreundlichkeit in der Gesellschaft" sein, sagte der
Koordinator des Familiennetzwerks, Prof. Günter Danhel, in einem
Gespräch mit "Kathpress".
Familienpolitik erstrecke sich über fast alle Politikfelder. Die
kommende neue Bundesregierung sollte sich daher im Sinne eines
"family mainstreaming" um eine Ausrichtung aller gesetzlichen
Maßnahmen auf Kinder- und Familienfreundlichkeit bemühen. "Eine
Gesellschaft sägt am eigenen Ast, wenn sie sich nicht ausreichend um
ihre 'Fortsetzung' durch Familien mit Kindern bemüht", stellte Danhel
klar, der das kirchliche "Institut für Ehe und Familie" (IEF) leitet.
Konkret hat die überparteiliche und überkonfessionelle Plattform zehn
Forderungen an eine neue Regierung formuliert. An oberster Stelle
steht dabei eine Entlastung der Familien bei einer kommenden
Steuerreform. Mit Modellen wie einem "steuerfreien Existenzminimum"
oder dem "Familiensplitting" soll die Familiengröße bei der
Berechnung der Lohn- und Einkommensteuer einbezogen werden. "Es kommt
sehr darauf an, wie viele Personen von einem Einkommen leben müssen -
das sollte stärker als bisher Berücksichtigung finden", so Danhel.
Zudem sollten insgesamt Familienleistungen wie Erziehung, Betreuung
oder Pflege "besser als bisher wahrgenommen und abgegolten" werden.
Erneuert wird auch die Forderung nach einer regelmäßigen
Valorisierung aller öffentlichen Familienleistungen.
Eigenständiges Familienministerium
Neben der Einführung einer Form des "Kinderwahlrechts" schlägt das
Netzwerk ein eigenständiges Familienministerium vor, das "alle
Geschlechter- und Generationenkompetenzen unter einem Dach vereint",
so Danhel. Ein weiterer Punkt in den Vorschlägen an eine neue
Bundesregierung ist die Einrichtung einer "effektiven gesetzlichen
Interessenvertretung der Familien". Der derzeitige familienpolitsche
Beirat im Sozialministerium solle ausgebaut oder umgestaltet werden,
um mehr Effektivität in der Vertretung der Familien zu erreichen.
"Wir glauben, dass die Familien im Hinblick auf die Zukunft der
wichtigste Sozialpartner sind. Deshalb sollte man ihnen auch
umfassendere Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumen -
besser als das bisher der Fall ist", so Danhel.
Die kommende Regierung solle sich auch für einen "umfassenden Schutz
des Lebens" einsetzen. Hier brauche es zum Beispiel die Beibehaltung
des Euthanasie-Verbots und Maßnahmen für eine Reduktion der Anzahl
der Abtreibungen. Mit der Forderung nach einer "Förderung der Ehe
zwischen Mann und Frau als einziger Lebensbeziehung, die als eigenes
Rechtsinstitut anerkannt ist", wendet sich das Netzwerk gegen die
"eingetragene Partnerschaft"..
Im "Österreichischen Familiennetzwerk" sind rund 40 Initiativen und
Bewegungen, die sich für Familienanliegen engagieren, vereinigt.
Außerdem haben zahlreiche Persönlichkeiten aus Zivilgesellschaft,
Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Kirchen die Grundlagencharta des
"Familiennetzwerks" unterzeichnet.
O-Töne von Günter Danhel sind unter "www.katholisch.at/o-toene"
abrufbar. (forts.mgl.)
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